Nichts zu holen in Berlin
ALBA trifft 53 Prozent von Downtown, die Löwen nur 18 Prozent
Nach ihrem guten Auftritt im Heimspiel gegen RASTA Vechta waren die Basketball Löwen Braunschweig heute im letzten Spiel des Jahres 2025 auswärts beim Tabellendritten ALBA BERLIN chancenlos und verloren deutlich mit 73:104 (31:42). Danach sah es in der ersten Halbzeit nicht aus, weil die Löwen es den Berlinern mit ihrer Verteidigung schwer machten und auch stark bei den Offensiv-Rebounds arbeiteten. Allerdings konnten sie das ganze Spiel über kaum von ihren zweiten Chancen profitieren, weil die Trefferquote schwach war. Das Team von Kostas Papazoglou traf 32 Prozent aus dem Feld, vor allem der Dreier fiel nur bei 18-prozentiger Quote. Ganz anders die Berliner um ihren Topscorer Moses Wood. Die liefen in der zweiten Halbzeit richtig heiß und versenkten insgesamt 53 Prozent ihrer Würfe vom Perimeter.
Für die Löwen geht es schon am Sonntag (04. Januar) mit dem ersten Heimspiel im neuen Jahr 2026 weiter: Dann empfangen sie das Top-Team FC Bayern München (Tip-Off: 18:00 Uhr). Die Begegnung ist bereits ausverkauft – aufgrund des hohen Andrangs öffnet die Volkswagen Halle schon um 16:30 Uhr.
Die ersten Minuten sollten sinnbildlich für das restliche Spiel sein: Die weiterhin auf den großen Positionen dezimierten Löwen erarbeiten sich etliche gute Würfe – auch nach Offensiv-Rebounds, doch fielen die ersten sechs in Folge nicht. Das tat noch nicht weh, weil die Berliner ebenfalls mit ihrer Trefferquote haderten. Nach fünf Minuten hatten beide Teams jeweils vier von elf Würfen aus dem Feld getroffen, was auch den guten Verteidigungen geschuldet war. So blieb die Partie zunächst eng (16:18, 10. Min.), in der Joshie Obiesie nach einem Infekt wieder mitwirkte und im ersten Viertel der treffsicherste Löwe mit zwei getroffenen Dreiern war.
Aber die Würfe aus der Distanz waren über das ganze Spiel ein großes Problem der Papazoglou-Mannschaft. Bis zur heutigen Partie trafen die Löwen durchschnittlich 37,7 Prozent von Downtown, gegen Vechta am Samstag waren es 40 Prozent. Da hatten Grant Sherfield, Luka Ščuka und Ferdi Zylka ein gutes Händchen und trafen zusammen neun Dreier. Doch alle drei hatten heute einen gebrauchten Dreier-Tag – nur Ščuka netzte einmal vom Perimeter ein, während Sherfield und Zylka kalt blieben und bei insgesamt 13 Versuchen keinen Wurf versenkten. Aus dem Zweierbereich lief es allerdings kaum besser. Da mussten die Löwen teils recht schwer für ihre Abschlüsse arbeiten und trafen bis zur Halbzeit nur 33 Prozent. Selbst Tip-Ins wollten nicht fallen.
Dennoch waren David N’Guessan & Co. im Spiel, weil sie mit viel Engagement bei den Offensiv-Rebounds arbeiteten und ALBA zu mehreren Ballverlusten zwangen. Die Verteidigung stimmte bis hierhin, weshalb die Löwen nach gut 17 gespielten Minuten nur mit drei Punkten hinten lagen (31:34). Dann mussten sie allerdings erstmals etwas abreißen lassen, weil sie in der verbleibenden Spielzeit bis zur Halbzeitpause keinen Korb mehr erzielten. Ščuka wurde geblockt und vier darauffolgende Dreierversuche verfehlten ihr Ziel, während die Berliner nach den verfehlten Würfen schnell umschalteten, unter anderem zweimal aus der Distanz trafen und mit 31:42 in Führung gingen.
Nach dem Seitenwechsel setzte sich dieser Trend fort. Vor allem von außen liefen die Hausherren um Moses Wood jetzt richtig heiß und profitierten davon, dass die Löwen in der Transition-Defense nachlässiger wurden. „Unsere Halbfeld-Defensive war zwar in Ordnung, die Fastbreak-Defensive hingegen deutlich schlechter“, konstatierte Kostas Papazoglou nach dem Spiel. So kamen die Berliner zu einfachen Punkten per Dunk oder offenem Dreier, während die Löwen sich ihre Punkte vornehmlich an der Freiwurflinie erarbeiteten. Das gelang ihnen gut: Luka Ščuka und seine Kollegen erzielten 15 ihrer 24 Punkte im dritten Viertel durch Freiwürfe. Das reichte aber nicht, um den ALBA-Express aufzuhalten. Die Gastgeber hatten sich längst das Momentum geholt und lagen in der 27. Minute mit 20 Punkten vorne.
Die Löwen zeigten darauf nochmal eine Reaktion und kamen nach einer Auszeit sowie Foul beim Dreier und einem technischen Foul gegen ALBA auf 13 Punkte heran (55:68). Aber die Berliner behielten dennoch die Kontrolle und zogen nach weiteren Fastbreak-Zählern zum Viertelende wieder weg (55:74, 30. Min.). Benny Schröder stemmte sich im letzten Viertel und einem 0:11-Lauf mit diversen guten Aktionen gegen einen weiter anwachsenden Rückstand und erzielte Punkt um Punkt. Der 22-Jährige kam auf insgesamt zwölf Punkte und gehörte damit neben Joshie Obiesie (14) und Luka Ščuka (12) zu den drei Löwen mit zweistelligem Scoring. In den Schlussminuten der bereits entschiedenen Partie standen vornehmlich die Youngster um Adrian Worthy und Nikola Tomic auf dem Parkett. Dabei kam Leonhard Laar auch zu seinem ersten BBL-Einsatz.
Die Trainerstimmen zum Spiel
Kostas Papazoglou (Basketball Löwen Braunschweig): „Wir sind heute so in das Spiel gestartet, wie wir es uns vorgestellt hatten – mit hoher Intensität in der Defensive und guter Ballbewegung in der Offensive. Zu viele unserer guten Wurfchancen haben wir dann aber nicht genutzt, sodass ALBA sein Fastbreak-Spiel aufziehen konnte. Unsere Halbfeld-Defensive war zwar in Ordnung, die Fastbreak-Defensive hingegen deutlich schlechter. Das hat sich auch in der zweiten Halbzeit fortgesetzt, und das Momentum war dann endgültig auf Seiten von ALBA.“
Pedro Calles (ALBA BERLIN): „Wir haben das Spiel heute über weite Strecken kontrolliert, auch wenn es in der Anfangsphase noch ein wenig gehakt hat. Sobald wir uns einen Vorsprung erarbeitet hatten, haben wir unseren Gameplan konsequent umgesetzt. Ich möchte mich bei den Fans für ihren großartigen Support bedanken und ihnen ein frohes neues Jahr wünschen. Lasst uns im kommenden Jahr genau so in der Uber Arena weitermachen.“
Basketball Löwen: Worthy 2, N’Guessan 8 (8 Rebounds), Schröder 12, Ščuka 12 (8 Rebounds, 4 Assists), Zylka 5, Tomic 2, Obiesie 14, Njie 8 (6 Assists), Hartwich, Laar, Sherfield 8, Flanigan 2.
ALBA BERLIN: Griesel 6, Delow 13, Kayil 12, Mattisseck 7 (5 Rebounds), Wood 18, Roberts 10 (5 Rebounds), Echodas 5, Hermannsson 12 (7 Assists), Echodas 5, Agbakoko 4, Nufer 6, Hundt 4, Bean 7.
Quelle: PM 31.12.2025
