Löwen zeigen Moral, verlieren aber mit 84:93 in Oldenburg
Löwen gewinnen Rebound-Duell
Nachdem der sportliche Abstieg der Basketball Löwen Braunschweig durch die gestrige Niederlage Heidelbergs in Jena bereits feststand, trat die Mannschaft von Headcoach Ramón Díaz am Freitagabend zum letzten Auswärtsspiel der easyCredit BBL-Saison bei den EWE Baskets Oldenburg an. Die Löwen begegneten den Gastgebern über weite Strecken auf Augenhöhe und dominierten das Rebound-Duell deutlich mit 40:24. Allerdings leisteten sie sich auch 19 Ballverluste und fanden defensiv kaum ein Mittel gegen die treffsicheren Oldenburger von außen, weshalb die Partie mit einer 84:93-Niederlage endete.
Bereits am Sonntag steht für das Díaz-Team das letzte Heim- und Saisonspiel an: Dann empfangen die Löwen die NINERS Chemnitz in der Volkswagen Halle (Tip-Off: 16:30 Uhr). Tickets sind im Online-Ticketshop erhältlich.
Der Beginn der Partie war auf beiden Seiten nicht von hoher defensiver Intensität geprägt. So entwickelte sich eine Partie, in der es schnell hoch und runter ging und die Führungen schon im ersten Viertel achtmal wechselte. Nach zehn Minuten lagen die Gastgeber aber mit 18:23 vorne, was maßgeblich an ihrer starken Dreierquote von 67 Prozent und an bereits vier Braunschweiger Ballverlusten lag. Das Díaz-Team um Kaza Kajami-Keane hatte zudem vom Perimeter deutlich weniger Rhythmus, war aber in der Zone sehr stark: Im ersten Viertel verwandelten die Löwen 70 Prozent ihrer Zweier.
Bis zur Halbzeit sank diese Quote zwar etwas, trotzdem waren die Löwen unter dem Korb dominant. David N’Guessan und Simi Shittu wurden im Pick-and-Roll immer wieder stark in Szene gesetzt, arbeiteten aber auch beim Rebound konsequent. Das Duell um die Abpraller entschieden die Löwen nach 20 Minuten für sich – unter anderem dank sieben Offensivrebounds, aus denen acht Punkte aus zweiten Chancen entstanden. Insgesamt war die Partie jedoch phasenweise sehr fahrig und fehleranfällig auf beiden Seiten. Vor allem die Ballverluste häuften sich bei den Löwen, sodass die weiterhin treffsicheren EWE Baskets mehrfach zu einfachen Punkten kamen und mit einer 48:42-Führung in die Pause gingen.
Zurück aus der Kabine erwischten die Löwen einen schlechten Start: Sie verloren erneut mehrfach den Ball, was die Hausherren ausnutzten und durch einen 2:9-Lauf schnell auf 13 Punkte davongezogen waren (44:57, 23. Min.) Ramón Díaz reagierte mit einer Auszeit – und die zeigte Wirkung. Sein Team spielte fokussierter in der Verteidigung und suchte offensiv gezielt den Weg in die Zone, wo die Löwen Big Men kaum zu stoppen waren. Shittu erzielte sechs Punkte in Folge – darunter auch einen Korb nach Traumpass von Bryant Crawford. Der Guard war es schließlich, der in der 27. Minute einen Dreier zur 60:59-Führung traf. Das war eine offensiv wie defensiv richtig starke Phase der Löwen, deren Vorsprung N’Guessan kurz darauf auf fünf Punkte ausbaute.
Ins letzte Viertel gingen sie mit 69:66 und da hatten die Gastgeber ihren Rückstand im Nu über ihre Dreierstärke sowie nach einem technischen Foul gegen Kaza Kajami-Keane in eine 71:77-Führung umgemünzt. Die Löwen kämpften sich nochmal zurück, glichen aus (77:77) und blieben bis zur 38. Minute mit 81:82 auf Schlagdistanz. Doch zwei Dreier von Brian Fobbs hintereinander – der zweite gefühlt vom Parkplatz – sorgten schließlich für die Entscheidung.
Die Trainerstimmen zum Spiel
Ramón Díaz (Basketball Löwen Braunschweig): „Nach dem, was gestern passiert ist, war das für uns ein schweres Spiel. Heute früh habe ich in den Augen der Jungs Enttäuschung und wenig Energie gesehen. Wir sind auch nicht gut gestartet, haben unser Spiel nicht umgesetzt. Im Spielverlauf haben wir uns gefunden und 20 solide Minuten gespielt. Am Ende hat Oldenburg toughe Dreier im richtigen Moment getroffen. Glückwunsch an Oldenburg, die auch noch um die die Play-Ins kämpfen. Wir müssen regenerieren, die Saison auf die richtige Art beenden und wir wollen 17. werden, um die richtige Position zu haben, falls es zum Beispiel nicht zwei Aufsteiger gibt.“
Lazar Spasic (EWE Baskets Oldenburg): „Zunächst tut es mir sehr leid, dass ein Club wie Braunschweig in die ProA absteigt, ich wünsche ihnen eine möglichst schnelle Rückkehr. Glückwunsch an meine Spieler. Wir haben kein gutes Spiel gemacht, aber wir haben den richtigen Weg gefunden, um das Spiel zu gewinnen. Jetzt geht es nach München, wir werden alles geben und nach dem Spiel sehen, wo wir in der Tabelle stehen. Ich glaube, wenn wir uns erinnern, wo wir Anfang Dezember standen, haben wir uns die Chance auf die Play-Ins verdient.“
Basketball Löwen: Worthy 2, N’Guessan 19 (8 Rebounds), Hawley 2, Schröder 3, Obiesie 9, Holloway, Crawford 12 (5 Assists), Kajami-Keane 13 (5 Assists), Flanigan 4, Shittu 20 (7 Rebounds).
EWE Baskets Oldenburg: Lofton 8, Clemons 11 (5 Assists), Fobbs 18 (6 Assists), Hounnou, Tucker 7, Tischler 13, Kyser 17 (7 Rebounds), Hinrichs 6, Helwig 1, Schroeder, Zubcic 12, Stanic.
Quelle: PM 09.05.2026
