Löwen verlieren wichtiges Duell gegen Science City Jena
Löwen treffen nur 18 Prozent ihrer Dreier
Die Basketball Löwen Braunschweig haben das wichtige Heimspiel gegen den Tabellenvierzehnten Science City Jena mit 78:83 verloren (39:44) und aufgrund der Siege von den MLP Academics Heidelberg und den Veolia Towers Hamburg nur noch zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze. 4.373 Zuschauende in der Volkswagen Halle sahen eine Partie, in der die Löwen in der ersten Halbzeit vor allem Schwierigkeiten hatten, die Gäste auf dem Weg zum Korb zu stoppen. Jena erzielte in den ersten 20 Minuten bereits 32 Punkte in der Zone, während die Löwen ihre Würfe gleichmäßig verteilten, aber nur zwei von 18 Dreiern trafen. In der zweiten Spielhälfte verteidigte die Mannschaft von Kostas Papazoglou das besser und kam in gewissen Phasen auch zu mehreren defensiven Stopps. Allerdings schlug sie daraus kaum Kapital. So blieb die Wende des Spiels aus, in dem Grant Sherfield auf 22 Punkte kam – bei den ausgeglichenen Gästen war Keith Braxton der Topscorer (13).
Die Partie hatte hohes Tempo, gerade in der Anfangsphase fielen die Körbe Schlag auf Schlag. Die Gäste machten dabei das, was die Löwen eigentlich tun wollen: Sie kamen zu mehreren Fastbreak-Punkten und zogen immer wieder mit Volldampf und oft erfolgreich Richtung Korb. Lediglich einmal hatte Jena im ersten Viertel von der Dreierlinie abgedrückt und 18 der 25 Punkte in der Zone erzielt. Die restlichen Zähler machten sie von der Freiwurflinie. Bei den Löwen war die Wurfauswahl ausbalanciert – aber der Dreier fiel nur bei 22-prozentiger Quote. Dennoch war die Mannschaft von Kostas Papazoglou im Spiel, weil sie sich einige Ballgewinne erarbeitete, der Einsatz stimmte und sie sich auch gute Würfe erspielte. Besonders wichtig waren aber die Korbleger von Benny Schröder und David N’Guessan, die sie mit Foul abschlossen – einmal zum 13:13 und das andere Mal zum 18:21.
Die Partie war eng, wenngleich die Löwen den Gästen zumeist ein bisschen hinterherliefen. Im zweiten Viertel holte Benny Schröder noch einmal die Führung (28:27), aber der Konter von Jena folgte prompt. Das war auch dadurch begünstigt, dass die Löwen sich gute Aktionen durch sofort folgende Fehler zunichtemachten. So folgte auf einen Steal zum Beispiel ein Turnover und der wurde von den Thüringern bestraft. In der 15. Minute lagen die Löwen dann mit 32:37 hinten, ehe Grant Sherfield zuerst einen Freiwurf traf und in der darauffolgenden Defensivaktion mit hohem Einsatz einen Ballgewinn forcierte, den Nikola Tomic in Punkte ummünzte (35:37). Aber Jena konnte sich nach dieser Aktion und einer Auszeit schnell wieder auf neun Punkte absetzen, was auch an drei verworfenen Löwen-Dreiern in Folge lag. Die waren gut teils herausgespielt, wollten aber einfach nicht fallen. Insbesondere zwei Blocks von David N’Guessan sorgten dafür, dass er und sein Team bis zur Halbzeit auf fünf Punkte verkürzen konnten (39:44, 20. Min.).
Doch den besseren Start in die zweite Spielhälfte hatten die Gäste, die ohne Spielmacher Eric Washington angetreten waren. Die zogen über einen 8:2-Lauf auf 41:52 davon und hatten dabei ihren ersten Dreier der Partie getroffen. Anschließend entwickelten die Löwen einen etwas besseren Rhythmus. David N’Guessan, der sich trotz Angeschlagenheit stark präsentierte, ging mit guten Abschlüssen voran und war wesentlich daran beteiligt, dass die Löwen auch dank besserer Verteidigung auf 51:58 herankamen. Die Antwort der Gäste ließ nicht lange auf sich warten. Die mussten jetzt mehr von außen werfen, weil die Löwen die Zone besser dicht machten. Aber: Sie trafen einige schwere Würfe und lagen in der 27. Minute mit zehn Punkten vorne (56:66), ehe das Papazoglou-Team sich gleich fünfmal in Folge einen defensiven Stopp erarbeite. Doch direkt aus diesen Aktionen konnten die Löwen keine Zähler generieren, weil sie viel zu fahrig agierten. So blieb es beim zweistelligen Rückstand (58:68, 30. Min.).
Der schmolz im letzten Viertel allerdings schnell auf fünf Zähler, weil die Löwen stark verteidigten und die Gäste mehrfach an Korberfolgen hinderten. Das Momentum schwappte in Richtung der Papazoglou-Mannschaft und die hatte beim Stand von 66:71 die Chance, sogar auf drei Zähler zu verkürzen. Doch nach einem Ballverlust von Jena verpasste Barra Njie einen Korbleger, den Robin Christen im Gegenzug auf der anderen Seite verwandelte. Die Thüringer bauten ihren Vorsprung in der Folge und nach unnötigem Braunschweiger Ballverlust sogar wieder auf neun Zähler aus (68:77), aber der Stecker war den Löwen noch nicht gezogen. Die kamen in den letzten drei Minuten über Steals, Offensiv-Rebounds sowie unter anderem zwei getroffene Dreier von Luka Ščuka und Grant Sherfield auf 78:81 bei noch 32 verbleibenden Sekunden heran. Allerdings antwortete Keith Braxton darauf per Korbleger und entschied das Spiel.
Die Trainerstimmen zum Spiel
Kostas Papazoglou (Basketball Löwen Braunschweig): „In der ersten Halbzeit hat Jena uns in der Zone und an unseren Schwachstellen angegriffen. Aber wir lagen vor allem wegen unserer Offensive zurück, da wir unsere Chancen nicht gut genutzt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir versucht, unsere Offensive und auch unsere Inside-Defense zu verbessern. Es gelang uns zunächst ziemlich gut, indem wir die Lücken geschlossen und sie zu Dreipunktewürfen gezwungen haben. Die Würfe, die sie dann getroffen haben, waren auch schwierig. Ausschlaggebend waren aber diverse Stopps im dritten Viertel und das wir im Gegenzug mehrere Layups hintereinander verfehlten. Dasselbe passierte im letzten Viertel. Wir hatten einige gute freie Würfe, die wir in diesen Phasen nicht in Punkte umwandeln konnten und deshalb haben wir das Momentum verpasst.“
Björn Harmsen (Science City Jena): „Wir haben neue Spieler und das sorgt für Schwierigkeiten in der Offensive und der Abstimmung. Das braucht ein wenig Zeit. Aber die Defensive war entscheidend, wir haben Braunschweig zu Hause bei 78 Punkten gehalten. Wir haben Stopps bekommen, wenn es wichtig war und ein paar Spieler rausgenommen. Und am Ende, als es kippelig wurde, haben wir einige gute Entscheidungen getroffen und auch in der Defensive einen wichtigen Stopp geholt.“
Basketball Löwen: Worthy, N’Guessan 17, Schröder 10, Ščuka 8 (6 Rebounds), Zylka 6, Tomic 7, Njie 4 (9 Assists), Hartwich, Laar n.e., Sherfield 22 (6 Assists), Flanigan 4 (5 Rebounds).
Science City Jena: Iroegbu 10 (4 Assists, 3 Ballgewinne), McNair 11 (7 Rebounds), Carter 4, Christen 11, Wieskamp 8 (5 Rebounds), Braxton Jr. 13 (5 Rebounds), Bohannon 6 (5 Rebounds), Bank 11, Krause 4, Herrera 5 (11 Rebounds).
Quelle: PM 18.01.2026
