Löwen schlagen sich lange wacker, verlieren aber deutlich
Papazoglou-Team verliert insgesamt 24-mal den Ball
Im ersten Heimspiel des neuen Jahres 2026 trafen die Basketball Löwen Braunschweig am Sonntagabend vor ausverkaufter Kulisse in der Volkswagen Halle auf niemand Geringeren als den amtierenden Deutschen Meister und Tabellenführer FC Bayern München. Die dezimierten Löwen starteten mit sehr viel Energie sowie starker Verteidigung und lagen 14:3 vorne, ehe die Bayern um ihren neuen Coach Svetislav Pesic mit steigender defensiver Intensität sowie mehr Präzision im Angriff das Spiel drehten. Zur Halbzeit lagen die Löwen mit zwölf Punkten hinten und hielten diesen Rückstand bis zur 29. Minute (53:65). Dann ging der Papazoglou-Mannschaft gegen die tiefbesetzten und physisch agierenden Bayern zunehmend die Kraft aus, weshalb das Endergebnis sehr deutlich mit 62:91 (37:49) ausfiel. Bei den Löwen war Luka Ščuka mit 18 Punkten Topscorer, für die Gäste war Justinian Jessup am erfolgreichsten (20).
Aggressive Verteidigung, schnelles und mutiges Spiel nach vorne – das zeigten die Löwen in den Anfangsminuten und legten los wie die Feuerwehr. Energizer Barra Njie gab das Tempo vor und führte die Löwen zusammen mit Luka Ščuka und Nikola Tomic zum 14:3. Der Youngster war in die Startformation des dezimierten Löwen-Kaders gerückt – neben den ohnehin verletzten Spielern um Josh Hawley und Romario Holloway fehlte auch das Kapitäns-Duo Chip Flanigan (persönliche Gründe) und Ferdi Zylka (Infekt). Aber das kompensierten die Löwen zunächst mit ihrer Verteidigung, Entschlossenheit und acht Fastbreak-Punkten. Allerdings war zu erwarten, dass die Bayern zurückkommen würden. Und das taten sie, weil sie defensiv zulegten und Justinian Jessup zunehmend wärmer wurde.
Es ging mit 21:18 ins zweite Viertel, in dem der Tabellenführer aus München auch offensiv eine Schippe draufpackte. Die Bayern steigerten ihre Trefferquote aus dem Feld von 47 auf 61 Prozent, während die Würfe der Löwen immer schwerer wurden und seltener fielen. Hinzukommend häuften sich die Ballverluste gegen den physischen Gegner, der immer mehr seine Größenvorteile ausspielte. Dennoch lagen die Löwen in der 15. Minute nur mit zwei Punkten hinten (32:34), weil sie weiterhin griffig spielten und „Hustle“ zeigten. Das galt insbesondere für Ščuka und Njie, die auch als Scorer vorangingen. Aber mehrere erfolglose Angriffe in Folge wurden sofort vom FC Bayern bestraft, der einen starken Endspurt bis zur Pause aufs Parkett legte und die Löwen mit 37:49 (20. Min.) ins Hintertreffen brachte.
Das Papazoglou-Team hatte im zweiten Viertel 16 Punkte erzielt und die Münchner 31. Diesen offensiven Flow der Gäste konnten die Löwen nach dem Seitenwechsel wieder etwas mehr eindämmen. Jedoch war es für sie auf der anderen Seite und insbesondere unter dem Korb nicht leichter geworden, zu Punkten zu kommen. Der Tabellenführer stand tief und machte die Zone dicht. Das konnten die Löwen immerhin mit vier Dreiern beantworten und hielten den Rückstand auf diese Weise bis zur 29. Minuten bei zwölf Punkten (53:65). „Wir waren auf einem guten Weg, aber Lucic hat zwei Dreier hintereinander getroffen, die gut verteidigt waren. Das gab München das Momentum“, beschrieb Kostas Papazoglou die letzte Minute dieses Viertels. So wurden aus zwölf Punkten Rückstand ganz schnell 18 Zähler und danach ging den ersatzgeschwächten Löwen noch spürbarer die Energie aus.
Das zeigte sich unter anderem mit mehr Fehlern in der Offensive: Die Löwen verloren im letzten Viertel zwölfmal den Ball – das waren so viele wie vorher insgesamt in 30 Minuten. Die Bayern nutzten das aus und zogen weiter davon. In den letzten zehn Minuten kamen der bis zur letzten Einsatzsekunde kämpfende Luka Ščuka und Co. nur auf neun Punkte, zwei davon erzielte Nikola Tomic. Besonders erwähnenswert: Der 20-Jährige stand etwas mehr als 15 Minuten auf dem Parkett und kam auf sieben Punkte sowie drei Rebounds. Das waren allesamt persönliche BBL-Bestwerte.
Die Trainerstimmen zum Spiel
Kostas Papazoglou (Basketball Löwen Braunschweig): „Ein entscheidender Grund für unsere heutige Niederlage ist die Münchner Qualität in Kombination mit unseren Ausfällen und der Tatsache, dass wir dadurch wenig Möglichkeiten hatten, Spieler zu rotieren, die in Spielen gegen solche Gegner eine große Belastung haben. Im dritten Viertel waren wir auf einem guten Weg, aber Lucic hat zwei Dreier hintereinander getroffen, die gut verteidigt waren. Das gab München das Momentum. Es ist nicht so, dass wir danach nicht mehr gekämpft hätten, aber wir hatten nicht mehr genug Kraft. Offensiv haben sie uns in der zweiten Halbzeit zudem in eine schwierige Lage gebracht, aber das hat auch mit unserer Execution und mit dem Schwinden der Energie zu tun.“
Svetislav Pesic (FC Bayern München): „Wir freuen uns natürlich über den Sieg. Noch mehr freuen wir uns, wenn wir aus diesem Spiel noch etwas ziehen können als Team oder individuell, wie heute nach der Halbzeit. Nur zu gewinnen in der Bundesliga, reicht mir nicht. Denn wir wollen unser Spiel weiter voranbringen, um weiter Selbstbewusstsein zu tanken. Es war heute nicht einfach trotz des klaren Resultats, denn Braunschweig hat am Anfang eine exzellente, aggressive Defense gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir aber einige Sachen geändert, so kamen wir endgültig in unseren Rhythmus. Am Ende ist das Ergebnis aber ein bisschen zu hoch.“
Basketball Löwen: Worthy 3, N’Guessan 5, Schröder, Ščuka 18 (7 Rebounds), Tomic 7, Obiesie 7, Njie 13 (5 Rebounds, 8 Assists), Hartwich 1, Laar, Sherfield 8 , Edigin n.e..
FC Bayern München: da Silva 3, Rathan-Mayes 3, Giffey 15, Voigtmann 7 (6 Rebounds), Kratzer, Jessup 20, Lucic 11, Jovic 2 (10 Assists), Hollatz 1, Sermpezis 2, Gabriel 15 (5 Rebounds), McCormack 12 (9 Rebounds).
Quelle: PM 04.01.2026
