Löwen bleiben sieglos
Löwen kassieren 53 Punkte in zweiter Hälfte
An Neuzugang Simi Shittu lag es nicht, dass die Basketball Löwen Braunschweig ihre Niederlagenserie am Samstagabend nicht stoppen konnten. Der Big Man kam bei seinem BBL-Debüt auf 16 Punkte und elf Rebounds – er und sein Positionskollege David N’Guessan (18 Punkte) waren die einzigen Löwen mit wirklich guter Leistung. Das war zu wenig und endete nach gutem Start sowie defensiv passabler erster Halbzeit in einer deutlichen 62:86-Niederlage (31:33), bei der das Team von Kostas Papazoglou in der zweiten Hälfte nicht ausreichend gegen die physischeren Gastgeber dagegenhielt und 53 Punkte kassierte.
Wie diverse Male in den vergangenen Wochen kamen die Löwen gut ins Spiel. Defensiv machten sie den RIESEN das Leben schwer und zeigten generell einen guten Biss und Willen. Das spiegelte sich in zahlreichen Ballgewinnen und einer 12:3-Führung (5. Min.) wider. Insgesamt fünfmal klauten die Löwen im ersten Viertel den Ball und hielten den Gegner bei 42-prozentiger Trefferquote aus dem Feld. Außerdem zeigten sich der anfangs gut aufgelegte Joshie Obiesie und seine Kollegen im Vergleich zum Jena-Spiel in der Zone verbessert. 57 Prozent hatte das Papazoglou-Team nach zehn Minuten aus dem Zweierbereich getroffen und lag verdient vorne (18:12, 10. Min.).
Ihre Führung war zwar zuvor schon einmal auf drei Zähler geschrumpft, weil die Löwen mehrere Angriffe nicht erfolgreich abschließen konnten. Doch da wirkten sie noch gefestigt und entschlossen, ehe der Druck der RIESEN im zweiten Viertel größer wurde und die Löwen-Wurfquote merklich sank. Wie schon gegen Jena fielen selbst Korbleger teilweise nicht, von den Dreiern ganz zu schweigen. Von außen waren die Löwen richtig kalt und trafen bis zur Pause nur einen von acht Versuchen – im ganzen Spiel fanden 22 Prozent der Würfe von Downtown ihr Ziel. Aber auch wenn die Offensive ins Stocken geriet, so war die Verteidigung noch wach. Die Ludwigsburger kamen selten zu einfachen Würfen und haderten weiter mit der Trefferquote. Das kompensierten sie jedoch mit ihrer Stärke: Dem Offensiv-Rebound. Hier wurden sie viel aktiver und erzielten acht Punkte aus zweiten Chancen.
„Nach dem ersten Viertel haben sie uns physisch und ganz generell überpowert“, sagte Kostas Papazoglou über die Entwicklung des Spiels, in dem sich die RIESEN bis zur Halbzeit eine knappe Führung geholt hatten (31:33). Bei den Löwen waren es fast nur noch die beiden guten und kämpferischen Big Men N’Guessan und Shittu, die produzierten. Ihre Kollegen blieben größtenteils blass, insbesondere Luka Ščuka hatte einen rabenschwarzen Tag und erzielte keinen einzigen Punkt. Ganz anders war das auf Seiten des Tabellenachten, wo Yorman Polas Bartolo mit Physis und Intensität voranging: Der Routinier erzielte zum Start ins dritte Viertel sieben Punkte zum 31:42 aus Löwensicht (23. Min.) Erst nach einer Auszeit war David N’Guessan mit den ersten Löwen-Zählern nach der Pause zur Stelle und darauf folgten mehrere gute Aktionen der Papazoglou-Mannschaft. Hinten gelangen Stopps, vorne wurde gepunktet. Simi Shittu, Grant Sherfield und Benny Schröder sorgten für das 45:49 (27. Min.) – die Löwen waren wieder im Spiel. Aber nur kurzzeitig, weil die darauffolgenden zwei Angriffe erfolglos waren und Ludwigsburgs Stefan Smith zwei Dreier hintereinander versenkte (45:55).
Nachdem die Offensive zuvor ins Straucheln gekommen war, hatte mittlerweile auch die Verteidigung den Zugriff verloren. Sherfield & Co. kassierten im dritten Viertel 30 Punkte und lagen nach 30 Minuten mit 14 Punkten hinten. Nach zwei weiteren RIESEN-Dreiern war der Rückstand im letzten Abschnitt im Nu auf 18 Punkte angewachsen. Die Löwen, bei denen neben den bekannten Verletzten um Josh Hawley und Romario Holloway auch Philipp Hartwich wegen andauernder Wadenprobleme zur Pause gezwungen war, hatten dem kaum noch etwas entgegenzusetzen. Sie verloren das letzte Viertel ebenfalls deutlich mit 13:23 und rutschten durch diese Niederlage bei gleichzeitigen Erfolgen von Heidelberg und Hamburg auf den letzten Tabellenplatz ab.
Die Trainerstimmen zum Spiel
Kostas Papazoglou (Basketball Löwen Braunschweig): „Glückwunsch an Ludwigsburg zum verdienten Sieg! Nach dem ersten Viertel haben sie uns physisch und ganz generell überpowert. Dennoch denke ich, dass wir gute, offene Würfe kreiert haben und schlicht heute nicht in der Lage waren, sie zu verwandeln. Es sieht so aus, als hätten wir versucht, wie ein Team zu spielen: 15 Assists bei 62 Punkten sind ein guter Wert. Unsere Leistung war heute aber nicht gut genug. Wir haben leider viele Würfe nicht getroffen und keinen Lauf aufbauen können. Der andere entscheidende Faktor war die Erfahrung, Physis und Präsenz von Yorman Polas Bartolo. Er war heute sehr gut, speziell im dritten Viertel wichtig für sie. Ihn konnten wir nicht stoppen. Das war ein Punkt im Spiel, in dem wir das Momentum endgültig verloren haben.“
Mikko Riipinen (MHP RIESEN Ludwigsburg): „Glückwunsch an unsere Fans und jeden in diesem Klub! Das war heute ein, in meinen Augen, gutes Spiel von uns. Ich weiß, dass Braunschweig personell aktuell vor einigen Herausforderungen steht und eine schwierige Zeit erlebt. Trotzdem bin ich ziemlich stolz auf unsere Leistung! Braunschweig hat uns im ersten Viertel in eine missliche Situation gebracht – aus der wir uns aber befreit haben. Das ist etwas, worauf wir uns zuletzt fokussiert haben: Besser in den schlechten Momenten zu sein, diese zu verkürzen und nicht so kostspielig werden zu lassen. Wir hatten beispielsweise sechs Ballverluste in den ersten sieben Minuten der Partie. Bis zum Ertönen der Schlusssirene kamen nur fünf weitere dazu, was sehr gut ist! Ich bin stolz auf unsere Mentalität und wie wir weitergearbeitet haben. Ich stimme Coach Papazoglou zu: Yorman Polas Bartolo hatte einen großen Einfluss auf dieses Spiel. Aber es gab weitere wichtige Spieler, die großen Anteil am Sieg hatten. Julis Baumer arbeitet sehr viel, in vielen Dingen, die nicht so offensichtlich sind. Er ist bei einem Plus-Minus-Wert von +23 in 21 Minuten Spielzeit. Ich bin sehr stolz auf diesen jungen Spieler – aber dieser Stolz gebührt natürlich auch dem gesamten Team.“
Basketball Löwen: Worthy, N’Guessan 18 (8 Rebounds), Schröder 4, Scuka, Zylka 2, Tomic, Obiesie 6 (4 Assists), Ewelt n.e., Njie 4 (4 Assists), Sherfield 10 (3 Assists), Flanigan 2 (3 Steals), Shittu 16 (11 Rebounds).
MHP RIESEN Ludwigsburg: Sane 12 (6 Rebounds), Buchanan 15, Smith 14 (3 Assists), Skuja 7, 5 (5 Rebounds), Anigbata, Polas Bartolo 17 (7 Rebounds), Wohlfarth-Bottermann 2, Schilling 4 (5 Rebounds), Baumer 4, Dongmo Temoka 4.
Quelle: PM 24.01.2026
