Neues Klimaschutz-Netzwerk für Braunschweig
»Klimaneutralität schaffen wir nur gemeinsam«
Wie kann Braunschweig klimaneutral werden – und was bedeutet das konkret für die Menschen vor Ort? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Pressetreffens zum neuen Klimaschutz-Netzwerk, in dem Stadt, Wissenschaft und Energieversorger künftig enger zusammenarbeiten wollen.
Dabei wurde deutlich: Der Weg ist anspruchsvoll, aber realistisch – wenn alle an einem Strang ziehen.
»Klimaschutz ist schwierig, aber machbar«, sagte der Klimaschutz-Experte Prof. Dr. Olav Hohmeyer. Entscheidend sei nicht ein bestimmtes Zieljahr, sondern dass die Stadt den Weg zur Klimaneutralität konsequent gehe. Gleichzeitig machte er deutlich, dass bislang noch zu viele wichtige Akteure außen vor seien: »Neben Stadt und Energieversorger ist es oft noch zu still – genau hier setzt das Netzwerk an.«
Das Klimaschutz-Netzwerk soll diese Lücke schließen. Es bringt Akteure aus der Region zusammen, schafft Austausch und sorgt dafür, dass Wissen schneller in die Praxis kommt.
»Wenn wir unser Know-how gezielt in die Region tragen, entstehen echte Synergien«, erklärte Prof. Dr. Manfred Krafczyk von der TU Braunschweig. Die Universität verstehe sich dabei als Bindeglied zwischen Forschung und konkreter Umsetzung vor Ort.
Für Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum ist klar: Ohne enge Zusammenarbeit wird es nicht gehen. »Klimaneutralität erreichen wir nur gemeinsam – und dieses Netzwerk ist dafür ein zentraler Baustein.« Ein wichtiger nächster Schritt wird in den kommenden Monaten die kommunale Wärmeplanung sein. Sie soll zeigen, wie die Wärmewende in Braunschweig konkret umgesetzt werden kann – abgestimmt und realistisch.
Auch Volker Dr. Lang, BS|ENERGY, sieht das Netzwerk als wichtigen Schritt, um Planung und Umsetzung besser zu verzahnen. »Wir wollen den Menschen in Braunschweig helfen, für ihre Gebäude die beste Lösung zu finden – klimafreundlich, verlässlich und bezahlbar«, betonte Dr. Lang.
Einigkeit herrschte auf dem Podium auch darüber, dass Klimaschutz längst kein optionales Thema mehr ist. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen seien gesetzt – jetzt gehe es darum, die Maßnahmen vor Ort umzusetzen und die Menschen mitzunehmen.
Das Klimaschutz-Netzwerk soll dafür die Grundlage schaffen – als Plattform, die wächst und nach und nach weitere Akteure aus der Stadt einbindet. Umweltdezernentin Anna Katharina Hanusch konkretisiert: »Aktuell sprechen wir Netzwerkmitglieder weitere Akteure an – ob aus Handwerk, Wirtschaft, Planung oder Kultur. Wir freuen uns sehr über erste Zusagen und das damit verbundene Signal: Klimaschutz bleibt weiter wichtig und relevant«.
Vor der Pressekonferenz in der VW-Halle (v.l.): Prof. Dr. Olav Hohmeyer, Berater des Klimaschutz-Netzwerks, Universität Flensburg, Dr. Thorsten Kornblum, Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig, Prof. Dr. Manfred Krafczyk, Technische Universität Braunschweig, Vizepräsident für Digitalisierung und Nachhaltigkeit, Dr. Volker Lang, Vorstandsmitglied der BS|ENERGY Gruppe, Moderator Michael Fuder, ecomotio gGmbH.
(Foto: Stadt BS/Nielsen)
Über das Klimaschutz-Netzwerk Braunschweig
Mitglieder:
– Stadt Braunschweig
– BS|ENERGY
– Technische Universität Braunschweig
– Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
– Braunschweiger Veranstaltungsstätten GmbH
– BSVG · Braunschweiger Verkehrs-GmbH
Das Klimaschutz-Netzwerk Braunschweig vereint kommunale, wissenschaftliche und wirtschaftliche Akteure mit dem Ziel, gemeinsam wirksame Maßnahmen für Klimaschutz und Energiewende in der Region umzusetzen. Es wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) mit dem Titel »Netzwerkphase für ein Klimaschutz-Netzwerk in Braunschweig« (Förderkennzeichen 67K21880) innerhalb der Kommunalrichtlinie mit einer Zuwendung in Höhe von 60 % gefördert. Die Laufzeit des Vorhabens begann am 01.05.2025 und endet am 30.04.2028. Netzwerkmanager ist die KlimaNet Agentur für Klimaschutz-Netzwerke GmbH.
Quelle: PM 23.04.2026
