Sonderveranstaltungen zum Weltfrauentag
Zwei eindrucksvolle Filme zum Weltfrauentag
Das Braunschweig International Film Festival und das ASTOR Filmtheater zeigen anlässlich des Weltfrauentags im März zwei Filme von und über beeindruckende Frauen.
Anlässlich des diesjährigen Weltfrauentages am 8. März laden das Braunschweig International Film Festival (BIFF) und das ASTOR Filmtheater zu zwei Filmvorführungen ein. NAWI – DEAR FUTURE ME und THE TUNDRA WITHIN ME werden im ASTOR, im Rahmen von zwei Sonderveranstaltungen, gezeigt.
Seit 1911 findet in Deutschland der Weltfrauentag statt. Mittlerweile wird dieser Tag weltweit zu Ehren von Frauen gefeiert. Wo früher Frauen für das Wahlrecht, die Gleichberechtigung und die Emanzipation gekämpft haben, wird in vielen Ländern heute nach mehr Frauen in Führungspositionen und einer Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern verlangt. Der Grundgedanke bleibt jedoch immer derselbe: Frauen kämpfen um die gleichen Rechte, die Männern zugesprochen werden, und um ein selbstbestimmtes und freies Leben.
„Der 8. März ist für mich mehr als ein symbolisches Datum – er steht für Sichtbarkeit, Solidarität und den klaren Auftrag, Gleichberechtigung weiter voranzutreiben. Filme machen weibliche Lebensrealitäten sichtbar, hinterfragen Strukturen, eröffnen neue Perspektiven und halten uns auch mal den Spiegel vor – das Medium Film ist dabei leicht zugänglich und spielt meiner Meinung nach eine zentrale Rolle in der kulturellen Bildung“, schildert Karina Gauerhof.
„Als Künstlerische Leiterin des Braunschweig International Film Festivals sehe ich es als unsere Verantwortung, Räume für vielfältige Stimmen zu schaffen und insbesondere auch Filmemacherinnen eine starke Plattform zu bieten – vor und hinter der Kamera. Der Weltfrauentag erinnert uns daran, wie kraftvoll Kino sein kann – als Ort des Dialogs und des Wandels und manchmal auch der Rebellion“, so Gauerhof.
Der Kampf um Selbstbestimmung
Nawi ist die Hauptfigur im Film NAWI – DEAR FUTURE ME und hat einen genauen Plan für ihre Zukunft, doch dieser wird zerstört, als ihr Vater plant, sie an einen Fremden zu verheiraten, um im Gegenzug ein Brautgeld zu erhalten. Doch Nawi kämpft um ihre Zukunft und flieht in der Nacht ihrer Hochzeit. Ihr Verantwortungsbewusstsein wird jedoch auf die Probe gestellt, als sie erfährt, dass ihre neugeborene Schwester an ihrer Stelle in die Ehe eintreten soll. Der Film, der auf wahren Ereignissen beruht, zeigt einen Kampf um Selbstverwirklichung und eine bessere Zukunft für das Leben vieler Mädchen in der Gemeinschaft. Der Film wurde als offizieller kenianischer Oscar-Beitrag 2025 ausgewählt und gewann 25 internationale Auszeichnungen, darunter den Spezialpreis des Friedenspreises des Deutschen Films – Die Brücke.
„Wir haben den Weltfrauentag bewusst als Starttermin für den Kinostart von NAWI ausgesucht, weil der Film dort hinschaut, wo Gleichberechtigung für viele Mädchen noch immer in weiter Ferne liegt: beim Recht auf Selbstbestimmung, Bildung und die Chance auf eine eigene Zukunft. Für uns ist dieser Tag die stärkste Bühne, um Nawis Geschichte in die Kinos zu bringen – als Einladung hinzuschauen, zuzuhören und mit Hilfe der NAWI Initiative hinter dem Film gemeinsam Veränderung möglich zu machen“, erklärt Kevin Schmutzler, einer der Regisseur:innen.
NAWI – DEAR FUTURE ME wird am Donnerstag, den 05.03., um 19:30 Uhr im ASTOR Filmtheater in Anwesenheit von Tobias Schmutzler (Regie), Lydia Wensch (Produktion) sowie Michelle Lemuya Ikeny (Hauptdarstellerin) präsentiert, letztere reist für die Kinotour des Films extra aus Kenia an.
Tradition gegen Moderne: Ein Leben zwischen zwei Welten
„Der Weltfrauentag erinnert uns daran, wie wichtig es ist, weibliche Perspektiven sichtbar zu machen – insbesondere jene, die im Kino lange unterrepräsentiert waren. THE TUNDRA WITHIN ME von Sara Margrethe Oskal ist in diesem Zusammenhang ein ganz besonderer und wahnsinnig empowernder Film“, beschreibt Gauerhof.
Im Film THE TUNDRA WITHIN ME erzählt die norwegisch-samische Regisseurin Sara Margrethe Oskal die Geschichte einer Frau, die mit ihrer Karriere als Künstlerin in ihrer Heimat auf Unverständnis und Ablehnung stößt. Die samische Künstlerin Lena kehrt nach Jahren in Oslo gemeinsam mit ihrem Sohn in ihre Heimat im norwegischen Sápmi zurück. Dort lernt sie den Rentierzüchter Máhtte kennen und es beginnt ein Konflikt zwischen Tradition und Moderne. Für beide stellt sich am Ende die Frage: Lassen sich ihre Lebensweisen jemals vereinen?
Oskal präsentierte THE TUNDRA WITHIN ME 2024 beim Braunschweig International Film Festival im Hauptwettbewerb und wurde mit dem Frauenfilmpreis Die TILDA ausgezeichnet. Der Film überzeugte die Jury „[durch seinen] Balanceakt zwischen dem kollektiven und dem individuellen Selbst sowie durch den Mut, patriarchale Geschlechterrollen als weibliche Künstlerin zu hinterfragen. […] [Zudem] beeindruckt die authentische, bewusst nicht ethnologische Darstellung der Jahrtausende alten Sámi-Kultur, ihres Handwerks, ihrer Spiritualität, Musik und die Weite und Schönheit des Landes […]“ (Statement der Die TILDA-Jury 2024).
„Der Film erzählt von einer Frau, die zwischen Herkunft, Erwartungen und Selbstbestimmung ihren eigenen Weg sucht – leise, kraftvoll und mit großer emotionaler Wahrhaftigkeit. Der Film eröffnet nicht nur einen intimen Blick auf weibliche Identität, sondern auch auf eine indigene Lebensrealität, die im europäischen Kino selten im Mittelpunkt steht“, so Gauerhof.
Am Samstag, den 14.03., um 17 Uhr, präsentiert das BIFF THE TUNDRA WITHIN ME in Kooperation mit film.macht.kritisch. (Berlin) im ASTOR. Im Anschluss wird Regisseurin Sara Margrethe Oskal zusammen mit Canan Turan, der Gründerin von film.macht.kritisch. und damaliges TILDA-Jurymitglied, für ein Publikumsgespräch vor Ort sein.
Tickets für beide Vorstellungen gibt es unter https://braunschweig.premiumkino.de/specials/veranstaltungen.
„Gerade zum 8. März zeigt sich hier, wie politisch und zugleich persönlich Kino sein kann: indem es komplexe Frauenfiguren in den Fokus rückt, kulturelle Vielfalt sichtbar macht und Selbstermächtigung nicht als Schlagwort, sondern als gelebten Prozess erzählt. Solche Filme sind essenziell, weil sie unseren Blick erweitern – und weil sie Stimmen hörbar machen, die wir dringend brauchen“, schildert Gauerhof.
NAWI – DEAR FUTURE ME
Kenia, Deutschland 2024 | 104 Min. | Farbe | OmdU
Regie: Tobias Schmutzler, Kevin Schmutzler, Vallentine Chelluget, Apuu Mourine
FSK: 12
Weitere Informationen und Updates zum BIFF
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SAVE THE DATE
40. Braunschweig International Film Festival (BIFF) | 09. bis 15. November 2026
Quelle: PM 26.02.2026
