Petriwehr: Aktives Industriedenkmal
Baujahr 1821 und noch heute bestens in Funktion
Das Petriwehr im Herzen von Braunschweig. Es regelt den Wasserstand des westlichen Umflutgrabens der Oker. Zum „Tag des offenen Denkmals“ am 13. September ist das nach wie vor genutzte Wehr für die Öffentlichkeit zu besichtigen.
Das Schützenwehr mit in Haustein gemauerten Pfeilern und fünf Durchlässen liegt zwischen Inselwall und Maschstraße. Wie auch das Wendenwehr entstand es 1821 und geht auf die Planung von Peter Joseph Krahe (1758 – 1840) zurück, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Braunschweiger Wallanlagen umgestaltete. Bedeutend ist das Wehr sowohl unter dem Blickwinkel der Siedlungs- und Stadtbaugeschichte als auch wegen seines Wertes für die Technikgeschichte und nicht zuletzt aufgrund seiner städtebaulichen Bedeutung. Dabei zeigt die Geschichte, dass sich Fortschritt und Denkmalschutz miteinander verbinden lassen: 2021 erhielt das historische Wehr einen Fischkanupass, um insbesondere der Fauna eine Durchgängigkeit in beide Richtungen zu ermöglichen.
Das Petriwehr von der Oker aus gesehen, links der Fisch-Kanu-Pass.
(Foto: BS|ENERGY / Karsten Mentasti)
Führung mit Vortrag
Zum Gedenktag laden jetzt die Stadtentwässerung Braunschweig GmbH (SEBS) und der Wasserverband Mittlere Oker (WVMO) die Braunschweigerinnen und Braunschweiger ein, das 205 Jahre alte Wehr ganz nah zu erleben. Am 13. September ab 11:00 Uhr erklärt Claus Wilske die Funktionsweise des Petriwehrs und gibt Infos zur Historie der Braunschweiger Oker-Wehre. „Mitten in Braunschweig steht gelebte Geschichte“, meint Wilske. „Ich freue mich sehr darüber, dass nun einmal die Gelegenheit besteht, dieses Denkmal der Öffentlichkeit vorzustellen“. Der Bauingenieur kennt die Anlage so gut wie kaum ein anderer: Als damaliger Geschäftsführer des WVMO leitete er den Bau des Fischkanupasses und betreute über viele Jahre den Erhalt der Braunschweiger Wehre – auch im Namen der SEBS „Claus Wilske ist Zeitzeuge und Experte, mit seiner langen Erfahrung als Verantwortlicher ist er heute noch engagierter Botschafter für das kulturelle Erbe unserer Anlagen“, freut sich Judith Kraft, Geschäftsführerin der SEBS, über dessen Einsatz.
13. September 2026
Petriwehr (Petritor / Wehrstraße 1 – zwischen Inselwall und Maschstraße)
11:00 Uhr: öffentlicher Vortrag, Claus Wilske zum Tag des offenen Denkmals
Wasser-Fachmann Claus Wilske am Petriwehr. Der Experte hält hier zum „Tag des offenen Denkmals“ am 13. September einen kostenfreien Vortrag.
(Foto: BS|ENERGY / Karsten Mentasti)
Hintergrund
Tag des offenen Denkmals
Am zweiten Sonntag im September findet alljährlich der „Tag des offenen Denkmals statt“ – europaweit. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz organisiert den Gedenktag unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten seit 1993 und will damit auf die Bedeutung des Denkmalschutzes und die Leistungen der Denkmalpflege aufmerksam machen. In diesem Jahr lautet das Motto „NETZwerke: Denkmale & Infrastruktur“. Damit richtet sich der Blick auf die Knoten- und Angelpunkte einer vernetzten Gemeinschaft – und rückt Denkmale in den Fokus abseits der „Klassiker“ wie Schlösser und Burgen: Industriebetriebe, Zechen, Gasspeicher, Kraftwerke, Käsetrockenturm, Bäckerei, Hospital, Polizeistation, Verteidigungseinrichtung oder Warenhaus, dann Brücken, Tunnel, Straßen, Bahnhöfe, Stellwerke, Schleusen, Paternoster, Trafohäuschen usw. – auch in diesen Anlagen steckt Geschichte sicht- und erlebbar, zum Teil sind die Denkmale noch heute Teil der Infrastruktur – wie das Petriwehr.
Quelle: PM 17.08.2026
