paläon entwickelt Zukunftsperspektiven
paläon entwickelt Zukunftsperspektiven für Forschung und Erlebnis
Gemeinsamer Entwicklungsprozess soll internationale Bedeutung, Forschung und Erlebnischarakter des Standorts weiter stärken
Das paläon Forschungsmuseum in Schöningen soll in den kommenden Jahren umfassend weiterentwickelt und strategisch neu ausgerichtet werden. Vertreter*innen aus Wissenschaft, Kultur, Landesverwaltung, regionaler Entwicklung und kommunaler Ebene haben sich hierzu auf einen gemeinsamen Arbeitsprozess verständigt. Ziel ist es, die international bedeutende Fundstätte der Schöninger Speere wissenschaftlich, touristisch und besuchsorientiert weiterzuentwickeln.
Vorgesehen sind unter anderem Investitionen in die bauliche und technische Modernisierung des Hauses, eine Weiterentwicklung der Ausstellungen mit stärkerem Fokus auf die Einzigartigkeit der Schöninger Funde sowie eine intensivere Vermittlung der Klima- und Umweltgeschichte, die eng mit den archäologischen Entdeckungen verbunden ist. Gleichzeitig soll die öffentliche Wahrnehmung des Standorts durch einen gezielten Ausbau der Kommunikations- und Marketingaktivitäten weiter gestärkt werden, um neue Besuchsgruppen zu erreichen und die nationale wie internationale Sichtbarkeit auszubauen.
Dass dieser Modernisierungskurs auch ein starkes wirtschaftliches Fundament benötigt, betonen auch PD Dr. Mike Reich, Direktor des paläon Forschungsmuseums, und Gerhard Göhring, Betriebswirtschaftlicher Leiter der 3Landesmuseen Braunschweig: „Der gemeinsame Auftakt unterstreicht, dass die Weiterentwicklung des Forschungsmuseums paläon im Schulterschluss von Wissenschaft, Land und einer beeindruckenden Region gelingen kann. Aus Sicht der Betriebswirtschaftlichen Leitung der 3Landesmuseen ist es jetzt entscheidend, miteinander die identifizierten Handlungsfelder zügig in tragfähige Konzepte zu überführen und insbesondere die strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen nachhaltig zu klären. Nur so kann es gelingen, die außergewöhnliche wissenschaftliche Bedeutung des Standorts mit einem modernen, wirtschaftlich stabilen Museumsbetrieb zu verbinden sowie seine Strahlkraft und seinen Erlebniswert dauerhaft zu sichern.“ Mike Reich fügt hinzu: „Innerhalb der Weiterentwicklung des Hauses ist auch eine starke inhaltliche Erweiterung der Ausstellungen vorgesehen. Zukünftig wird in den Ausstellungen auch die Erd- und Klimageschichte der Region zusammen mit kulturgeschichtlichen Aspekten wie auch der Braunkohlenbergbau Eingang finden.“
An dem Austausch im paläon beteiligten sich unter anderem Vertreter*innen des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, der 3Landesmuseen Braunschweig als neuer Träger des Museums, des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, der Universität Tübingen, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, des Fördervereins Schöninger Speere sowie der Wirtschaftsregion Helmstedt GmbH.
Für die weitere Ausarbeitung der geplanten Maßnahmen wurde eine institutionsübergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet. In den kommenden Monaten soll sie konkrete inhaltliche Entwicklungsschritte sowie mögliche Finanzierungswege erarbeiten. Dabei werden auch Fördermöglichkeiten geprüft, unter anderem im Zusammenhang mit den Strukturstärkungsmitteln für das Helmstedter Revier.
Region arbeitet zusammen
Staatssekretär Prof. Joachim Schachtner:
„Mit diesem Termin machen wir einen wichtigen ersten Schritt: Es gilt, das paläon Forschungsmuseum weiter voranzubringen und Gästen zu zeigen, was für ein faszinierender Ort hier zu entdecken ist. Seine internationale Bedeutung sollte deutlich sichtbarer werden. Gleichzeitig sollen Bildung, Forschung und Erlebnis noch enger miteinander verbunden werden. Ich freue mich sehr über die tatkräftige Initiative aus der Region und die breite Unterstützung aller Beteiligten.“
Gerhard Radeck, Landrat des Landkreises Helmstedt fügt hinzu:
„Das paläon ist nicht nur Forschungs- sondern auch Erlebnismuseum, so wurde es geplant und im Rahmen des Strukturwandels der Region auch finanziert. Diesen Erlebnischarakter wollen wir stärken. Es sollte ein touristischer Leuchtturm für die gesamte Region sein, der entsprechend Menschen anzieht und für Schöningen und den Landkreis begeistert. Dafür müssen wir vor allem mehr Marketing betreiben und der Landkreis Helmstedt ist hier weiterhin bereit, seinen Teil beizutragen.“
Malte Schneider, Bürgermeister der Stadt Schöningen betont:
„Das paläon und die Schöninger Speere sind weit mehr als ein archäologischer Fundort – sie sind ein Stück Weltgeschichte mitten in unserer Region. Unser gemeinsamer Anspruch muss es sein, diesen besonderen Ort wissenschaftlich exzellent, touristisch attraktiv und zugleich für kommende Generationen lebendig und erlebbar weiterzuentwickeln. Schöningen ist bereit, diesen Weg partnerschaftlich und mit großer Überzeugung mitzugehen.“
Zur Konkretisierung der nächsten Schritte wurde eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingerichtet. Diese setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Institutionen zusammen und wird über den Sommer hinweg einen inhaltlichen Entwicklungs- sowie Finanzierungsfahrplan erarbeiten. Die Ergebnisse sollen anschließend dem erweiterten Teilnehmerkreis vorgestellt und in konkrete Umsetzungsschritte überführt werden.
Quelle: PM 22.05.2026
