3Landesmuseen Braunschweig: Jahresvorschau 2026
Die Highlights des kommenden Jahres
Mit ihrer Jahresvorschau 2026 laden die 3Landesmuseen Braunschweig dazu ein, ein abwechslungsreiches Museumsjahr zu entdecken. In den Museen stehen Sonder- und Sammlungspräsentationen im Mittelpunkt, die Themen aus Geschichte, Kunst, Natur und Archäologie aufgreifen und unterschiedliche Zugänge für ein breites Publikum eröffnen. Vom großen Domjubiläum und vielfältigen Kunstausstellungen bis hin zu aktuellen Fragen des Artensterbens und der Menschheitsgeschichte spannen sich die thematischen Bögen in Braunschweigischem Landesmuseum, Herzog Anton Ulrich-Museum, Staatlichem Naturhistorischem Museum und dem paläon Forschungsmuseum in Schöningen.
Neben zahlreichen Sonderausstellungen erwarten das Publikum auch 2026 wieder besondere Aktionstage und Veranstaltungsformate, darunter der Internationale Museumstag, die Braunschweiger Museumsnacht, der Europäische Tag der Restaurierung sowie die Veranstaltungsreihe „Landesmuseum Live!“. Darüber hinaus präsentieren die 3Landesmuseen Braunschweig ihr vielfältiges Angebot beim „Tag der Niedersachsen“, der in diesem Jahr in Braunschweig stattfindet.
Essen und Trinken. Eine Erlebnisreise durch Körper und Zeit
bis 30. August 2026
Essen und Trinken verbindet – Menschen, Zeiten, Kulturen. Mit der Sonderausstellung „Essen und Trinken. Eine Erlebnisreise durch Körper und Zeit“ lädt das Braunschweigische Landesmuseum am Standort Hinter Aegidien noch bis zum 30. August 2026 dazu ein, Ernährung mit allen Sinnen zu entdecken. Ob Jung oder Alt: Die Besucher*innen können anfassen, staunen und ausprobieren – vom Weg der Nahrung durch den Körper bis zu Geschichten rund um Essgewohnheiten und Tischgemeinschaft. Zugleich zeigt die Ausstellung kulinarische Geschichte(n) aus 800.000 Jahren mit einem besonderen Blick auf das Braunschweiger Land und stellt die Frage, was und wie wir morgen essen.
Eine Ausstellung der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim. Gefördert von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz sowie vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.
Blick in die Ausstellung „Essen und Trinken“_Eingangsbereich Körperreise (Foto: Braunschweigisches Landesmuseum, Anja Pröhle)
800 Jahre Ewigkeit. Die Braunschweiger und ihr Dom (Arbeitstitel)
13. November 2026 – 23. Mai 2027
Anlässlich der Weihe des Braunschweiger Doms St. Blasii im Jahr 1226 widmet das Braunschweigische Landesmuseum dem Bauwerk und seiner Bedeutung für die Stadtgesellschaft eine große kulturhistorische Ausstellung. 800 Jahre später fragt die Schau nicht primär nach der Baugeschichte der Domkirche, sondern nach der Rolle des Doms für die Menschen in ihrer jeweiligen Zeit.
Die Ausstellung knüpft an die langjährige enge Zusammenarbeit des Braunschweigischen Landesmuseums mit dem Braunschweiger Dom und der Ev.-luth. Landeskirche an, die nicht zuletzt aus der historischen Nachbarschaft von Dom und dem aktuell in Sanierung befindlichen Vieweghaus am Burgplatz erwachsen ist.
In den historischen Räumen des Landesmuseums Hinter Aegidien entfaltet sich auf rund 700 Quadratmetern ein vielschichtiges Panorama vom Mittelalter bis in die Gegenwart: Der Dom als Memorialort der Welfen, als herzoglicher Repräsentationsraum, als nationalsozialistisch überformte Weihestätte und schließlich als Gemeindekirche und touristisches Symbol. Originalobjekte, Inszenierungen sowie eine familienorientierte Mitmach-Ausstellung zum mittelalterlichen Bauen eröffnen vielfältige Zugänge. Erstmals zu sehen sein wird auch eine digitale 3D-Rekonstruktion des Braunschweiger Doms, die die Zeit um 1226 in den Blick nimmt. Ein kostenfreier Multimedia-Guide verbindet die Ausstellung mit ausgewählten Orten im Dom und verknüpft so Museums- und Stadtraum.
Das Ausstellungsprojekt entsteht in enger Kooperation mit dem Braunschweiger Dom, der Ev.-luth. Landeskirche und weiteren Partnern und lädt dazu ein, die Bedeutung des Doms neu zu entdecken – gestern, heute und für die Zukunft.
Bruneswic anno 1226. Eine mittelalterliche Dombaustelle zum Mitmachen
ab 13. November 2026
Die neu zusammengestellte Familienausstellung „Bruneswic anno 1226“ lädt Kinder, Familien und Schulklassen dazu ein, das Bauen am Braunschweiger Dom selbst spielerisch zu entdecken. Am neuen Standort im Landesmuseum Hinter Aegidien und parallel zur Sonderausstellung „800 Jahre Ewigkeit. Die Braunschweiger und ihr Dom“ können Besucher*innen mit einem fünf Meter hohen, funktionstüchtigen Laufkran und weiteren Mitmach-Stationen historische Bautechniken, Materialien und Arbeitsabläufe ausprobieren.
Hinweis: Die Ausstellung „Bruneswic anno 1221“ ist nur noch bis zum 28. Juni 2026 im Familienmuseum in St. Ulrici-Brüdern geöffnet. Im Anschluss zieht die Ausstellung in das Landesmuseum Hinter Aegidien um. Dort wird sie als Ausstellung „Bruneswic anno 1226“ wiedereröffnet.
Weitere Veranstaltungen
Landesmuseum Live
Start: 17.05.2026 (am Internationalen Museumstag)
Ende: 03.09.2026 – The Twang
Jüdisches Sommerfest (parallel zur Finissage der Ausstellung „Essen und Trinken“)
30.08.2026
9. Braunschweiger Antiquariatsmarkt
19.09.2026
Weibermacht. Die schöne Böse
bis 22. Februar 2026
Die Ausstellung „Weibermacht. Die schöne Böse“ im Herzog Anton Ulrich-Museum (HAUM) widmet sich Darstellungen weiblicher Macht vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Anhand von über 70 Werken aus Graphik, Malerei, Angewandter Kunst und Skulptur illustriert die Ausstellung, wie Frauen seit dem Mittelalter als Bedrohung patriarchaler Ordnungen inszeniert wurden. Den Sammlungskunstwerken des HAUM werden zeitgenössische Arbeiten von Künstler*innen wie Cindy Sherman, Nobuyoshi Araki oder Ute Behrend aus dem Kunstmuseum Wolfsburg zum Dialog an die Seite gestellt, die Geschlechterrollen und Machtverhältnisse neu hinterfragen und alternative Perspektiven eröffnen.
Erstmalig in der Geschichte des Herzog Anton Ulrich-Museums steht den Besucher*innen ein digitales Magazin (Link) zur vertieften Lektüre zur Verfügung, das sowohl vorab zu Hause auf dem Smartphone oder Tablet als auch direkt in den Ausstellungsräumen gelesen werden kann.
Hauptsponsor: Volkswagen Financial Services
Rendezvous mit dem Löwen. Spitzenstücke aus der Burg Dankwarderode zu Gast
ab 6. März 2026
Das Herzog Anton Ulrich-Museum (HAUM) lädt ab März 2026 zum „Rendezvous mit dem Löwen“: Erstmals werden die bedeutendsten Meisterwerke der mittelalterlichen Sammlung aus der Burg Dankwarderode in einer temporären, neu kuratierten Ausstellung in der Museumstraße gezeigt. Ziel der neuen Präsentation ist die niederschwellige Vermittlung eines der spannendsten Kapitel des Mittelalters: die Epoche Heinrichs des Löwen, gespiegelt in einzigartigen Zeugnissen der Kunst, darunter bedeutende Werke des „Welfenschatzes“.
Besucher*innen erleben die wertvollen Kunstwerke, darunter das berühmte Runenkästchen (8. Jh.), das Arm-Reliquiar des heiligen Blasius (um 1040), den kostbaren Kaisermantel Ottos IV. (um 1200) sowie – in neuer Inszenierung – den Braunschweiger Burglöwen (um 1166) im Erdgeschoss des Herzog Anton Ulrich-Museums. In acht Themenbereichen zeichnet die Ausstellung ein facettenreiches Bild der Epoche zwischen höfischer Repräsentation, religiöser Weltdeutung und städtischem Aufbruch. Auch Aspekte der Entwicklung Braunschweigs zur bedeutenden Handelsstadt des Spätmittelalters werden beleuchtet.
Grund für den Umzug der Mittelaltersammlung in das Herzog Anton Ulrich-Museum ist der bauliche Zustand der Burg Dankwarderode. Im Zuge des Sammlungstransfers konnten – auch mithilfe privater Spender*innen – zahlreiche Werke konservatorisch untersucht und restauriert werden, etwa die kostbare Krone des heiligen Cyriacus aus dem 15. Jahrhundert oder der farbenprächtige Wandteppich der „Königin von Saba“ (14. Jh.).
Die Ausstellung wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die Braunschweigische Sparkassenstiftung, die Braunschweigische Stiftung, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und die Öffentliche Versicherung Braunschweig gefördert.
Cabinet of Wonders. Lothar Osterburg back from Brooklyn
24. April – 30. August 2026
Das Herzog Anton Ulrich-Museum (HAUM) widmet dem international renommierten Künstler Lothar Osterburg (*1961 in Braunschweig) ab dem 24. April 2026 seine erste umfassende Überblicksausstellung in Europa. Ausgehend von historischen Kunst- und Wunderkammern sowie den Galerieräumen des HAUM entwickelt Osterburg multimediale Bildwelten zwischen Traum, Erinnerung und Fantasie, die sich an Besucher*innen aller Altersgruppen richten.
Seine Arbeiten verbinden Druckgraphik – insbesondere die seltene Heliogravüre –, Fotografie, Skulptur, Modellbau und Video. Zu sehen sind Schlüsselzyklen wie „Piranesi“, „Babel“, „Alternative New York“ und „Waterline“, ergänzt um Videoarbeiten mit für diese Ausstellung komponierter Musik von Elizabeth Brown.
Die Ausstellung verbindet monumentale Bildwelten mit intimen Kabinetten, inspiriert von historischen Interieurs. Es finden sich aber auch miniaturhafte Inszenierungen von Osterburgs eigenen Ateliers – etwa die ungeheizte Dachkammer im östlichen Ringgebiet Braunschweigs. Die bühnenartigen Szenerien verbinden die Ästhetik des „Guckkastens“ mit der akribischen Bestandsaufnahme eines Dioramas. Die berührende und humorvolle Verwandlung alltäglicher Materialien in Kunstobjekte werden nachvollziehbar und verweisen immer wieder auf Künstler*innen, Räume und Werke innerhalb des Herzog Anton Ulrich-Museums.
Osterburg lebt seit 1987 in den USA und lehrte über 25 Jahre am Bard College. Seine Werke befinden sich in internationalen Sammlungen wie dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem British Museum in London und der Library of Congress in Washington.
Creepy Crawlies. Das unheimliche Krabbeln in Kunst und Natur
2. Oktober 2026 – 21. Februar 2027
Mit der Ausstellung „Creepy Crawlies“ präsentiert das Herzog Anton Ulrich-Museum aufsehenerregende Naturstudien aus dem Kupferstichkabinett und kombiniert sie mit Präparaten aus seiner Schwester-Institution, dem Staatlichen Naturhistorischen Museum. In Dialog treten diese Exponate mit abstrakt-surrealen Aquarellen der Künstlerin Astrid Köppe (*1974). Sie reflektiert in der Ausstellung die bis heute bestehende Aktualität einer aus künstlerischen und wissenschaftlichen Methoden gebildeten Welterfahrung. In der Gesamtschau zeigen die farbigen Meisterzeichnungen aus der Zeit zwischen 1600 und 1750 die stets enge Verbindung von künstlerischer Präzision und naturwissenschaftlicher Beobachtung und Forschung.
Wildlife Photographer of the Year 2025
bis 31. Mai 2026
Die Auszeichnung „Wildlife Photographer of the Year“ setzt auf die Fotografie, um die wunderbare Vielfalt des Lebens zu feiern, um zu inspirieren, zu informieren und Fürsprecher*innen für unseren Planeten zu gewinnen. Sie setzt sich für ethische Wildtierfotografie ein und zeichnet wahrheitsgetreue Darstellungen der Natur aus, die von Respekt für Tiere und Umwelt zeugen.
Die international besetzte Jury unter der Federführung des Londoner Natural History Museum wählte auch in diesem Jahr aus über 60.000 Einsendungen die besten 100 Fotografien aus. Unsere Besucher*innen in Braunschweig erwarten grandiose Naturaufnahmen verschiedenster Tiere, Pflanzen, Pilze und Ökosysteme unseres blauen Planeten.
Wildlife Photographer of the Year is developed and produced by the Natural History Museum, London.
Osterküken 2026
24. März – 7. April 2026
Traditionell präsentiert das Staatliche Naturhistorische Museum zu Ostern für seine Besucher*innen die Osterküken. Wir laden Sie ein, auf unserem YouTube-Kanal im Livestream ab dem 5. März 2026 den Brutvorgang zu beobachten und mit etwas Glück am Ende vielleicht sogar ein Küken beim Schlupf zu erleben. Ab dem 24. März bis einschließlich 7. April können die Küken dann vor Ort im Museum besucht werden. Wie gewohnt rundet eine kleine begleitende Sonderausstellung, dieses Jahr zum Thema „Federn“, das Ausstellungserlebnis ab.
Weitere Ausstellungen im Staatlichen Naturhistorischen Museum für das Jahr 2026 sind derweil noch in Abstimmung.
TOT wie ein DODO. Arten. Sterben. Gestern. Heute.
bis 5. April 2026
Im Laufe der langen Geschichte der Erde gab es immer wieder Zeiten, in denen besonders viele Lebewesen ausgestorben sind. Während damals oft Naturkatastrophen ein Grund dafür waren, ist es in jüngster Zeit zunehmend der Mensch. So wird geschätzt, dass aktuell jeden Tag etwa 130 Tier- und Pflanzenarten aussterben. Die Sonderausstellung „TOT wie ein DODO. Arten. Sterben. Gestern. Heute.“ im paläon Forschungsmuseum in Schöningen beleuchtet die Ausrottung von Tierarten durch den Menschen – von den Anfängen bis heute. Sie beeindruckt durch lebensgroße Modelle und Originalmaterial von bereits ausgestorbenen Tieren wie Riesenmoa und Stellerscher Seekuh und von aktuell bedrohten Tierarten wie Eisbär, Tiger und Nashorn.
Planet Africa – Eine archäologische Zeitreise
3. Juni 2026 – 30. Mai 2027
Ab dem 3. Juni 2026 ist die international beachtete Ausstellung „Planet Africa – Eine archäologische Zeitreise“ im paläon Forschungsmuseum in Schöningen zu sehen. Das Ausstellungsprojekt des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) und des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin nimmt Besucher*innen mit auf eine faszinierende Reise durch über zwei Millionen Jahre Menschheitsgeschichte.
In sechs thematisch gestalteten Modulen vermittelt „Planet Africa“ aktuelle archäologische Forschungsergebnisse aus dem DFG-Schwerpunktprogramm „Entangled Africa“ und verbindet diese mit global relevanten Fragen zu Anpassung, Innovation und kulturellem Austausch. Multimediale Installationen, Grafiken, Filme sowie künstlerische Beiträge afrikanischer Street-Art-Künstler*innen eröffnen neue Perspektiven auf die Ursprünge des Menschen, technologische Entwicklungen und die Vielfalt afrikanischer Kulturen.
Als Teil eines internationalen Ausstellungsprojekts, das zeitgleich in Europa und an mehreren Standorten in Afrika präsentiert wird, fördert „Planet Africa“ den interkontinentalen Wissenschaftsdialog und macht archäologische Spitzenforschung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Mit dem paläon Forschungsmuseum trifft die Ausstellung dabei auf einen Ort, der selbst eng mit zentralen Fragen der Menschheitsgeschichte verbunden ist.
