40 Jahre Technologietransferpreis
Die Finalisten für 2026 stehen fest
Der Technologietransferpreis der Industrie- und Handelskammer Braunschweig steht für die enge Verbindung von Forschung und Wirtschaft – und zeigt, wie wichtig dieser Schulterschluss für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in der Region ist. „Der Austausch zwischen Wissenschaft und Unternehmen ist ein zentraler Treiber für nachhaltiges Gedeihen, und zwar auf beiden Seiten“, betont Tobias Hoffmann, Präsident der IHK Braunschweig.
Mit dem Preis werden Projekte ausgezeichnet, die Forschungsergebnisse erfolgreich und möglichst neuartig in die wirtschaftliche Praxis überführen. In diesem Jahr überzeugten die Bewerbungen besonders durch ihre hohe Qualität: „Unsere drei Finalisten spiegeln das hohe Innovationsniveau der Region wider und stehen beispielhaft für Praxisnähe und Ideenreichtum“, hebt Dr. Florian Löbermann, Hauptgeschäftsführer der IHK Braunschweig, hervor.
EdgeAdapt – Ultradünne Akustiktechnologie für nachhaltigen Lärmschutz
Als Spin-off der Technischen Universität Braunschweig hat CompositeEdge eine serienreife Akustiktechnologie realisiert, die Dämmung neu definiert: Das EdgeAdapt Sound Panel absorbiert über 95 Prozent des Lärms unter 1000 Hz bei unter 1 mm Dicke – herkömmliche Schäume erreichen mit 40 mm nur etwa 20 Prozent. Das kleberfreie, vollständig recycelbare Faserverbund- oder Metallmaterial ist feuerfest (>1000 °C) und 80 Prozent leichter.
Topticlock – Präzision in Anwendung
In Zusammenarbeit mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) treibt TOPTICA Photonics die Kommerzialisierung optischer Uhren voran, die künftig die heute gut etablierten und weltweit genutzten Atomuhren ablösen sollen. Durch die rund 100.000-fach höhere Frequenz optischer Übergänge ermöglichen sie deutlich präzisere Messungen. Die gemeinsam entwickelte Technologie wurde erfolgreich in das kommerzielle System TOPTICLOCK überführt, umfassend charakterisiert und ist bereits bei einem ersten Kunden im Einsatz. Neben der Anwendung als Zeitgeber soll die optische Uhr auch für Satellitennavigation, zur Synchronisation im Bereich digitaler Infrastruktur und in der Geodäsie genutzt werden.
Der COAD®-Prozess – Plasmabeschichtung zur kontrollierten Haftung
Das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST entwickelte mit dem COAD®-Prozess ein nachhaltiges Kaltplasmaverfahren, das Oberflächen vollautomatisiert reinigt und mit einer nanodünnen, hochreaktiven Schicht aktiviert, um die Haftung zwischen Materialien deutlich zu verbessern – ganz ohne Lösungsmittel. Für die Rohloff AG wurde der Prozess gezielt für die Abdichtung von Metallwellen im Fahrradnabengetriebe optimiert. Gemeinsam mit Tantec A/S entstand daraus ein industrielles Anlagensystem, das lizenziert wurde und nun unter dem Namen VacuTEC+ vermarktet wird.
Quelle: PM 03.03.2026
Von links nach rechts: Anke Bergmann (IHK Braunschweig), Kirsten Büchler (FORMHAND Automation GmbH), Marcus Brünnel (IHK Braunschweig), Dr.-Ing. Prof. h. c. Frank Härtig (PTB), Prof. Dr.-Ing. Arno Kwade (TU Braunschweig), Bärbel Heidebroek (Landwind-Gruppe), Dr. Florian Löbermann (IHK Braunschweig), Thorsten Rehmann (Patentanwalt), Prof. Ina Schiering (Ostfalia Hochschule), online abgestimmt: Dr. Sylvia Schattauer (TU Clausthal).
(Foto: Kristina Ens/IHK Braunschweig)
