Christkindlmarkt auf Schloss Oelber im Interview
»Lichterglanz und Tannenduft«
Unter diesem Motto öffnet der Christkindlmarkt auf Schloss Oelber in Baddeckenstedt jährlich an zweiten und dritten Adventswochenenden seine Tore. Er gilt als einer der schönsten und abwechslungsreichsten Weihnachtsmärkte der Region und begeistert Jahr für Jahr mit seiner ganz besonderen Atmosphäre.
Besonderer Wert wird auf eine ausgewogene Mischung aus liebevoll gestalteten Marktständen, abwechslungsreichen gastronomischen Angeboten und stimmungsvoller Unterhaltung gelegt. Die familiäre Stimmung und das historische Ambiente des Schlosses sorgen für eine außergewöhnliche vorweihnachtliche Adventsatmosphäre – ein besonderes Erlebnis für die ganze Familie.
Am Eröffnungstag des Marktes durfte wir mit Helena Freifrau von Cramm, Mitbegründerin und Gastgeberin des Christkindlmarktes, über die Geschichte, den Anspruch und die Besonderheiten dieses traditionsreichen Marktes sprechen – und warum sich ein Besuch am dritten Adventswochenende vom 12. bis 14. Dezember ganz besonders lohnt.
Frau von Cramm, was macht den Christkindlmarkt auf Schloss Oelber so besonders?
Der Christkindlmarkt ist für uns ganz bewusst ein traditioneller Markt. Natürlich gibt es viele Aussteller und natürlich ist er auch kommerziell – das gehört dazu. Aber unser Ziel ist es, ihn trotzdem romantisch zu halten und dieses alte, ursprüngliche Weihnachtsgefühl zu bewahren. Das Schloss Oelber bietet dafür eine wunderbare Kulisse. Und nicht ohne Grund heißt es bei uns Christkindlmarkt: Das Christliche soll nicht in den Hintergrund geraten. Wir wollten nie einen austauschbaren Weihnachtsmarkt, sondern einen mit Seele, Tradition und Geschichte.
Der Markt blickt auf über 30 Jahre Geschichte zurück. Wie hat alles begonnen?
Begonnen hat alles 1995 mit gerade einmal fünf Ständen. Wir wollten eigentlich nur etwas Schönes fürs Dorf machen. Ein Glühweinstand, ein kleiner Wurststand und drei weitere – mehr war es nicht. Wir dachten, wenn vielleicht 100 Menschen kommen, wäre das schon viel. Aber wir wurden direkt im ersten Jahr überrannt. Da haben wir gemerkt: Der Bedarf ist da.
Im Laufe der Jahre ist der Markt dann ganz langsam gewachsen. Die früher landwirtschaftlich genutzten Stallungen wurden nach und nach umgestaltet. So ist der Christkindlmarkt organisch entstanden – Schritt für Schritt, aber von Anfang an mit großer Begeisterung.
Worauf dürfen sich Besucherinnen und Besucher am zweiten Adventswochenende noch freuen?
Wir legen großen Wert auf Vielfalt. Es gibt jedes Jahr neue Stände, aber bewusst eher kleinere, damit viele unterschiedliche Aussteller Platz finden. Von Patchwork-Arbeiten und Honig über liebevoll selbstgemachte Produkte aus dem Kindergarten oder von sozialen Einrichtungen bis hin zu hochwertigem Kunsthandwerk ist alles dabei. Jeder Stand hat seinen eigenen Charakter – und genau das macht den Rundgang so spannend.
Gibt es auch Aussteller, die dem Markt seit vielen Jahren treu sind?
Ja, die gibt es. Unser Bäcker ist zum Beispiel seit der ersten Stunde dabei. Außerdem haben wir mehrere Aussteller, die seit rund 25 Jahren jedes Jahr nach Oelber kommen. Diese Mischung aus bekannten Gesichtern und neuen Ideen macht den besonderen Reiz des Marktes aus. Insgesamt sind es in diesem Jahr rund 110 Aussteller.
Wie erleben Sie das Feedback der Besucherinnen und Besucher?
Heute ist es überwiegend sehr positiv. Gerade die besondere Atmosphäre wird oft hervorgehoben. Am Anfang gab es vereinzelt auch Skepsis wegen des Eintritts, aber viele sehen inzwischen, wie viel Arbeit hinter dem Markt steckt – mit Mitarbeitenden, Beleuchtung, Technik und den Shuttlebus-Verbindungen. Diese Wertschätzung freut uns natürlich sehr.
Was sollten Besucherinnen und Besucher beim Rundgang auf keinen Fall verpassen?
Man sollte sich Zeit nehmen und wirklich entdecken. Der Markt lebt davon, dass man durch Ställe, Höfe und Gewölbe läuft und hinter jeder Tür etwas Neues findet. Genau dieses Entdecken unterscheidet unseren Christkindlmarkt von vielen anderen.
Frau von Cramm, Ihr persönlicher Lieblingsmoment?
Wenn der Markt läuft und alles funktioniert – Licht, Strom, die Heizung. Dann sieht man, wie die Menschen ankommen, stehen bleiben und sich wohlfühlen. Wir hatten auch schon ein Jahr, in dem plötzlich das ganze Dorf dunkel war – das ist natürlich nervenaufreibend. Aber wenn alles funktioniert und Aussteller wie Besucher glücklich sind, ist das für uns der schönste Lohn und einfach ein großartiges Gefühl.
