Fotos
Joachim Witt lässt den Rammelsberg erklingen
Mittwoch, 19. November 2025 - Goslar (div.)
Im Weltkulturerbe Rammelsberg füllte sich die Alte Schlosserei mit gespannter Erwartung, als Joachim Witt im Rahmen der Glückauf-Konzerte die Bühne betrat. Der Ort, einst geprägt von Funkenflug und harter Arbeit, bekam durch die Initiative von Maik Herrmann und Paul Kunze neues kulturelles Leben eingehaucht, sehr zur Freude von Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner und Welterbe-Chef Johannes Großewinkelmann. Schon vor Witts Auftritt sorgten Rockklänge, getragen von Geige und Cello und eingeleitet vom traditionellen Steigerlied, für eine besondere Atmosphäre, die den Geist des Bergwerks spürbar machte. Als Witt erschien, wurde deutlich, warum er seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der deutschsprachigen Musiklandschaft ist. Mit Songs aus seinen Trilogien über Bayreuth und die mythische Figur Rübezahl brachte er jene finstere, kraftvolle Aura mit, die vor allem die Gothic- und Wave-Szene seit Langem feiert. Gleichzeitig zeigte er seine Vielseitigkeit, denn neben düsteren Hymnen gehören auch klare Popmomente zu seinem Repertoire. Sein jüngstes Werk, ein Duett mit Marianne Rosenberg, steht exemplarisch für diese Bandbreite. Natürlich durfte sein Klassiker „Goldener Reiter“ nicht fehlen, der live eine zeitlose Energie entfaltet. Auch seine wechselvolle Karriere schwang in den Zwischenmomenten mit, besonders der Wendepunkt 1998, als „Die Flut“ ihn einem neuen Publikum eröffnete. Witt, Jahrgang 1949, thematisiert das Älterwerden mit einer Offenheit, die berührt. Seine Texte kreisen um große Gefühle, ohne sich dem Verstand zu entziehen. Sie erinnern daran, was Menschen trotz aller Unterschiede verbindet. In der rauen Kulisse des Bergwerks wurde spürbar, wie sehr seine Botschaft und seine Musik diesen besonderen Ort zum Klingen bringen.
Fotograf: Jürgen Pluschke/Farbtiefe
