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REISEBERICHT ISCHGL - DAS APRÉS SKI MEKKA!

Herrenüberschussparty in den Bergen

Jeder Ski- und Snowboardfahrer wird wohl schon irgendwann in seinem Leben den Wunsch verspürt haben, die Pisten des kleinen Tiroler Dorfes unsicher zu machen.
Viele Gerüchte und Vorurteile sind derzeit über Ischgl im Umlauf. So soll Ischgl das Mallorca Österreichs sein und derzeit von einer wahren Flut osteuropäischer Neureicher überflutet werden.
Doch keine Angst, wie so oft in den Medien, wird hier maßlos übertrieben. Selbstverständlich ist das Nachtleben in Ischgl intensiver als in Mayrhofen oder Bad Gastein, doch das hier die Alkoholleichen an den Straßenrändern liegen ist eine glatte Erfindung unserer Boulevardmedien.
Was allerdings unbestritten Tatsache ist – Ischgl ist wahrscheinlich auf Grund seines Mallorca-Rufes – derzeit von ca. 80 % Männern und 20 % Frauen besucht. Anscheinend möchte die Damenwelt nicht an dem exessiven Treiben in Ischgl teilnehmen und überlasst überwiegend den Männern den Platz an der Theke der zahlreichen Aprés Ski Bars.


Gogos unter Feuer...

So tummeln sich zum Beispiel im „SCHATZI“ überwiegend die Herren der Schöpfung, die ihre 5 und 10 Euro-Scheine in die Strumpfbänder der auf der Theke tanzenden Gogo´s stopfen. Einige „leicht“ alkoholisierte Gäste verschlägt es sogar selbst auf die Theke, von der sie -verwunderlicherweise -, nicht wieder herunterstürzen.
Das anscheinend auch einige Engländer anwesend sind, bemerkt man an einigen kleineren oder größeren Raufereien, die um die wenigen anwesenden Frauen entstehen. Alkohol und Männer sind in diesem Fall keine sonderlich geglückte Kombination. Da kann schon einmal wieder das Triebverhalten aus unserer grauen Vergangenheit Kontrolle über das Hirn der Anwesenden übernehmen.
Was allerdings im „SCHATZI“ recht nett gewesen ist, war die eindrucksvolle Feuershow, die jeden Brandmeister in Deutschland in den Wahnsinn getrieben hätte. So spuckten die Feuerspucker ihren entzündlichen Mundinhalt direkt und brennend gegen die hölzerne Decke. Glücklicherweise zündelte diese nur kurz nach. Bengalische Lichter auf der Theke sorgten zusätzlich für eine interessante Atmosphäre.


 

Das "SCHATZI" Nicht ganz so harmonisch, wie der Name vermuten lässt..


Muuuuhhh....

Gepflegter gefeiert wurde in der „Trofana Alm“ und in der „Post“. Dort konnten wir glücklicherweise nur fröhlich feierndes Skifahrervolk ausmachen. Die Partys dort blieben zumindest in der Zeit unserer Anwesenheit von Raufereien verschont.
Etwas deftiger aber auch überwiegend friedlich wurde im „KUHSTALL“ gefeiert. Die Lokation ist ungefähr zu vergleichen mit unserem Puparsch oder dem DAX. Hier ging es bereits Nachmittags um 16 Uhr los und nahm erst spät in der Nacht ein Ende.


 

Der "KUHSTALL" Friedlich feiern wie im DAX...


Leckeres Essen

Wer sich nach einer anstrengenden Snowboard- oder Ski-Tour stärken wollte, hatte dazu in zahlreichen Restaurants und Kneipen viele Möglichkeiten. Besonders gut gefallen hat uns das Salz & Pfeffer. Dort gab es neben vielen leckeren Spezialitäten auch eine extrem köstliche Pizza. Knuspriger Boden mit frischem Belag und Übergröße!

 

Breite Pisten

Die Pisten in Ischgl sind übrigens sehr gut und auch für Anfänger bestens geeignet. So findet man diverse blaue Pisten, die aufgrund ihrer Breite, ideal für Snowboarder geeignet sind. Aber auch für Profis bieten diverse rote und schwarze Pisten genügend Möglichkeiten ihr Können unter Beweis zu stellen.
Gleich 3 Seilbahnen führen aus Ischgl heraus in die weitreichenden Skigebiete. Wer möchte, kann direkt über drei Talabfahrten in den Ortskern herabfahren. Mit genügend Schwung landet man so zum Beispiel direkt in der „Trofana-Alm“ oder im „SCHATZI“.


 

Der Snowboarder-Himmel Breite Pisten und Pulverschnee


 

Die schweizerischen Nachbarn erreicht man übrigens ebenfalls über das weitläufige Skigebiet. Wer sich also schnell einen Schweizer Käse in den Rucksack stopfen oder ein Nummernkonto eröffnen möchte, kann das ohne Probleme tun.

Die Preise in Ischgl sind trotz ihres Rufes nicht höher als in anderen Skiorten. So kostest der Skipass für eine Woche bzw. 6 Tage 177 Euro. Der Preis für eine Pizza liegt im Schnitt zwischen 7 und 9 Euro und Fleischgerichte bei üblichen 12 – 15 Euro. Ein Bier 0,5 Liter ist für ca. 4 Euro zu haben, eine Cola zwischen 2 und 3 Euro.

Wer allerdings über genug flüssige Mittel verfügt, kann sich in Ischgl auch mit Designerwaren eindecken. Allerdings kostet es schon Überwindung für einen Pullover 449 Euro auszugeben. Die Jacke für 2.200 Euro ist auch nur etwas für Besserverdiener.
So standen wir halt nur an der Schaufensterscheibe und haben uns gefreut, dass unsere Klamotten trotz ihres geringen Preises ebenfalls warm gehalten haben.


Fazit:

Ischgl verfügt zweifelsohne über ein sehr schönes Skigebiet. Wer allerdings zum Feiern und Flirten in das verschneite Dorf kommen möchte, sollte sich über das Männer-Frauen-Verhältnis bewusst sein oder eventuell auf das männliche Geschlecht abfahren.
Für alle anderen Schneefreunde gibt es schönere Skigebiete und idyllischere Orte. So bietet zum Beispiel Gastein eine hervorragende Therme mit beheiztem Außenbecken, die bei schlechten Wetterverhältnissen zum Verweilen einlädt..
Für mich steht fest, Ischgl war eine Erfahrung wert, aber der nächste Skiurlaub führt mich wieder in ein etwas unbekannteres Skigebiet. Und sicherheitshalber nehme ich beim nächsten mal meinen Freundin einfach mit ;)

Text und Bilder:
Sascha Hummel


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