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Drei starke Viertel reichen nicht zur Überraschung

Mit 77:88 (40:39) haben die Basketball Löwen Braunschweig am Samstag, 11. November 2017, beim Favoriten und EuroCup-Teilnehmer ratiopharm ulm verloren. Dabei hatten die Braunschweiger stark auf den Ausfall mehrerer verletzter Spieler sowie des gestern am Knie operierten Headcoach Frank Menz reagiert und über drei Viertel eine sehr gute Leistung gezeigt. Sie spielten schnell, erneut sehr teamorientiert (28 Assists!), arbeiteten stark im Rebound (14 offensiv) und witterten beim Stand von 64:64 nach dem dritten Viertel sogar eine Siegchance. Doch in den letzten zehn Minuten ging den stark foulbelasteten Löwen etwas die Puste aus. Die Ulmer konnten stattdessen noch einen Gang höher schalten und trafen plötzlich fast alles aus der Distanz. Ein 11:0-Lauf der Gastgeber besiegelte die Niederlage der Löwen, die vertretungsweise von Assistant Coach Steven Clauss gecoacht wurden. Ihr bester Punktesammler war der überragende Scott Eatherton, der ein Double-Double von 21 Zählern und 16 Rebounds auflegte. Für die Ulmer trafen Per Günther und Trey Lewis am besten (17 Punkte).

Das erste Viertel verlief bis zur 4. Minute ausgeglichen (9:9), und daran hatte Scott Eatherton mit sieben Zählern wesentlichen Anteil. Doch dann konnten die Ulmer sich auf acht Zähler absetzen, gingen mit 17:9 in Führung. Aber die Löwen konterten und zwar über ihre Würfe von außen – allen voran Thomas Klepeisz: Er traf zwei Mal vom Perimeter zum 15:19 und DeAndre Lansdowne legte kurz darauf ebenfalls per Dreier zum 20:19 nach. Ins zweite Viertel ging es für die Löwen, bei denen Constantin Ebert und Tom Alte auch schon zum Einsatz kamen, mit einem knappen 22:24.

Hatten die Löwen nach den ersten zehn Minuten nur einen Ballverlust in der Statistik stehen, so waren es nach zweieinhalb Minuten im zweiten Viertel schon insgesamt vier. Die Gastgeber nutzen das zum 24:28 aus Löwensicht und Steven Clauss nahm eine Auszeit. Daraufhin drehten der starke Scott Eatherton & Co. das Spiel und führten nach einem weiteren Dreier von Thomas Klepeisz mit 33:30 (15. Minute). Und die Löwen hatten auch nach 20 Minuten knapp die Nase vorne, weil DeAndre Lansdowne den bis hierhin starken Löwenauftritt mit einem Dreier zur 40:39-Führung krönte. Ein Wermutstropfen zu diesem Zeitpunkt: Jarekious Bradley hatte bereits drei Fouls kassiert.

Nach der Pause fanden die Löwen sofort wieder ihren Rhythmus. Sie nutzten die schwächelnde Ulmer Transition Defense aus, schalteten schnell von Verteidigung auf Angriff um und lagen nach fünf gespielten Minuten mit fünf Punkten vorne (53:48, 25. Minute). Die Braunschweiger dominierten in dieser Phase auch die Bretter und erarbeiteten sich etliche Offensiv-Rebounds. Dennoch hatten die Ulmer angeführt von Per Günther in der 28. Minute das 58:58 erzielt. Und ausgeglichen (64:64) ging es auch ins letzte Viertel.

Hier geriet das Löwenspiel plötzlich etwas außer Kontrolle. Die Braunschweiger verloren binnen kurzer Zeit drei Mal das Spielgerät und die Ulmer zogen davon. Nach einem Dreier von Bazou Koné (67:69) gelang den Gastgebern ein 11:0-Lauf und den stark foulbelasteten sowie ersatzgeschwächten Löwen ging zunehmend die Luft aus. Nur 13 Punkte erzielten die Braunschweiger im letzten Viertel, während die Ulmer um Trey Lewis von der Dreierlinie heißliefen und sechs Mal vom Perimeter trafen. 15 Zähler betrug der Rückstand in der 35. Minute, den die Löwen in kämpferischer Manier noch auf elf Punkte reduzierten.

Viertel im Überblick: 22:24, 18:15, 24:25, 13:24;

Trainerstimmen zum Spiel:

Steven Clauss (Basketball Löwen Braunschweig): „Ich habe Thorsten vor dem Spiel gesagt, dass wir die Großen ein bisschen ärgern wollen und das ist uns auch ganz gut gelungen. Über drei Viertel haben wir unsere Ziele voll erreicht, im vierten Viertel dann aber die Klasse von Ulm zu spüren bekommen. Vier Minuten lang ist uns der Sprit ausgegangen, das hat uns das Spiel gekostet. Dennoch fahren wir erhobenen Hauptes nach Hause.“

Thorsten Leibenath (ratiopharm ulm): „Die Art und Weise, wie wir im vierten Viertel aufgetreten sind, war gut, doch gleichzeitig muss man auch Braunschweig Respekt für eine starke Leistung zollen. Sie haben 28 Assists gesammelt, auch das Rebounding-Duell gewonnen und uns in arge Bedrängnis gebracht. Weil wir uns noch nicht ganz gefunden haben, war uns heute die Unsicherheit anzumerken, aber es spricht für den Charakter dieser Mannschaft, dass wir uns berappelt haben und das Spiel über die Defense gewonnen haben. Mit wichtigen Stops haben wir Selbstvertrauen getankt und dann die wichtigen Würfe getroffen.“

Basketball Löwen Braunschweig: Bradley 2, Ebert, Lansdowne 11 (5 Assists), Janavicius 7 (6 Rebounds, 8 Assists), Klepeisz 13, Alte 2, Schwartz, Morse 9 (5 Rebounds), Koné 12 (4 Assists), Eatherton 21 (16 Rebounds, 4 Assists), Lagerpusch n.e..

ratiopharm ulm: Thompson 10 (6 Rebounds, 5 Assists), Günther 17, Ferner, Akpinar 6 (5 Assists), Pape, Lewis 17, Butler 9 (5 Rebounds), Benimon 6 (6 Rebounds), Harangody 14 (5 Rebounds), Fotu 9.

Quelle: PM