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07.08 | EINTRACHT BRAUNSCHWEIG VS. FRANKFURT |
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Eintracht unterliegt klar mit 0:3
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„Eintracht Braunschweig spielt als Tabellenführer der zweiten Liga in einer Woche gegen Bayern München und Eintracht Frankfurt“ – hätte das jemand vor zwei Jahren erzählt, hätten die meisten wohl an seinem Geisteszustand gezweifelt. Soweit, so schön. Dass diese Gegner nicht mal eben im Handstreich zu besiegen sind, war wohl jedem klar. Immerhin witterte die Lieberknecht-Elf gegen den heißesten Aufstiegskandidaten eine kleine Chance – die Mannschaft ist ja neu zusammengestellt und vielleicht läuft noch nicht alles zusammen. Naja. Trainer Armin Veh hatte immerhin knapp 20 Millionen Euro um in ganz Europa einkaufen zu können und dazu noch eine Basis, wie Theofanis Gekas und Co. So ist denn die Zahl der Nationalspieler bei Eintracht Frankfurt ähnlich hoch, wie beim FC Bayern, wenn auch internationaler. Trainer Lieberknecht hatte seine Elf leicht modifiziert. Vrancic saß zunächst auf der Bank, für ihn kam Petersch. Und für Stefen Bohl (muskuläre Probleme nach dem Bayern-Spiel) kam Kessel von Beginn an. Noch einmal erhielt Marcel Correia den Vorzug vor Deniz Dogan, weil dieser noch nach seinem Wadenbeinbruch noch nicht ganz fit ist. Mutig wollte sich die Truppe den „Bayern aus der 2. Liga“ stellen – machte es aber den Frankfurtern zu Beginn gleich super leicht. Was war das denn? Nach dem Anstoß durch die Frankfurter kommt der Ball auf die rechte Seite zu Benjamin Köhler. Niemand greift den Frankfurter konsequent an, der marschiert nach innen, Pass zu Rode, zurück zu Köhler, der kommt vollkommen unbedrängt zum Schuss von der Strafraumgrenze, der Ball passt genau ins rechte untere Eck – 0:1. Ja, guten Morgen, liebe Eintracht Abwehr! Nach dem erneuten Anpfiff kommt der Ball blitzschnell zu Theofanis Gekas, Petkovic kommt raus, Gekas steigt hoch, der Ball ist drin, aber der wirklich sehr gute Schiedsrichter Christian Dingert pfeift Stürmerfoul. Das haben wir auch schon anders gesehen (im Spiel gegen 1860 pfiff der Schiedsrichter nicht). Gut. Sonst wäre es bestimmt noch schwerer für die Löwen geworden. Die Veh-Elf macht weiter Druck. 6. Minute: Djapka zieht ab – drüber. Erst in der 9. Minute der erste Entlastungsangriff. Kumbela wurde nach einem weiten Pass von den Füßen geholt, Freistoss Zimmermann an den langen Pfosten, Kessel verpasst. Die Frankfurter machen Powerplay, drängen die Löwen mehr und mehr in die eigene Hälfte. Die Spieler werden nervös, hektisch. Kaum ein Pass der ankommt – Kumbela steht auf verlorenem Posten an die Mittellinie, abgeschirmt durch zwei Frankfurter, der Rest verteidigt. 12. Minute: Petkovic rennt raus, dem anstürmenden Meier entgegen, klärt per Kopfball. 14. Minute: Flanke Köhler auf Gekas – Kopfball – vorbei. Kaum ist mal ein Ball erobert, folgt der Fehlpass. Nicht s will so richtig gelingen. Dann die 17. Minute. Der unermüdliche Boland setzt sich durch, passt in den Raum zu Zimmermann, der rennt aufs Tor zu, schießt aufs kurze Eck – Oka Nikolov wehrt mit einem tollen Reflex ab, aber der Ball senkt sich noch einmal auf Tor, Schildenfeld klärt per Kopf zur Ecke. Tja, wer weiß, wenn der reingegangen wäre. So aber sind die Frankfurter noch wacher und die Löwen werden immer nervöser. Lieberknecht reagiert, nimmt Kessel raus, bringt Vrancic, Petersch geht in die Verteidigung. Frankfurt bestimmt weiter das Spiel, hat viel mehr Ballbesitz, aber die Blau-Gelben fighten, gewinnen viele Zweikämpfe. Aber das ist zu wenig. Nach vorne geht einfach zu wenig Noch einmal ein einziger Konter: Reichel spielt Kumbela im Strafraum an, der legt sich trickreich den Ball selbst vor, schießt aus der Drehung – Nikolov hält den Vorsprung für die Frankfurter fest. Zur Halbzeit geht das Ergebnis in Ordnung. Nach dem Wechsel präsentiert sich Eintracht mutiger, steht nicht mehr ganz so tief in der eigenen Hälfte. Aber so kann man vielleicht das Ergebnis halten, gegen die cleveren und dominierenden Hessen aber kaum gewinnen. Mit Marc Pfitzner kommt das Spiel aber ein wenig mehr in Fahrt. Petersch startet auf einen Steilpass hin, wird weggerempelt im Strafraum – kein Elfmeterpfiff – ein klarer wäre es ohnehin nicht gewesen. Aber – natürlich hätte es dem Spiel gut getan. Es ist einfach nicht er besten Tag für die Löwen – Zimmermanns Traumflanken sind zu kurz oder zu weit, die Freistöße zu hoch, Bolands Ecke zu kurz – wie die meisten Pässe auch von Theuerkauf oder Kruppke. Sie sind eben nur bemüht – zu mehr reicht es heute nicht. Typisch das Zusammenspiel von Petersch und Zimmermann – das Spielfeld schnell überbrückt – aber die letzte Flanke geht ins Aus (54.) – dann ist Kumbela mal auf und davon – abseits. Abwurf Petkovic auf Correia – zu kurz, ein Frankfurter stört sofort, im letzten Moment schießt Correia den Ball zum Keeper zurück, aber da lauert Köhler, Petkovic muss schnell reagieren- dabei fällt Henn unglücklich, kugelt sich den Arm aus, muss ausgewechselt werden. Washausen kommt. Dann noch einmal ein steiler Pass von Vrancic auf Kumbela, aber Nikolov im Tor der Frankfurter ist schneller am Ball. Kurz darauf wieder so eine Vrancic-Flanke, Kumbela hat das Ding, rennt aufs Tor – schießt aufs obere Eck – aber der Ball dreht sich raus – Aus. Wie es besser geht, zeigen die Frankfurter. Der eingewechselte Karim Matmour kämpft sich bis zur Torauslinie durch, legt zurück auf den Elfmeterpunkt – hinter die Braunschweiger Abwehr, Meier schießt aus vollem Lauf zum 0:2 (82) ein. Und es kam noch dicker: die Hessen machen exakt den gleichen Angriff noch einmal und es heißt 0:3. So kann man sich auch selbst besiegen. In der allerletzten Minute kämpft sich noch einmal Kumbela durch – legt wunderbar ab auf Zimmermann – der nagelt den Ball aus sechs Metern drüber. Fazit: Eintracht Braunschweig hat nun eine Standort-Bestimmung – zu gut für Liga 3, nicht gut genug für Liga 1 – denn so haben die Frankfurter gespielt. Das reicht noch nicht für den ganz großen Schub. Aber: Haben die Akteure in Blau-Gelb einen guten Tag, dann ist mindestens ein Punt drin. Das tröstet. Allerdings muss dann auch alles stimmen. Gegen die ganz „Großen“ der Liga muss auch eine ganz große Leistung des gesamten Teams her – die war einfach heute nicht drin. Nach Schulnoten waren alle stets bemüht, haben einfach zu viele Fehler gemacht, die Versetzung ist aber nicht gefährdet.
Text: Frank Kornath Fotos: Hans-Lothar Köchy
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