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SCOOTER IM INTERVIEW

Who’s Got The Last Laugh Now-Tour

1. Was war die Intention hinter dem Album- und Tour-Namen „Who’s Got The Last Laugh Now“?

H.P.: “Das war ein Titel, der uns spontan eingefallen ist, wie das so oft passiert. In diesem Fall während eines Films, wo eine ältere Dame an einem Piano saß und “Who´s Got The Last Laugh Now” sang. Ich fand den Titel phänomenal, gerade bei dem Hintergrund, dass wir häufig im Kreuzfeuer der Kritik standen. Und nach all den Jahren ist es auch eine Genugtuung, weil wir wieder auf Tournee gehen und viele große Hallen füllen”.

2. Was erwartet die Besucher auf Eurer „Who’s Got The Last Laught Now“-Tour?

H.P.: “Wir haben natürlich ordentlich aufgerüstet! Es fängt schon bei den Venues an. Wir haben im wesentlichen größere Hallen, viel mehr Leute im Team und ein größeres Publikum. Auch soundmäßig haben wir aufgestockt. Zum ersten Mal werden wir in einer massiven Form viel Licht und Laser einsetzen, aber wie gewohnt auch Pyro-Technik. Und die Show an sich, hat sich auch geändert. Zum Beispiel die Setliste, die über zwei Stunden geht. Hier haben wir viel neues Material von den aktuellen Alben “Mint The Gap” und “Who´s Got The Last Laugh Now”. Aber die Klassiker werden auch dabei sein. Insgesamt eine gute Mischung!”

3. Habt ihr wieder eine Vorband im Gepäck?

H.P.: „Ja, wir wollten eigentlich eine Band, die als Support dabei ist, was sich aber leider zerschlagen hat. Jetzt haben wir „Starsplash“ als Anheizer dabei.“

4. Auf der jetzt anstehenden Tour tretet ihr zum ersten Mal in Ostfriesland (Emden) auf. Obwohl H.P. aus der Nähe von Emden kommt, hat es Euch bisher nie auf ein Konzert in die Region geführt. Wie ist das Gefühl nach 13 Jahren endlich mal „zu Hause“ aufzutreten?

H.P.: „Mein Zuhause ist eigentlich auch Hamburg. Man muss sich davon freimachen. Im Grunde genommen, ist es wichtig, dass man eine Show abliefert, wie in jeder anderen Stadt und sich nicht verrückt machen lässt. Ansonsten freut man sich natürlich,weil man dort aufgewachsen ist. Sicherlich werden auch viele Leute im Publikum sein, die man noch aus der Schulzeit kennt und das ist was besonderes.“

5. Gibt es sonst noch besondere Orte auf der anstehenden Tour, auf die ihr Euch besonders freut?

Rick:
„Es gibt Shows wie in Berlin, Hamburg, Hannover, die für uns bis jetzt immer
Meilensteine gewesen sind. In all diesen Städten sind es immer große Hallen. Aber
allgemein wird jeder Termin was besonderes werden.“

6. Bestimmt ein Klassiker unter den Fragen: Was hat in 13 Jahren Scooter
alles verändert?

H.P.: „Alles! Musikalisch natürlich, da muss man sich nur die erste CD anhören, die hat nicht mehr viel mit dem zu tun, was wir heute machen. Ausgenommen vielleicht der Stil, der damals schon erkennbar war. Das Ganze ist jetzt wesentlich ausgereifter, und der gesammte Sound ist professioneller geworden und klingt heutzutage einfach viel fetter! Ganz am Anfang hatte das ganze Demoband-Charakter und heutzutage sind es richtig, große Produktionen. Früher wurde einfach drauf los gemacht und heute hat man viel mehr technische Möglichkeiten. Natürlich haben wir im Laufe der Jahre viele Erfahrungen gesammelt, die man jetzt gut einsetzen kann.“

Rick: „Die Struktur unserer Zuschauer hat sich geändert. Früher hatten wir nur Kids, gerade am Anfang. In den letzten Jahren hat sich das ein bisschen gewandelt. Teilweise sind Fans dabei, die über die Jahre mitgewachsen sind, aber es gibt auch welche, die älter sind als wir. Diese Entwicklung ist ganz geil.“

7. Was haben Scooter noch für Ziele?

H.P.: „Das nächste Ziel wird sein, dass wir eine neue Single an den Start kriegen wollen. Außerdem steht der Umzug unseres Studios an. Nach zehn Jahren wechseln wir jetzt endlich die Räume, was auch Zeit wurde. Dadurch erhoffen wir uns neue Impulse und eine andere Motivation. Ein weiteres Ziel wird sein, noch andere Länder zu erobern, in denen wir noch nicht gespielt haben. Aber auch Erfolge in den USA ankurbeln oder auch andere Städte in Amerika wären klasse!“

8. Wo würden Scooter gerne noch Mal auftreten, wo sie bisher noch nie
aufgetreten sind?

H.P.: „ Es gibt schon Regionen, wo wir längere Zeit gar nicht mehr waren, wie
Irland ,Schottland oder Skandinavien. Aber das Ganze wollen wir im Anschluß der Tour machen und im Sommer auch in Sachen Festivals richtig Gas geben, wo wir uns schon riesig darauf freuen.“

9. Insbesondere in den letzten drei Jahren hat sich das Bild von Scooter in den Medien stark gewandelt. Ward ihr sonst oft medial geächtet, berichten heute auch Medien von Euch, die vor fünf Jahren Scooter pauschal aus ihrem Heft verbannten. Wie erklärt Ihr euch den Stimmungsumschwung?

H.P.: „Zum einen muss man sagen, dass bei den Medien häufig echte Diletanten sitzen, die gar nicht differenzieren können und oft von der Materie keine Ahnung haben. Sie lassen sich daher oft von Stimmungen anderer Leute beeinflußen. Da muss zum Beispiel nur ein DJ sagen: „Scooter sind Komerz-Mist“ und dann stürzen sich alle drauf, ohne sich überhaupt mit der Sache zu beschäftigen. Dieses Problem hatten wir am Anfang sehr häufig. Wir haben uns jedenfalls nie davon beirren lassen und irgendwann merkt auch der Letzte, dass es doch nicht so scheiße ist und mehr dahinter steckt. Heutzutage haben wir viele Medienpartner, mit denen wir uns super verstehen und mit denen man auf einer Wellenlänge ist. Es ist nicht schlimm, wenn wir eine schlechte Kritik bekommen, falls mal ein Konzert nicht 100 prozentig gelaufen ist. Wichtig ist, dass man es ins richtige Verhältnis setzen kann. Wir sind ja auch nicht Medienscheu, wie ein Xavier Naidoo, der vor allem Angst hat, was man über ihn schreibt. Aber gerade das gehört dazu, wenn du in der Öffentlichkeit stehst. Du musst dich diesem stellen und dann kann man mit den Leuten auch vernüftig arbeiten.“

10. Was ist die Maßgabe für die nächsten 10 Scooter-Jahre? Wollt Ihr so weiter
machen wie bisher, oder sind gravierende Änderungen zu erwarten?

H.P.: „Ich weiß ja noch nicht mal, wo wir in vier Wochen stehen. Von daher ist es
unverhältnismäßig schwierig 10 Jahre vorraus zu schauen. Wer weiß, vielleicht
liegen wir dann schon unter der Erde und lauschen den Sound der Raupen und
Maden, die über uns herfallen.“

11. Ihr habt für die Bloodhound Gang einen Remix für deren letzte Single abgeliefert. Wie ist das denn zustande gekommen?

H.P.: „ Wir haben die Jungs vor ein paar Jahren beim Comet kennen gelernt und waren uns auf Anhieb sympatisch. Auch wenn die Jungs vom anderen Ufer sind, macht uns das nichts aus. Die Jungs sind cool drauf und es hat sich dann alles spontan ergeben. Sie waren wieder in Deutschland und ich war ja noch mit auf der Bühne beim Hamburger Konzert. Das ist eine schöne Bekanntschaft, weil du gerade in der Branche nicht so viel mit Künstlern und Acts zu tun hast. Und bei ihnen hat sich das so ergeben, dass wir für sie einen Remix machen und sie auch für unser Projekt „ The Hands On Scooter.“

12. H.P. ist beim Bloodhound Gang Konzert in Hamburg sogar mit auf die Bühne und hat den Track zusammen mit den Jungs performt. Darf man im Gegenszug jetzt einen der Bloodhound Gang-Jungs bei Euch auf dem Konzert erwarten?

Rick: „Wenn die in der Nähe sind, kann das schon passieren. Jimmy und seine Jungs sind in der Richtung ziemlich spontan und man darf sich überraschen lassen!“

H.P.: „Jimmy und Co. sind total wahnsinnig und crazy, und das passt!

13. Wird es noch es noch weitere Gastauftritte geben während der Tour?

H.P. : „Ja, wir haben einen Gitarristen dabei: Jeff Munters aus dem Heavy-Metall Bereich! Der ist echt geil und ist gerade bei einer Live-Show eine Bereicherung. Wir sind schon gespannt, wie der Junge die Bühne rocken wird.“

14. H.P. ,Deine Freundin ist ja bekanntlich Model. Wann darf man denn mit einer gemeinsamen Fotosession rechnen? Oder wird Simone mal in einem Scooter-Video mitspielen?

H.P.: „Bei einer Fotosession kommt es immer auf die Anfragen an. Grundsätzlich ist das eine schöne Sache, gerade auch wenn man von sich privat Bilder hat. Die Doris Hartwich-Modesession vom letzen Jahr kam auch spontan und hat mir viel Spaß gemacht. Man muss es locker handhaben und es auf sich zukommen lassen. Zu dem Video: Da läuft es ähnlich. Wenns passt, machen wirs. Ich finde es gut, wenn andere Leute mitspielen und auftauchen.“

15. Viele Künstler aus dem Dance-Bereich rühmen sich mit Welttourneen, die dann lediglich eine Aneinanderreihung von Clubgigs sind. Scooter sind meiner Meinung nach, neben Größen wie Tiësto, die Einzigen aus dem Dance-Musik-Bereich, die eine richtige Konzert-Welttournee machen könnten. Habt ihr an so etwas schon mal gedacht?

H.P. : „Das ist bei uns mit der Logistik immer schwierig, das so zu timen, dass alle Länder bei der Tour eingebunden sind. Von daher konzentriert sich so eine zusammenhängende Tour eher auf Deutschland, Östereich und die Schweiz. Wir handhaben das anders, so dass die anderen Länder im Nachhinhein stattfinden. Zum Beispiel eine Woche in Tschechien oder Skandinavien.“

16. Obwohl ihr oft Hooks aus anderen Songs sampelt und auch gerne mal Songs covered, hat es noch kein richtiges Featuring von Scooter mit anderen Künstlern gegeben. Warum nicht?

H.P. : „Das einzige Featuring war mal mit Marc Arcadipane und Dick Rules, die aber keine Sau kannte, weil sie aus dem Underground-Bereich kamen. Es wäre sicherlich interessant, mit einer bekannten Sängerin oder einem bekannten Sänger oder einem Hip-Hop-Act etwas zu machen. Aber das kann man nicht einfach am Reisbrett koordinieren. So eine Zusammenarbeit muss sich ergeben, zum Beispiel durch einen lustigen Abend, wo man zusammen was trinkt .“

Rick: „Wir stehen gerade mit einer Band in Kontakt, die für uns Sachen covern, teilweise remixen und auch komplett neu einspielen sollen. Dieses Projekt soll „The Hands On Scooter“ heißen, was momentan noch in der Vorbereitungsphase steht. Wir sind aber schon gespannt, was da für Versionen reinkommen“.

17. Was passiert bei euch direkt nach der Tour?

Rick: „Wir werden für Shows ins Ausland fahren, ins Studio gehen und dann mal schauen wie es weitergeht. Das weiß man bei uns ja nie so genau!“


 

Interview mit Andreas Franz | Exklusivinterview Groove Coverage