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INTERVIEW MIT PHANTOMS-HEADCOCH EMIR MUTAPCIC |
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„Alle Heimspiele der Rückrunde gewinnen“
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Die Hinrunde der BBL-Saison 2007/08 ist vorbei. Siebzehn hartumkämpfte Spiele für die New Yorker Phantoms, von denen neun gewonnen wurden. Zur „Halbzeit“ liegt Braunschweig damit auf dem zehnten Tabellenplatz. Von zehn Heimspielen wurden sechs gewonnen, aus sieben Auswärtspartien ging das Team von Headcoach Emir Mutapcic drei Mal als Sieger hervor. In das erste Saisondrittel starteten die Phantoms hervorragend mit sieben Siegen bei drei Niederlagen – unter anderem konnten Oldenburg (78:76), Bamberg (65:64) und Bonn (73:63) bezwungen werden. Die Fans der Niedersachsen sahen viele enge und spannende Begegnungen, meist mit dem besseren Ende für die Braunschweiger Ballkünstler. Auch im Dezember und Januar bot die Mutapcic-Truppe gute Unterhaltung, konnte die positiven Ergebnisse der Vormonate jedoch nicht halten. Nach den letzten sieben Spielen der Hinrunde bekam Mutapcic nur zwei rote Anschreibebögen überreicht. Die fünf Niederlagen – darunter gegen Vizemeister Quakenbrück (86:88) und den aktuellen Tabellenführer Berlin (72:75) – gingen mit jeweils fünf Punkten Differenz oder weniger an die Konkurrenz. Abseits des Ligawettbewerbes ist Braunschweig im Pokal gut gestartet und trifft im Achtelfinale auf Bamberg (27. Februar, 19:00 Uhr, Volkswagen Halle). Vor dem Start in die zweite Saisonhälfte ließ Trainer Emir Mutapcic das Ereichte Revue passieren und blickt voraus auf die kommenden siebzehn Ansetzungen.
Bevor die Saison im Oktober begann haben Sie eine lange Vorbereitung gehabt, in der Sie 12 Testspiele – teils gegen internationale Clubs – absolviert haben. Welchen Eindruck hatten Sie von Ihrem Team zum Abschluss dieser Phase?
Emir Mutapcic: Bis auf John Allen, der erst gegen Ende August zu uns gestoßen ist, hatten wir den Kader gleich zu Beginn der Vorbereitung komplett. Das hat ungemein dabei geholfen, uns schnell zu orientieren und aneinander zu gewöhnen. Während der Wochen vor Saisonbeginn haben wir viel Wert darauf gelegt, dass wir viele Spiele absolvieren. Dabei hatten wir eine Auswahl an qualitativ hochwertigen Teams – national wie international. Besonders die zwei Turniere in der Türkei und in Sarajevo haben uns weitergebracht. Nicht nur als Basketballmannschaft, sondern auch als Einheit. Wir haben die Vorbereitungszeit intensiv genutzt, auf und neben dem Feld. Man kann Teamfindungsprozessen durch gutes Scouting in gewissem Maße vorweg greifen, ist aber immer ein wenig vom Glück abhängig. Die entstandene Chemie hilft in allen Belangen, aber man muss sie permanent pflegen - auch während der Saison.
Nach dem 17. Spieltag steht die Mannschaft mit 18:16 Meisterschaftspunkten auf dem zehnten Tabellenplatz. Können sie mit dem „Halbzeit“-Ergebnis zufrieden sein?
Das Ergebnis ist aus meiner Sicht keinesfalls schlecht. Aber wir dürfen mit dem bisher Geleisteten nicht in dem Sinne zufrieden sein, als dass unsere Leistungen noch steigerungsfähig sind. Fast alle Spiele haben gezeigt, wie eng diese Liga ist. Jeder Gegner muss auf hohem Niveau gespielt haben. Das gilt sowohl für den taktischen, als auch den kämpferischen Bereich. Diesbezüglich ist die Niederlage gegen Göttingen als einziges Spiel zu nennen, wo wir nicht in der Lage waren, unser Leistungsvermögen abzurufen. Aber wir dürfen uns nicht an der Vergangenheit orientieren, sondern müssen nach vorne blicken auf die siebzehn schweren Spiele, die noch ausstehen.
Nach dem starken 7:3-Start lautet die Bilanz der letzten Spiele 2:5.
Ich möchte mich dabei auf die letzten drei Spiele in Köln, gegen Göttingen und Berlin beziehen. Wir haben über die Winterpause unseren Spielrhythmus verloren. Dies ist aus zweierlei Gründen nicht leicht. Einerseits haben wir in Braunschweig immer noch das Hallenproblem, wodurch wir bereits im Training keinerlei Kontinuität entwickeln können. Zudem hatten wir zwischen dem letzten Spiel im alten Jahr und der Partie in Köln gut zwei Wochen frei. Danach waren es wieder elf Tage bis zum nächsten Spiel, dann wieder zehn. Zwischen Berlin und Ulm sind es sieben, anschließend bis zum Trier-Spiel wieder elf Tage. Diese Unregelmäßigkeit kommt uns sehr ungelegen, um zu unserer Form und unserem Rhythmus zurück zu finden.
Kurz vor Saisonbeginn wurde Jason Cain für den langzeitverletzten Peter Fehse verpflichtet. Der ursprünglich bis Ende Dezember datierte Vertrag wurde bis Saisonende verlängert. An den ersten acht Spieltagen kam der Power Forward nur sporadisch zum Einsatz, hat sich seither aber zu einem wichtigen Teil der Rotation gemausert. Wie bewerten Sie seine wachsende Rolle im Team?
Jason’s Entwicklung war so nicht „geplant“, da er ursprünglich nur bis Weihnachten verpflichtet wurde. Die ersten Wochen waren für ihn nicht einfach, da er unmittelbar vor dem Saisonstart auf ein intaktes Gefüge traf. Er war noch nie zuvor in Europa, hat im Sommer keine Summerleague gespielt und musste sich in einer für ihn vollkommen ungewohnten Umgebung akklimatisieren. Dazu gehörten nicht nur das Team und der Trainer, sondern das soziale Leben in Braunschweig. Für einen 22-Jährigen ist das kein einfacher Schritt. Mit der Zeit hat er jedoch angefangen, unsere Philosophie zu verstehen und sich dementsprechend mehr einbringen können. Wir wussten vor seiner Verpflichtung, dass Jason ein sehr interessanter Spieler ist und freuen uns, ihn weiter bei uns zu haben.
Mit Domonic Jones kommt ein gestandener BBL-Akteur hinter Steven Wright primär als „Sechster Mann“ ins Spiel – eine Rolle, die ihm so ursprünglich sicher nicht zugedacht war?!
Vorweg: Domonic macht seine Aufgabe sehr sehr gut. Diese Situation ist für ihn sicherlich auch neu, aber er weiß damit umzugehen und versteht, was er damit bewirken kann. Wir reden viel darüber, und aus meiner Sicht ist es ungemein wichtig, dass er auf diese Weise Impulse für unsere Verteidigung bringen kann. Sein Spiel hat dadurch eine neue Dimension erhalten, er dirigiert und organisiert mehr. Meiner Meinung nach sind seine jetzigen Leistungen besser und effektiver als in der Vergangenheit.
Welche Punkte stehen auf Ihrer Rückrunden-Agenda ganz oben?
Wir müssen die eingeschlagene Spur beibehalten und den Basketball in Braunschweig weiter vorantreiben. Konkret habe ich einen Wunsch und eine Zielsetzung. Wir wollen gesund und von Verletzungen verschont bleiben, um weiterhin intensive Trainings leisten und attraktive Spiele bieten zu können. Mein Ziel für die Rückrunde ist es, alle Heimspiele zu gewinnen – das ist unser Anspruch! Natürlich wollen wir auch auswärts gewinnen, aber die Volkswagen Halle ist unser Revier, das es zu verteidigen gilt. Um dies zu erreichen, muss unsere Arbeitsmoral weiter hoch bleiben.
Apropos: Heimspiel. Im Pokal-Achtelfinale erwarten sie Bamberg in eigener Halle. Welchen Stellenwert hat der Pokal für Sie?
Wir hoffen auf eine volle Halle, wenn der Deutsche Meister erneut zu uns kommt. Das Saisonziel lautet nicht „Pokalsieger: New Yorker Phantoms“, aber wir wollen in dem Wettbewerb so weit wie möglich kommen. Und dies bedeutet, dass unser kurzfristiges Ziel ist, ins Viertelfinale einzuziehen. Bamberg ist ein schweres Los, aber wir haben bewiesen, dass wir vor eigenem Publikum bestehen können. Bis dahin liegt unser Fokus vorrangig auf dem Ligabetrieb.
Jörg Bähren (Pressesprecher New Yorker Phantoms)
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