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INTERVIEW MIT DJ SHOG
 

In den letzten Jahren hat sich die Dance-Musiksparte eher zum Trackbusiness als zum Artist-Markt gewandelt. Ist es für Dich etwas besonders ein Dance-Album zu veröffentlichen?

Für mich ist es auf jeden Fall etwas sehr besonderes, denn es ist mein 1. Album überhaupt! Ich weiß, daß es eigentlich nur sehr wenige Dance-Acts gibt, die überhaupt Alben veröffentlichen und damit auch Erfolg haben. Das kann man in Deutschland fast an einer Hand abzählen. Aber nach 5 Singles, die alle in den Verkaufscharts waren, dachten wir uns, daß es einfach an der Zeit ist für ein Album, vor allem, weil die Nachfrage von den Fans immer größer wurde.

Du hast als A&R bei Warner Music gearbeitet und neue Künstler unter Vertrag genommen. Was für ein Gefühl war es, den Schritt selber als Künstler zu machen?

Bei mir war es eigentlich ein langsam wachsender Prozeß, da ich damals parallel Künstler und hauptberuflich bei Warner angestellt war. Es war sicherlich von Vorteil, daß ich viel Hintergrundwissen über Marketing etc. bekommen habe. Auf der anderen Seite war es aber auch sehr stressig. Denn als Marketing Manager und A&R-Scout hatte ich wirklich einen absoluten Full-Time-Job und hab dann „nebenbei“ an den Wochenenden aufgelegt und an freien Tagen (Urlaub) produziert. Dies wurde irgendwann zuviel und ich habe mich nach sehr langer Überlegung dazu entschlossen mich selbständig zu machen, um mich noch mehr auf mein Künstlersein zu konzentrieren.

Warum hast Du Dich entschlossen, die neue Single „Jealousy“ nur als Downloadtrack und nicht als Single-CD zu veröffentlichen?

Die Idee entstand zusammen mit dem Vertrieb und der Marketingabteilung von SonyBMG. Denn in der momentan schwierigen Lage, sind eigentlich alle Maxi-CD Veröffentlichungen, die nicht mindestens Top20 sind, ein reines Minus-Geschäft. Dieses Ziel zu erreichen, ist nahezu unmöglich, weil Dance-Musik so gut wie gar keine mediale Unterstützung mehr genießt, sei es von den Video-Sendern oder Radio-Sendern (von Sunshine Live mal abgesehen). Wir wollten alle Marketing- und sonstige Tätigkeiten damit voll aufs Album lenken und hoffen, daß dies von den Konsumenten gut angenommen wird.

Du hattest fünf Singles in den Top 60 der deutschen Charts. Hat sich dadurch in Deinem Arbeits- bzw. Privatleben irgendwas verändert?

Die Charts-Platzierungen haben mich auf jeden Fall viel bekannter gemacht als DJ. Ich kann aber immer noch ohne jegliche Probleme in Ruhe einkaufen oder sonstiges in der Öffentlichkeit tun J

Was ist neben Deinen sechs Singles noch auf Deinen erstem Album „My Sound?“

Insgesamt sind 15 Tracks auf dem Album. Wir haben die maximale Spielzeit somit vollkommen ausgenutzt und wollen den Fans damit soviel wie möglich bieten. Denn neben den neuen Songs, die teils mit Gesang, teils instrumental sind, gibt es noch einen individuellen Code in der CD, mit dem man sich auf meiner Homepage www.djshog.de in eine VIP-Area einloggen kann. Hier gibt es dann kostenlose Downloads, wie z.B. die Remixes von „Jealousy“ (u.a. von Marcel Woods), einen Mega-Mix (über 1 Stunde) von allen DJ SHOG Tracks und ein exklusives Film-Interview von mir. Musikalisch ist es eine schöne Mischung aus sehr melodiösen und schönen Trance-Songs und abgehenden Club-Nummern.

Wie würdest Du Deinen Sound selber beschreiben?

Allgemein gesagt, könnte man es als uplifting Trance bezeichnen.

In Deutschland gibt es diese klaffende Wunde zwischen den so genannten „kredibilen“ und den „kommerziellen“ DJs? Wozu würdest Du Dich zählen?

Ich bin ehrlich gesagt genau in der Mitte. Deshalb werden in Zukunft auch vermehrt meine 2 musikalischen Gesichter gezeigt. Denn der DJ SHOG-Sound ist eher mainstreamig und als SHOGs 2Faces zeige ich dann meine eher progressiv-trancige Seite. Wir haben z.B. von der „Running Water“ einen 2Faces Mix gemacht, der von allen großen internationalen DJs gespielt wurde, wie z.B. Tiesto oder Paul van Dyk. Desweiteren haben wir jetzt gerade für Paul van Dyks Label Vandit einen 2Faces Mix für die neue Kuffdam&Plant gemacht.

Das Ansehen vieler DJs im Ausland hat einen höheren Stellenwert als in Deutschland. Woran liegt das Deiner Meinung nach?

Im Ausland (z.B. England) ist eine ganz andere DJ-Kultur als in Deutschland. Es gibt viel mehr Plattformen (z.B. landesweites Radio, Musicmags) für Dance-Künstler, mit denen auch mehr Hypes erzeugt werden können. Außerdem hat in Deutschland die letzten Jahre ein regelrechter Ausverkauf der Dance-Musik mit all diesen schrecklichen Cover-Versionen stattgefunden, der aus meiner Sicht den „Coolness-Faktor“ von Dance-DJs/Acts ganz weit nach unten geschraubt hat!

Du bist der Initiator der sehr erfolgreichen „Technics DJ Set“ Compilation. Ist da mit einer neuen Ausgabe in nächster Zeit zu rechnen?

Ja, die „DJ Set 14“ hab ich diesmal alleine ohne Gast-DJ gemixt. Die 1. CD als DJ SHOG und die 2. als SHOGs 2Faces. Ab dem 20.01. ist sie überall im Handel und dann kann man sich selber davon überzeugen, was ich mit den 2 Gesichtern meine.

Auch in die Dream Dance-Compilation bist Du stark involviert und gehst jetzt damit sogar auf Clubtour. Wie ist das entstanden?

Ich mache jetzt immer zu jeder Ausgabe die offizielle Hymne unter dem Projektnamen „Dream Dance Alliance“. Die ersten beiden Nummern „Bells Of Heaven“ und „Ayer’s Rock“ liefen auch schon sehr gut in den Clubs und ich hoffe, daß wir damit ein erfolgreiches Projekt etablieren können. Die Hymnen gibt es dann immer exklusiv und als erstes auf den Dream Dance Compilations.

Außer Deiner Musik ist noch wenig über den Menschen hinter DJ SHOG bekannt. Beschreib Dich mal selber?

Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch, was man eigentlich als eine positive Eigenschaft sehen kann. Aber manchmal ist es auch ein Nachteil, weil ich selten ganz zufrieden bin. Ansonsten bin ich ein sehr umgänglicher Typ, auf den man sich 100%ig verlassen kann. Meine Freunde sind für mich das Wichtigste überhaupt!

Deine letzte Single „Running Water“ ist sogar von den beiden weltgrößten DJs Tiësto und Paul van Dyk gespielt worden. Ehrt Dich das?

Absolut! Es freut mich sehr, denn es ist mein momentanes Ziel, daß ich als SHOG auch international bekannter werde, denn im Ausland ist doch einiges anders als in der aktuellen deutschen Szene. Außerdem hab ich großen Respekt vor der Arbeit dieser beiden Ausnahmekünstler.

Du hast mit 7th Sense Records gerade ein eigenes Label gegründet. Was gibt es da demnächst für Erscheinungen?

7th Sense hab ich zunächst erst mal für eigene Produktionen mit befreundeten Produzenten gegründet. Es gab bisher die beiden Dream Dance Hymnen sowie 2 Nummern mit Torsten Stenzel („Angelina“ und „Mindhunters“) und es werden noch ganz bestimmt einige dazukommen in nächster Zeit.

Was ist 2006 alles von DJ SHOG zu erwarten?

Wie ich oben schon erwähnt habe, möchte ich 2Faces noch weiter nach vorne bringen, wobei ich natürlich weiterhin DJ SHOG bin und bleiben werde.


 

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