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WO DER FUßBALL LAUFEN LERNTE…
 

Als Konrad Koch 1874 in Braunschweig zum ersten Mal in Deutschland den Ball über den Rasen rollen ließ, war der Fußballsport noch weit von dem heutigen Standard entfernt. Ein Jahr später stellte er das erste Regelwerk für den modernen Fußball auf – Spielregeln nach denen sich die Fußball-Profis auch am 11. Juni 2010 richten werden, wenn in Südafrika die Fußball-WM angepfiffen wird.

Der Braunschweiger Lehrer Konrad Koch (1846-1911) gilt als Wegbereiter des Fußballs in Deutschland. Mit seinem Kollegen August Herrmann ließ er seine Schüler des Gymnasiums Martino-Katharineum im Herbst 1874 zum ersten Mal in Deutschland Fußball spielen – und das aus klaren pädagogischen Gründen. Er orientierte sich an den Thesen des Engländers Thomas Arnold, der durch das Rugby-Spiel seine Schüler zu eigenverantwortlichem Tun erzog. Nachdem sein Kollege Herrmann einen Ball aus England besorgt hatte, wagten die beiden Lehrer auf dem „Kleinen Exerzierplatz“ jenes Experiment, das als Geburtsstunde des Fußballspiels in Deutschland gilt. Ohne jede Erklärung und Anleitung wurde der Ball unter die spielenden Schüler geworfen und das Spiel begann…

Ein Jahr später verfasste Koch das erste Regelwerk für den deutschen Fußball: das Verbot von Schlagen, Treten und Bein stellen und die Abseitsregel, die bis heute Fußballer auf der ganzen Welt ins Schwitzen bringt. Als 1890 der Deutsche Fußball- und Cricket Bund gegründet wurde, wurden die meisten Regeln Kochs deutschlandweit übernommen. Die ersten internationalen Vergleichsspiele fanden 1894 zwischen Mannschaften aus Braunschweig gegen Mannschaften aus England und Holland statt.

Mittlerweile hat sich der Fußball vom Schulsport zum Profigeschäft weiterentwickelt, neue Regeln sind dazugekommen und manche weggefallen, dennoch, die Wiege des Fußballs in Deutschland bleibt Braunschweig – und auf dem geschichtsträchtigen Sportplatz am Rebenring wird noch heute der Fußball ins Tor gejagt.
Eine Ausstellung in den Geschäftsräumen der Baugenossenschaft ›Wiederaufbau‹, Güldenstraße 25, zeigt die Entwicklung des deutschen Fußballs in Braunschweig: vom ersten Kicken der Schulmannschaft bis zum vorläufigen Höhepunkt – dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1967 von Eintracht Braunschweig. Die Ausstellung wurde vom Stadtarchiv Braunschweig in Zusammenarbeit mit dem Heimatforscher Kurt Hoffmeister erarbeitet. Weitere Informationen zu Konrad Koch sind auch im Internet unter www.braunschweig.de/konradkoch zu finden. Die Ausstellung ist im WM-Zeitraum zu den üblichen Geschäftszeiten der Baugenossenschaft ›Wiederaufbau‹ kostenlos zu besichtigen.

Profifußball können alle Fußballfans während der Fußball-WM in der ›Wiederaufbau‹-Arena auf dem Platz an der Martinikirche erleben. Auf einer 24 m⊃2; großen Videowand werden alle 64 Spiele des Turniers bei freiem Eintritt übertragen.


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