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Harzer Tourismustag 2017

Der jährliche Harzer Tourismustag hat sich als Branchentreff der Touristiker aus der gesamten Region etabliert. Der damit verbundenen Mitgliederversammlung des Harzer Tourismusverbandes geht eine Fachtagung voran, die aktuelle Themen und Entwicklungen aufgreift. In diesem Jahr wagten die Vertreter der Tourismusorte und Freizeitunternehmen einen Blick in die digitalisierte Zukunft und beschäftigten sich mit aktuellen Infrastrukturprojekten der Region.

Beim diesjährigen Harzer Tourismustag wagten über 100 Vertreter der Tourismusorte und Freizeitunternehmen einen Blick in die digitalisierte Zukunft und beschäftigten sich mit aktuellen Infrastrukturprojekten der Region. (Foto: Harzer Tourismusverband e.V.)

Im Fokus standen die touristischen Organisationen auf regionaler oder lokaler Ebene. Sie vermarkten, informieren, veranstalten und organisieren – immer mit dem Ziel den Tourismus im Harz erfolgreich zu gestalten. Vielfältige gesellschaftliche Trends beeinflussen das Reiseverhalten, die Ansprüche und Vorstellungen zukünftiger Gäste. Dass auch die Digitalisierung vor der Branche nicht Halt macht, verdeutlichte Kristine Honig, Beraterin und Netzwerkpartnerin bei Tourismuszukunft, den rund 100 Teilnehmern des Tourismustages. Was wird sich ändern durch die Digitalisierung - im Reiseverhalten, in der Informationsfindung und in der Kommunikation mit dem Gast und wie können wir uns darauf einstellen? Als Expertin für den Bereich Digitalisierung und Storytelling kennt Kristine Honig die Rahmenbedingungen der Branche gut und weiß wovon sie spricht. Vor ihrer Beratertätigkeit war sie selbst 13 Jahre im Tourismusmarketing tätig, u.a. in Nordrhein-Westfalen und in den Niederlanden.

Nicht nur digital sondern auch real ist der Harz, mit Blick auf die Infrastrukturelle Ausstattung, zukunftsfähig aufgestellt. Einblicke in ihre Konzepte und Motivationen, sich als Privatunternehmen im Harz zu engagieren, gaben Karina–Anna Dörschel von der Sonnenhotels Deutschland GmbH & Co. KG und Maik Berke von der Harzdrenalin UG. Karina-Anna Dörschel wird mit ihrer Gesellschaft ab dem kommenden Jahr das sonnenresort ETTERSHAUS in Bad Harzburg betreiben und verantwortet damit ein neues, herausragendes Beherbergungsangebot im Nordharz. Ihre ohnehin schon mutigen und innovativen Projekte, wie das Wallrunning an der Staumauer und die Megazipline, toppten die Berke-Brüder in diesem Jahr mit dem Bau der TITAN RT – eine der längsten Fußgängerhängebrücken der Welt.

Aber auch die Kommunen engagieren sich umfangreich im Tourismus. Dass in Schierke nicht nur ein Parkhaus und eine Arena entstanden sind bzw. entstehen, sondern dass es sich um ein durchdachtes Gesamtentwicklungskonzept mit vielen sich ergänzenden Bausteinen handelt, zeigte Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert.

Bereits in den letzten Jahren hat der Harz eine erfolgreiche Entwicklung genommen und gehört mittlerweile zu den attraktivsten Mittelgebirgsregionen Deutschlands. Um potenzielle Gäste darüber zu informieren und für die Region zu begeistern, realisiert der Harzer Tourismusverband jährlich zahlreiche Maßnahmen und Kampagnen im In- und Ausland. Darüber berichtete abschließend die HTV-Geschäftsführerin Carola Schmidt. Die

Tourismusentwicklung im Harz – stabil und nachhaltig
Der jährliche Tourismustag ist auch Anlass einen Blick auf die aktuellen touristischen Entwicklungen zu werfen. Das Jahr verlief bisher sehr zufriedenstellend. Der Einfluss des Reformationsjubiläums auf die Entwicklung der Übernachtungszahlen im Harz ist - mit Ausnahme einiger Standorte im Landkreis Mansfeld-Südharz - marginal.

So registriert der Gesamtharz bis einschließlich August einen Zuwachs bei den Übernachtungszahlen von 1,5 %. Dabei liegt der sachsen-anhaltische Harzteil mit 3,8 % Zuwachs über dem Bundesdurchschnitt von 2,7 %. Deutlich zu erkennen, die Auswirkungen des Sommerhochwassers. Zwar war der Harz nur in Teilgebieten betroffen und dank dem Fleiß zahlreicher Verantwortlicher waren die Beeinträchtigungen im Reiseverkehr nur von kurzer Dauer. Offensichtlich war die Wirkung der medialen Bilder aber zunächst stärker und einige Anreisen fielen aus. Die Zahlen aus der für den Harz so wichtigen Herbst- und Wandersaison liegen nicht vor, sollten aber – so die Erwartungen - den leicht positiven Aufwärtstrend noch einmal verstärken.

Dennoch ist zu resümieren, dass sich der Tourismus im Harz nachhaltig stabilisiert. Unabhängig von einmaligen Jubiläen oder kurzfristigen Phänomen verzeichnet die Destination eine solide touristische Auslastung über den gesamten Jahreszeitraum. Echte Nebensaisonzeiten mit sehr geringen Auslastungsquoten lassen sich kaum noch ausmachen.

Mit circa 10 Mio. Übernachtungen bewegt sich der Harz seit Jahren auf hohem Niveau. Hier - ohne entsprechenden Bettenzuwachs - Steigerungsraten in Größenordnungen zu generieren, wird immer schwieriger. Der Tourismusverband setzt daher auf eine nachhaltige Stabilisierung der Übernachtungszahlen, gute Auslastungsquoten und hohe Umsatzrenditen für die Tourismusunternehmen der Region.

Die Resonanzen der Gäste sprechen für die Qualität des Angebotes und lassen optimistisch in die Zukunft blicken. Die in 2016 durchgeführte permanente Gästebefragung ermittelte für den Harz eine hohe Zufriedenheit der Gäste, deren Erwartungen zu 96 % erfüllt bzw. übertroffen wurden. 95 % von ihnen würden wiederkommen. Als Attraktivitätsfaktoren punkteten neben der Natur- und Landschaftsausstattung, die Wanderinfrastruktur und die Ortsbilder, weniger überzeugen konnte der Harz mit seinen typischen Wetterlagen.

HTV - Mitgliederversammlung
In der jährlichen Mitgliederversammlung des Harzer Tourismusverbandes am Nachmittag standen wichtige Beschlüsse an, die Struktur des Verbandes auch im Sinne neuer EU-Richtlinien und Gesetzgebungen rechtskonform zu gestalten. Die im Jahresverlauf neu erarbeitete Satzung wurde beschlossen. Damit gehören dem Mitgliederkreis des HTV künftig Landkreise, Kommunen und öffentliche Einrichtungen an. Wichtige touristisch geprägte privatwirtschaftliche Unternehmen – egal welcher Größenordnung – und weitere dem Tourismus zugewandte Organisationen arbeiten auf Basis einer Kooperationspartnerschaft mit dem Verband zusammen. Diese notwendigen Strukturveränderungen sollen keine Auswirkungen auf das gute Miteinander aller kommunalen Vertreter, Touristiker und Leistungsträger im Harz haben, versichert HTV-Geschäftsführerin Carola Schmidt.

Quelle: Harzer Tourismusverband e.V.