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"EIN ROTER LÖWE AUF DER BRUST": EINE CHRONIK

Statistiken, Hintergrund und ganz viel Tradition

Es ist soweit: Am 9. Dezember stellten die Horst Bläsig und Alex Leppert ihr Opus Magnum der Braunschweiger Öffentlichkeit vor. Es begann im Jahr 2006 als in den Köpfen der beiden Sportjournalisten der Gedanke reifte, eine aktuelle, allumfassende Chronik über IHREN Fußballverein zu verfassen. Also machten sie sich ans Werk, sammelten Daten, werteten Statistiken aus, trafen Zeitzeugen und stellten alles zur aktuellsten Vereinschronik zusammen. Auf insgesamt 400 Seiten kann jeder Eintracht-Fan nun alles rund um die Entstehung und Entwicklung des Braunschweiger Traditionsvereins im Laufe der letzten 114 Jahre nachlesen.

Sämtliche Etappen in der Vereinsgeschichte wurden bedacht, Fakten vorgelegt und kritisch bewertet: Von den ersten Bolzeinheiten am Leonhardplatz über die Gründung des Vereins und des DFB, die Entstehung der Bundesliga bis hin zur Deutschen Meisterschaft 1966/67 und allem, was danach kam. Alle Erfolge, Kämpfe, aber auch Niederlagen bis einschließlich der aktuellen Saison werden beleuchtet. So stellt man sich auch den Jahren während des Dritten Reichs sowie dem Bundesliga-Skandal von 1971, blickt stolz auf die goldenen 1960er und 1970er Jahre zurück und zelebriert ordentlich den Mythos des Traditionsclubs.


Wie die Eintracht Trends setzte

Anlässlich der Buchpremiere finden sich auch vier ehemalige Spieler und heutige Legenden der Eintracht auf dem Podium ein. Neben Dietmar Erler, Bernd Franke, Bernd Gersdorff plaudert auch der Deutsche Meister Klaus Meyer aus dem Nähkästchen. Der ZDF-Sportreporter Rolf Töpperwien und Stadion-Sprecher Stefan Lindstedt runden alles noch mit ihren Anekdoten ab. So erzählen sie wie die Eintracht 1963 einen der drei Plätze – neben dem HSV und Werder Bremen – ergattern konnte, die für norddeutsche Clubs vorgesehen waren und somit Gründungsmitglied der Bundesliga wurde, in der sie insgesamt 20 Jahre spielte.

Zehn Jahre später war der Braunschweiger Fußballverein der erste in Deutschland, dessen Spieler mit ihren Trikots für einen Sponsor warben und damit eine zusätzliche Finanzspritze erhielten. Rolf Töpperwien erinnert sich, wie skandalös das damals aufgenommen wurde und wie sämtliche Fernsehbilder mühevoll von Hand retuschiert werden mussten. Er war es dann auch, der bei einem Eintracht-Spiel die Interviews am Spielfeldrand einführte, um mehr Spannung in die Berichterstattung zu bekommen. Heute gehört das zum Standardrepertoire von Sportjournalisten.


Wenn Legenden aus dem Nähkästchen plaudern

Aber auch die ehemaligen Spieler erinnern sich an ihre Anfangszeit beim Verein. So meinte die Frau des späteren siebenfachen deutschen Nationaltorhüters Bernd Franke anlässlich seiner Verpflichtung bei der Eintracht, dass wenn er bei diesem Verein in dieser Stadt unterschreiben würde, er alleine dort hingehen könne. Aber ohne Braunschweig hätte Ex-Stürmer Dietmar Erler seine Frau gar nicht erst kennen gelernt. Und Bernd Gersdorff freute sich vor seinem Debut darauf, das Bier des damaligen Torwarts zu kosten. Der hieß zu der Zeit Horst Wolter und Gersdorff schrieb ihm die hiesige Brauerei zu, von der er an der Autobahn ein Reklameschild gesehen hatte.

Nach allen Hochs und Tiefs, die es mittlerweile in der Vereinsgeschichte zu erleben gab, besteht in der aktuellen Saison wieder ein Quäntchen Hoffnung auf bessere Zeiten. Das Team befindet sich in dieser Saison zwar in der 3. Liga, aber immerhin im obersten Viertel. Mit der nun erschienenen Chronik wird deshalb der ein oder andere Eintracht-Fans in anderen Zeiten schwelgen während er auf das Ende der Winterpause wartet. Zusammenfassend bleibt mir nur das Zitat auf dem Buchrücken von „Ein roter Löwe auf der Brust“: „Ob als Deutscher Meister oder in der 3. Liga: Eintracht Braunschweig ist ein Kultverein.“

Ein Beitrag von Susann Mättig für BS-Live!


 

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