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34. Braunschweiger Unternehmergespräch

Oberbürgermeister Ulrich Markurth hat beim 34. Braunschweiger Unternehmergespräch am Dienstag, 12. September, dazu aufgerufen, die fortschreitende Digitalisierung als gemeinsame Herausforderung, vor allem aber als Chance sowohl für die Wirtschaft als auch für die Stadtgesellschaft insgesamt anzunehmen.

V.r.n.l.: Ulrich Markurth, Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig, Frank Fiedler, Vorstandsmitglied der Volkswagen Financial Services AG, und Gerold Leppa, Wirtschaftsdezernent der Stadt Braunschweig, begrüßten rund 250 Gäste beim 34. Unternehmergespräch. (Foto: Braunschweig Zukunft GmbH / Peter Sierigk)

Die Digitalisierung stelle für viele Unternehmerinnen und Unternehmer die tiefgreifendste Veränderung seit Jahrzehnten dar, sagte Markurth vor rund 250 Gästen. Zwar seien Fortschritt und Innovationen schon immer vonnöten gewesen, um sich im zunehmend globalen Wettbewerb zu behaupten. „Neu ist aber die Geschwindigkeit, mit der die Digitalisierung nahezu alle Bereiche verändert und weiter verändern wird“, so der Oberbürgermeister.

Wie es ein Unternehmen schafft, „digital zu denken“, zeigte Frank Fiedler, Vorstandsmitglied der Volkswagen Financial Services AG, die das 34. Unternehmergespräch gemeinsam mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Braunschweig Zukunft ausrichtete. Fiedler gab einen Einblick in das digitale Geschäftsmodell und zeigte, wie das Unternehmen auf dem Weg zum umfassenden Mobilitätsdienstleister die wachsenden technologischen Möglichkeiten zur Erschließung neuer Geschäftsfelder nutzt.

Markurth wies mit Blick auf den Gastgeber des Abends auch auf die Chancen hin, die sich aus der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Wirtschaft ergeben. Die Stadt hat mit der Volkswagen Financial Services AG einen Kooperationsvertrag geschlossen, der Braunschweig auf dem Weg zur „Smart City“ unter anderem auf dem Gebiet mobiler Bezahlsysteme voranbringen soll. Das erste Projekt dieser Zusammenarbeit ist das Handyparken, seit dessen Einführung jeden Monat tausende Parkscheine in Braunschweig digital gelöst werden.

„Auch wir als Stadt spüren den steigenden Innovationsdruck“, sagte Markurth. Die Themenfelder Digitalisierung und Smart City seien jedoch so komplex und vielfältig, dass eine Kommune sie keineswegs allein stemmen könne. „Wirklich ‚smart‘ sind wir, wenn wir gemeinsam mit starken Partnern aus der Wirtschaft Innovationen entwickeln, von denen am Ende alle profitieren: Die Bürgerinnen und Bürger, denen wir innovative Dienstleistungen bieten; die Unternehmen, die dadurch neue Geschäftsfelder erschließen; und somit unsere Stadt als Ganzes, die dadurch weiter an Attraktivität gewinnt.“ Als weiteres positives Beispiel nannte Markurth die Zusammenarbeit mit BS Energy, das gerade erklärt hat, den Ausbau des öffentlichen WLAN-Netzes in der Innenstadt zu übernehmen.

Aufgabe der Stadt sei es, diese Entwicklungen aktiv zu begleiten und Kooperationsprojekte zu unterstützen. Dafür habe die Stadtverwaltung jüngst drei neue Stellen geschaffen. Um die Braunschweiger Unternehmen bei der Digitalisierung zu unterstützen, will die Stadt den Breitbandausbau in den Gewerbegebieten vorantreiben. Ein externes Beratungsunternehmen soll zunächst ermitteln, welche Ausbau- und Fördermöglichkeiten in den Gewerbegebieten bestehen. Der Breitbandausbau sei eine der wichtigsten Aufgaben, um unserer Wirtschaft das Rüstzeug für die erfolgreiche Digitalisierung an die Hand zu geben, so Markurth.

„Wenn wir es schaffen, in der Wirtschaft und der Stadt insgesamt den Blick weiterhin gemeinsam nach vorne zu richten, bin ich überzeugt, dass es uns gelingt, Braunschweig auch in Zukunft als attraktiven und dynamischen Standort zu gestalten“, so der Oberbürgermeister.

Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa hob die Bedeutung des Wissens- und Technologietransfers für die Dynamik des Standorts Braunschweig hervor. „Braunschweig ist mit seiner Fülle an Forschungseinrichtungen ein wahrer Hort für Innovationen“, so Leppa. Dafür sei es aber wichtig, wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst schnell aus der Forschung in die Wirtschaft zu transportieren und sie in innovative Produkte und Dienstleistungen umzusetzen.

„Erfolgreicher Technologietransfer hält Wissen und Wertschöpfung in unserer Stadt“, so Leppa. Mit dem neuen Projekt „Regionales Innovationsscouting“ will die Wirtschaftsförderung gemeinsam mit der Technologietransferstelle der TU Braunschweig vor allem kleinen und mittleren Unternehmen dabei helfen, im Austausch mit Forschungseinrichtungen Innovationen voranzutreiben und sich so auf dem Markt zu behaupten.

Der Wirtschaftsdezernent setzt zudem auf die Förderung der Gründerszene in Braunschweig. Mittlerweile gebe es eine Vielzahl echter „Gründerorte“, an denen Tüftler und
Erfinder auf Gleichgesinnte treffen. „Am Freitag haben wir vom Land Niedersachsen die Zusage erhalten, mit rund 170.000 Euro ein neues Start-up-Zentrum in Braunschweig zu fördern“, berichtete Leppa. Das Zentrum soll im städtischen Technologiepark am Rebenring entstehen und vor allem Start-ups aus der Mobilitätsbranche fördern.

Mit weiteren Maßnahmen will die Wirtschaftsförderung jungen Unternehmen, die die Frühphase der Existenzgründung bereits erfolgreich gemeistert haben, bei der Weiterentwicklung und dem Wachstum des Unternehmens unter die Arme greifen. Von großem Wert ist für Leppa dabei die Zusammenarbeit mit erfahrenen Unternehmern aus Braunschweig und der Region, die den Start-ups als Mentoren und Sparringspartner zur Seite stehen.

Zudem starte bald im neu eröffneten Lilienthalhaus am Forschungsflughafen der „Innovationsflügel“, in dem die Wirtschaftsförderung jungen Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrt sowie der Mobilitätsbranche durch die Vermietung günstiger Büroflächen in einem innovativen Umfeld Raum zur Entwicklung geben will.

Quelle: Braunschweig Zukunft GmbH