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"FRAU ELLA" - ROMAN |
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Der dreißigjährige Sascha ist wenig begeistert, als er nach einer Augen-OP kurzfristig sein Krankenzimmer mit einer schnarchenden Oma teilen muss: Frau Ella. Als die aber gegen ihren Willen operiert werden soll, bringt Sascha sie bei Nacht und Nebel in seine Wohnung. Saschas Freunde Klaus und Ute sind von dessen neuer Mitbewohnerin begeistert: Total schräg, so eine generationsübergreifende WG! Tatsächlich wird der lethargische Sascha die lebendige, aber einsame Frau Ella so schnell nicht wieder los. Klaus und Sascha nehmen sich der alten Dame an, kleiden sie neu ein, führen sie zum Essen aus und machen Ausflüge in die Sommerfrische. Alles läuft bestens – bis Saschas Freundin Lina braungebrannt aus Spanien zurückkehrt…
Ein humorvoller und warmherziger Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft.
304 Seiten, 14,90 € (D) / 15,40 € (A) /27,50 sFr (CH) List Verlag ISBN 978-3-471-35023-2
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Über Florian Beckerhoff
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Florian Beckerhoff, geboren 1976 in Zürich, aufgewachsen in Bonn, lebt und schreibt in Berlin. Der promovierte Literaturwissenschaftler veröffentlichte bereits einige Sachbücher und literarische Anthologien. Frau Ella ist sein Romandebüt.
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Fragen an Florian Beckerhoff
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Herr Beckerhoff, Ihr Romandebüt handelt von dem generationsübergreifenden Zusammenleben in einer WG, haben Sie selbst in einer solchen WG-Konstellation gewohnt?
Nein, bis jetzt nicht. Und anders als Sascha, der Held der Geschichte, wurde ich auch noch nicht in die Kunst des Melissengeist-Trinkens eingeführt.
Wie kam Ihnen denn dann die Idee zum Buch und wovon wurden Sie beeinflusst?
Ich habe irgendwann festgestellt, wie extrem ernsthaft man sich als relativ junger Mensch über private Altersvorsorge, Laptopfarbe und Trinkwasserqualität unterhalten kann. Die Idee war dann, dass dieser Ernst sehr komisch werden könnte, wenn ein komplett Außenstehender die eine oder andere naive Frage dazu stellt. Frau Ella hat also etwas vom Südseehäuptling Tuiavii, von Alf oder auch von Robinson Crusoes Freund Freitag, nur dass sie nicht durch die Welt oder durchs All reist, sondern als fast 90jährige aus einer anderen Zeit kommt.
Denken Sie, dass es eine prägende und bereichernde Lebenserfahrung ist, mit einer verschrobenen, älteren Dame wie Frau Ella zusammenzuwohnen?
Für Sascha ganz bestimmt, und auch Frau Ella kommt ja auf ihre Kosten. In der Wirklichkeit würde ich mich aber nicht unbedingt auf die Erfahrung von zwei Romanfiguren verlassen. Denn auch jenseits der Achtzig gibt es vermutlich angenehme und weniger angenehme Mitbewohner.
Was halten Sie denn allgemein von der Idee, dass es mehr generationsübergreifende Arten des Zusammenlebens geben sollte? Ein junger Mann Mitte 20 zieht mit seiner rüstigen Großmutter zusammen – ist das ein realistisches Modell?
Wenn die beiden sich verstehen, warum nicht? Es kann ja nicht schaden, das Leben auch mal vom anderen Ende aus zu betrachten. Aber die Herausforderung ist sicher groß, für beide Seiten. Frau Ella selbst hält ja nicht soviel davon, auf Dauer bei ihrem jungen Gastgeber zu bleiben.
Sollte es mehr Austausch unter den Generationen geben? Ist das vielleicht sogar der Schlüssel zu einer besser funktionierenden Gesellschaft?
Na ja, es gibt bestimmt Gesellschaften, die schlechter funktionieren als unsere. Aber, wenn man das Gefühl hat, dass etwas falsch läuft, wäre es ja dumm, nicht miteinander zu reden. Dann findet man gemeinsam eine Lösung oder man merkt, dass alles gar nicht so schlimm ist, wie es in der Zeitung steht. Womöglich hat man gemeinsam sogar ein bisschen Spaß am Leben.
Man sagt, nichts ist schwerer als einen humorvollen Roman zu schreiben. Haben Sie besondere Tricks wie sie Ihre Leser zum Lachen bringen?
Vielleicht geht es darum, die ernsten Themen mal aus einer anderen Perspektive sehen, ohne gleich auf die Klamauk-Pauke zu hauen. Das Leben kann ja durchaus auch, oder gerade dann sehr lustig sein, wenn es keine reine Komödie ist.
Wie geht es weiter? Haben Sie schon ein neues Buchprojekt?
Natürlich wäre es spannend, Frau Ella und ihre Freunde weiterzubegleiten und zu schauen, was sie zum Beispiel davon hält, wenn Saschas künftige Kinder sich in der Vorschule zwischen Yoga-und Chinesisch-Unterricht entscheiden müssen. Aber auch sonst herrscht ja zum Glück kein Mangel an ernsten Themen, die auch ihre lustigen Seiten haben. Irgendwie geht es also sicher weiter.
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