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PREMIERENBERICHT DER OPERETTE "WIENER BLUT" |
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Ein Happy End ist eine Momentaufnahme – aber der Reigen der Liebe dreht sich unaufhörlich weiter
Die Inszenierung von Thomas Enzinger spielt in der Zeit vom 19. aufs 20. Jahrhundert. Daran angelehnt wurden Bühnenbild und die aufwendigen Kostüme (TOTO) zu einem Augenschmaus der besonderen Art. Das fiktive Riesenrad (der Liebe) dominierte die Handlung, welche z. B. durch die kitschigen Lauben in Form von flimmernden Herzen passend in Szene gesetzt wurden. Die Handlung dieser Operette ist eine turbulente Verwechselung zwischen den sechs Hauptakteuren und deren Beziehung zueinander, sowie deren individuelle Auffassung von der Liebe. Der Inhalt ist in den Bezug von heute gestellt und so begegnet man in der Inszenierung auch zahlreichen und zeitlosen Zitaten.
Die Ehe ist die Schule der Einsamkeit (Arthur Schnitzler).
Die kleinwüchsige Schauspielerin Monika Maria Ullemeyer in der Rolle als Amoral, verlieh der Inszenierung durch ihre zum Teil satirisch vorgetragenen Weisheiten sogar ansatzweise Tiefgang in dieser an sich inhaltlich flachen und klischeetreuen Operette.
Susanna Pütters in der Rolle der Gräfin Gabriele verlieh der Rolle etwas Hoheitsvolles. Ihr Sopran schien insbesondere in der Arie „Wiener Blut“ mit den Geigen zu verschmelzen. Diese Partie passte einfach und war ein Genuss und Gänsehautgarant inmitten dieser beschwingten und spritzigen Handlung.
Tobias Haaks als Graf Zedlau sang die Premiere nach Erkrankung erstmalig aus – dem regelmäßigen Opernbesucher ist sein klangvoller und unverwechselbarer Tenor bekannt.
Natürlich: Es kommt nicht bloß auf das Äußere einer Frau an. Auch die Dessous sind wichtig (Johann Nepomuk Nestroy).
Henryk Böhm als sächselnder Premierminister befand sich darstellerisch und komödiantisch auf hohem Niveau, woran sich sein sicher geführter Bariton anschloss.
Simone Lichtenstein in der Rolle der Franziska Cagliari zeigte sich in ihrer Darstellung als Geliebte des Grafen temperamentvoll und facettenreich, wobei ihr farbig-lyrischer Sopran wie gewohnt überzeugte.
Wolf Aurich, der ihren Vater mimte, erfüllte die Rolle darstellerisch gut, verfügte jedoch über eine schlecht disponierte Gesangsstimme.
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Impressionen
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Eine Frau holt gerne den Rat ihres Mannes ein. Schon deshalb, um ihn nicht zu befolgen (Arthur Schnitzler)
Moran Abouloff als Probiermamsell lieferte sowohl stimmlich als auch darstellerisch eine runde Leistung ab.
Frank Matthias als Kammerdiener Josef, ein Bariton mit tenoralen Qualitäten, überzeugte darstellerisch. Er kam nicht immer durch das Orchester, welches unter der Leitung von Sebastian Beckedorf gerne etwas gedämpfter hätte geführt werden können.
Der Chor unter der Leitung von Georg Menskes bot das gewohnt hohe Niveau, sowohl stimmlich als auch darstellerisch, oder wie Jens Neundorff von Enzberg in seiner Premierenansprache formulierte: „Herr Menskes, Sie haben einen tollen Chor!“
Was mich immer verblüfft hat, das ist die Selbstverständlichkeit, mit der manche Menschen ihr Gesicht tragen (Karl Kraus).
Auf dieser relativ kleinen Bühne eine Masse von Beteiligten, einschließlich des Tanzpaares, sinnvoll agieren zu lassen, bedarf es ein hohes Maß an Geschick und Gefühl für die Bühne, die Akteure und das Stück. Katja Buhl setzte die Choreographie auch hier professionell um.
Wem Operette bislang zu leicht und oberflächlich erschien, wird mit dieser Inszenierung eines Besseren belehrt. Ein spritziger Theaterabend voll Charme, Esprit und Freude, die man auch den Beteiligten anmerkte!
Text: Alkmini Nelsen Fotos: Jochen Quast (Staatstheater Braunschweig)
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Premierenbericht von "Das Liebesverbot" | "Unser Eintracht" kommt wieder!
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