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PREMIERENBERICHT DER OPER "EUGEN ONEGIN" |
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Die Liebe als Bühne für Projektionen
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Ein Stück über Liebe, deren facettenreiche Projektionsmöglichkeiten und der schließlich reifen Erkenntnis, im Großen Haus des Staatstheaters Braunschweig. Die verwitwete Gutsherrin Larina lebt mit ihrer Kinderfrau Filipjewna, den beiden Töchtern Tatjana, einem introvertierten sich in Romane flüchtenden Mädchen, sowie ihrer lebensbejahenden Tochter Olga, auf dem Land. Olga liebt den Dichter Lenskij, der eines Tages mit seinem Freund und Lebemann Eugen Onegin die vier Frauen besucht. Onegin, wie ein Titelheld aus einem von Tatjanas Romanen entstiegen, entfacht durch seine bloße Anwesenheit, das Feuer der Liebe des jungen Mädchens. In der Briefszene, in der Tatjana Onegin ihre Liebe gesteht, ist es der Regie (Silviu Pucarete mit Mark Daniel Hirsch) hervorragend gelungen, das Feuer der Liebe, so wie die Wünsche, Sehnsüchte und Projektionen einschließlich der Zweifel, bzw. Vorahnungen Tatjanas, szenisch umzusetzen. So brennt es tatsächlich in einem Kessel, während Tatjana ihre Gefühle formuliert. Als sie schläft, träumt sie von Onegin, der sich im Traum zu einem Bären verwandelt, der mit ihr tanzt und sie trägt - bei dem sie sich fallen lässt.
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Liebe, Verrat, Grenzverletzung und Klarheit
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Onegin, weist ihre Liebe mit deutlichen Worten und einer Mahnung, sie möge ihre Leidenschaft beherrschen, ab. Es wird deutlich, dass er Tatjana als Person nicht wahrnimmt und wertschätzt, er erhebt sich über ihre Lebensweise und beginnt selbstverliebt, Olga, ihrer Schwester und seines Freundes großer Liebe, den Hof zu machen. Lenskij, gekränkt über solch einem Verrat, fordert ihn zum Duell auf, dem er unterliegt.
Einige Jahre später und so sollte man meinen, reifer, trifft Onegin nach zahlreichen Reisen auf den Fürsten Gremin sowie dessen Gattin – Tatjana. Onegin erkennt sie zunächst nicht, wie es sein arroganter Blick von einst nicht erlaubte, doch als er merkt wer sie ist, glaubt er neben ihrer Person, noch seine Liebe zu ihr zu erkennen und beginnt diese einzufordern - über die Grenzen ihrer bestehenden und mit Wärme und Respekt erfüllten Beziehung, hinweg.
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Erkenntnis als das Tor zum Leben oder zum Tod
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Tatjana, lässt ihre Gefühle für Onegin zu, so wie Revue passieren, weiß diese aber mit der Reife und Stabilität ihrer Seele, als Feuer der ersten Liebe eines jungen unreifen Mädchens zu bewerten. Dadurch ist sie in der Lage, diese vorüber zu ziehen zu lassen, um sich dann klar zu ihrem Mann zu bekennen. Sie durchschaut die Selbstverliebtheit Onegins und konfrontiert ihn mit seiner offensiv an den Tag gelegten Oberflächlichkeit. Onegin wendet sich einem Grab zu.
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Prächtiges Bühnenbild
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Mit dem imposanten Bühnenbild Helmut Stürmers, waren die Projektionen der jeweiligen Landschaften und Gemälde auf die transparenten Wände durchaus effektiv und eindrucksvoll in Szene gesetzt. Bei den Lichteffekten hätte jedoch weniger mehr sein können, teilweise lenkte das Bühnenbild von den Künstlern ab, was hier absolut nicht Not tat.
Die Kostüme (Helmut Stürmer/Antonia Fietz), erstrahlten pompös und passten sich der Stimmung sowie dem Bühnenbild an.
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Bis in die kleinste Rolle gut besetzt!
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Liana Aleksanyan bestach nicht nur durch ihre saubere und sichere Intonation in allen Lagen ihres wohlklingenden Soprans, sondern auch in ihrer Darstellung als Tatjana. Es gelang ihr, die Emotionen Tatjanas in jeder Szene überzeugend und mitreissend darzustellen. Eine große Leistung! Julia Rutigliano in der Rolle als Larina, erfüllte die Rolle sehr souverän. Ihr klangvoller Mezzosopran war im Spiel mit der Mezzosopranistin Sarah Ferede in der Rolle der Olga, nicht nur darstellerisch, sondern auch akkustisch ein Genuss von hohem Niveau! Dem fügte sich Evelyn Krahe in der Rolle der Filipjewna mühelos ein, ihre Altstimme bleibt wie eine Rarität nachhaltig im Gedächtnis. George Stevens in der Rolle des Eugen Onegin, beherrschte seinen Part sowohl darstellerisch als auch stimmlich absolut souverän. Arthur Shen in der Rolle des Dichters Lenskij, war darstellerisch überzeugend, stimmlich erschien er insbesondere am Anfang gepresst und angestrengt, bei weitem nicht, was er für gewöhnlich zu bieten hat. Selcuk Hakan Tirasoglu als Fürst Gremin: was für ein Auftreten, was für eine Stimme! Der Bass füllte die Ränge bis in die letzten Reihen mit seiner warmen gefühlvollen Arie. Leider viel zu kurz, doch ein Erlebnis der besonderen Art! Kenneth Bannon als Triquet lieferte seine gesangliche und darstellerische Leistung wie gewohnt sicher ab. Ob die musikalische Leitung sich und ihm einen Gefallen mit der Oktavierung zum Ende seiner Arie tat, sei dahin gestellt.
Leszek Wos als Saretkij; der Bass ist Chormitglied mit Soloverpflichtung, welch' eine kluge Entscheidung! Artikulation und Stimme waren klar und sauber geführt, leider war er nur in einer kleinen Rolle zu erleben. Die großen Szenen mit Chor und Statisterie, wurden choreographisch sehr intelligent gemeistert, auch dies eine anspruchsvolle Umsetzung der Choreographin Katja Buhl, welche Erfahrung und Gefühl für Raumeinteilung voraussetzt. Der Chor des Staatstheaters unter der Leitung von Georg Menskes, lieferte auch in dieser Produktion eine reife anspruchsvolle Leistung ab. Leider wirkten die musikalischen Einsätze unter der Leitung des Generalmusikdirektors Alexander Joel zum Teil verzögert, was insbesondere bei den Chorszenen auffiel.
Ein großer Theaterabend im Staatstheater Braunschweig. Stürmischer Applaus während des Stücks und zum Ende der Vorstellung.
Text: Alkmini Nelsen Fotos: Christian Bort
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"Unser Eintracht" kommt wieder! | Premierenbericht der Oper Salvator Rosa
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