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PREMIERE VON „DER FREISCHÜTZ“ AUF DEM BURGPLATZ

Burglöwe mit Geweih und riesige Gartenzwerge

Die große Arena auf dem Burgplatz ist gut gefüllt. Der erste Blick fällt auf das Bühnenbild (Harald B. Thor) : Schützenscheiben, ein kleines Wäldchen über dem wie wachend der Burglöwe thront – hirschengleich ausgestattet mit einem Geweih, rotglühend später. Gegenüber ein kleines Gärtchen mit Gartenzwergen, symbolisch für die dörfliche, heile Welt, in der Anpassung herrscht. Gleich daneben der nächste Schauplatz: ein biederes Wohnzimmer. Die romantische Oper in drei Akten von Carl Maria von Weber kann beginnen.

Gut gegen böse, schwarz gegen weiß: „Bandit“ Samiel (Andreas Jäger), ganz in schwarz mit Cowboystiefeln und Hut wettet gegen den weißen Eremiten (Selçuk Hakan Tiraşoğlu) um das Schicksal von Jäger Max und seiner Braut Agathe. Wer wird am Ende siegen?

Max (Mark Adler) muss einen erfolgreichen Probeschuss abgeben, um die Hand von Agathe (Mária Porubčinová), Tochter des Erbfürsten Kuno (Ernst Garstenauer), zu gewinnen. So schreibt es die Tradition vor. Doch Max ist von großer Angst geplagt, gingen doch seine Schüsse zuletzt immer mehr daneben. Von seiner Unsicherheit getrieben, lässt er sich von Jagdkamerad Kaspar (Christian Veit Sist) zu schwarzer Magie verleiten. Um Mitternacht werden in der Wolfsschlucht sieben „Freikugeln“ gegossen – sechs von ihnen verfehlen ihr Ziel niemals, doch die siebte lenkt Bösewicht Samiel. Kaspar hilft Max nicht uneigennützig, um selbst Samiels Fängen zu entkommen, bietet er Max und Agathe als Opfer.

Beim Gießen der Kugeln werden die Mächte der Finsternis beschworen: Ein Licht- und Feuerspektakel, Kriegstote, die aus der Erde kriechen und handgranatenwerfend auferstehen und überdimensionierte Gartenzwerge, die durch das Geschehen laufen. Währenddessen wird Agathe zuhause von Vorahnungen und Ängsten heimgesucht. Freundin Ännchen (Moran Abouloff) – mit Klumpfuß – versucht zu beruhigen.

Der nächste Tag: Max gibt den Probeschuss ab. Agathe und Kaspar sind beide getroffen. Doch Agathe lebt, weiße Rosen, geweiht vom Eremiten, beschützen sie. Kaspar hat sein Leben an Samiel verloren. Max bekennt sich seiner Schuld und gesteht, sich des Bösen bedient zu haben. Von der dörflichen Gemeinschaft und Fürst Ottokar (Malte Roesner) verurteilt, glaubt er, Agathe verloren zu haben. Doch der Eremit greift ein als Fürsprecher für Max. Der Probeschuss wird abgeschafft, Max wird zu einem Probejahr verurteilt, um sich als Agathes Bräutigam würdig zu erweisen. Ende gut, alles gut.

Ein durch und durch sehr stimmige und spannende Inszenierung von Andreas Baesler. Mit teilweise sehr ergreifendem Sopran gibt Mária Porubčinová die Agathe. Mark Adler mit sanftem Tenor in der Rolle des Max steht ihr in nichts nach. Eine brillante Darstellung liefert auch Moran Abouloff als Ännchen. Ebenso überzeugen die anderen Darsteller stimmlich voll und ganz. Auch das Orchester unter der Leitung von Georg Menskes steht der gesanglichen Leistung der Akteure in nichts nach und hält das hohe, musikalische Niveau.

„Der Freischütz“ wird vom 17. August bis 2. September täglich aufgeführt
Restkarten sind unter 0531 – 1 23 45 67 erhältlich

Ein Beitrag von Tanja Peters für BS-Live!


 

Foto: Karl-Bernd Karwasz. Die Solisten freuen sich über den großen Erfolg, v.l.n.r. Steffen Doberauer (Kilian), Moran Abouloff (Ännchen), Maria Porubcinova (Agathe), Mark Adler (Max), Christian Veit Sist (Caspar), Malte Roesner ( Fürst Ottokar)


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