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"MADAMA BUTTERFLY" BEGEISTERT BEI DER PREMIERE |
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Die Liebe als Lebensgeschichte einer Frau und als Episode im Leben eines Mannes (Germaine Baronin von Stael - „Über den Einfluss der Leidenschaften auf das Glück ganzer Nationen und einzelner Menschen“, 1796), wurde in der diesjährigen Premiere der Oper von Giacomo Puccinis „Madama Butterfly“ am 15. August 2009, grandios vom Regisseur Andreas Baesler inszeniert. Das Bühnenbild Harald B. Thors, der einen japanischen Garten inmitten des Burgplatzes gestaltete, erwies sich als gelungene Konstante in dem Drama um westöstliche Kulturkonflikte. Die Kostüme waren teilweise überzeichnet, ohne dabei billig zu wirken und ergänzten die Gegenüberstellung zweier Welten sinnvoll, sowie imposant. Die Oper wurde in italienischer Sprache vorgetragen, doch das von Generalmusikdirektor Alexander Joel dirigierte Staatsorchester, so wie auch das Ensemble von Solisten und Chor, drückten das Schicksal Madama Butterflys musikalisch so glaubhaft aus, dass die fremde Sprache keine Barriere war. Wie gewohnt erwies sich Joel als Puccini- Kenner und gestaltete konsequent die für den Komponisten typische Dynamik. Hierbei wurde zu keinem Moment die Grenze ins Kitschige übersprungen.
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Die personifizierte Anmut Madama Butterflys...
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...stellte die in Korea geborene Sopranistin Yunah Lee dar. Herzzerreißend überzeugte sie als bis zur Selbstverleugnung liebende Cio-Cio-San, die schließlich an der Ignoranz ihres Mannes und dessen gelebter Minderwertigkeit für diese Ehe - sowie der Erkenntnis, dass sie die deutlichen Zeichen hierfür nicht wahr haben wollte - zerbricht. Umso ausdrucksvoller in allen stimmlichen Stärkegraden begeisterte sie das Braunschweiger Publikum. Beeindruckend die junge Mezzosopranistin Sarah Ferede mit einer ausgesprochen reifen und warmen Mezzostimmfülle, als treue und solidarische Suzuki. Luis Chapa gelang es zwar, den von sexueller Gier und bedrückendem Narzissmus getriebenen Franklin B. Pinkerton darzustellen, der allerdings teilweise forciert klang, was besonders an den lyrischen Stellen störte. Henryk Böhm war in der Rolle als mitfühlender Konsul Sharpless nicht nur darstellerisch, sondern auch stimmlich ein Genuss. Der für den erkrankten Tobias Haaks engagierte Gast Tom Martinsen, meisterte die Rolle als verschlagener Agent Goro souverän. Dae-Bum Lee als Onkel Bonze lehrte nicht nur der Titelheldin, sondern auch dem Publikum das Fürchten: Dank seiner kraftvollen Stimme und auch durch die Präsentation - hinter der Arena als Geistlicher wütend auftauchend.
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Aufs falsche Pferd gesetzt
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Kenneth Bannon als Fürst Yamadori hatte ein aufsehen erregendes Kostüm, in dem er mit dem Pferd Luna, auf dem thronte, nahezu verschmolz. Ein origineller Gedanke, nur war es an dieser Stelle zu viel: Das Pferd musste geführt und permanent mit Zucker gefüttert werden. Dies lenkte unnötiger weise ab und wirkte durch die geballte Ladung an musikalischer Kompetenz umso überflüssiger. Chordirektor Georg Menskes bot mit seiner Choreinstudierung die gewohnt hohe Qualität, welche der Chor sowohl gesanglich als auch darstellerisch souverän meisterte. Besonders erfreulich, doch in dieser Rolle als unwissender Rivalin Kate Pinkerton zu kurz, um das viel versprechende Ausmaß ihrer Stimme zur Geltung zu bringen, fiel Annegret Glaser, sonst Mitglied des Chores, durch ihren gut geführten Sopran auf.
Bei der anschließenden Premierenfeier drückte Generalintendant Wolfgang Gropper seine Freude und Dankbarkeit über die gelungene Premiere aus und dieses,
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„..obwohl Puccini von Ver(.)di bestreikt wird“.
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Er wies auf die hierfür überwundene Bürde hin, welche die Produktionsbedingungen erschwerte, die aber schließlich zu einem „beglückendem Theaterabend“ führte. Gropper versäumte es nicht, ein gewisses Verständnis für die Lage seiner Bühnenarbeiter auszudrücken, welches mit einem Appell nach Hannover und die Tarifpartner einher ging, nämlich, dass es an der Zeit sei, nunmehr heilend zu wirken, um diese risikobehaftete Spielzeit zu einem guten Verlauf zu führen. Das war nicht nur ein wichtiges Signal für seine Angestellten, ohne die solche beglückenden Momente gar nicht möglich wären, sondern auch eine Positionierung den Theaterbesuchern gegenüber, was den bekennenden konsequenten Kurs des Intendanten, Theater für jeden erreichbar zu machen, in seiner Glaubwürdigkeit bestärkte.
Ein Beitrag von Alkmini Nelsen
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Update: Besuch der 2. Besetzung
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Also ist Braunschweig doch Weltmeister! | „Madama Butterfly“ auf dem Burgplatz (2. Teil)
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