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BALLETTGALA IM GROßEN HAUS DES STAATSTHEATERS |
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50 Jahre Ballettschule am Theater – Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß und Erika Standke -Ohme gesetzt Tosender Applaus, Begeisterungsrufe, schließlich Standing Ovations sowie Blumen aus allen Rängen als Erika Standke-Ohme zum Ende der Vorstellung die Bühne betritt. Die einstige Primaballerina am Staatstheater Braunschweig, die mit ihren 75 Jahren uneitel ihr Alter angibt, betritt in Anmut und Bescheidenheit die Bühne des Großen Hauses, auf der zuvor rund 120 ihrer Schüler das von ihr verantwortete und einstudierte Programm zeigten. Der Jubel scheint sich auszuweiten als sie mit kleinen Gesten und sichtbarer Rührung die Anerkennung der Zuschauer und ihren Schülern für ihr Können und ihren Fleiß entgegen nimmt. Doch anstatt dies ins Unendliche auszukosten, tut sie, was ihr am nächsten ist und wendet sich den Jüngsten, die dem Treiben aufmerksam folgen, zu, und fordert sie auf, die Blumen, welche die Bühne in ein solches Meer verwandelten, aufzusammeln und zu „ihren Muttis“ heim zu nehmen.
Grundlagen des klassischen Balletts – Füße, Füße, Füße! Ungeachtet der zwei kurzen Pausen war das 2 ½ -stündige Programm kurzweilig. Sehr geschickt wurde der Spannungsbogen in der Aufstellung des Programms gewählt. Die Jüngsten hatten gleich zu Beginn in „Die Strasse“ ihren Platz, die von ihrer Erzieherin begleitet wurden. Hierbei wurden die Grundlagen des klassischen Balletts erkennbar gemacht. Erweitert wurde die Geschichte mit weiterführenden Einstudierungen der großen Jungs und den Tennismädchen, die den hohen Anforderungen dieser Choreografie gerecht wurden. Im Schirmtanz konnten die 7- bis 10-jährigen Mädchen saubere Fußarbeit vorweisen, eines der großen „Markenzeichen“ der Ballettschule am Theater! „Kinder, denkt daran: Füße, Füße, Füße!“ Erika Standke-Ohme
Ein Vergnügen an Mimik und sorgfältiger Beinarbeit „Der Spielzeugladen“ war eine weiteres Meisterwerk. Farbenfrohe und phantasievolle Kostüme, perfekt ausgewählte Musik und ein Erlebnis klassischen Balletts. Ein buntes Treiben mit Schülern einer breiten Altersgruppe. Besonders hervorzuheben ist die junge Abiturientin Sarah Müller, die durch saubere Beinarbeit bestach. In dynamischem Spiel auch ihre Kinder, getanzt von Claudia Rex und Tilia Möhring, ein Vergnügen an Mimik und auch hier wieder akkurater Fuß- und Beinarbeit! Die jüngsten Ballettschüler stellten Puppen dar, die sich konzentriert nicht bewegten, auch das eine große Leistung der Kleinen, die womöglich paradox anmutend, jedoch auch Bestandteil klassischen Balletts ist. „Der Walzer“ und das „Kleine Finale“ mit den Beteiligten dieses Abschnitts krönten den klassischen Teil, bevor es mit Tänzen aus der „Ungarischen Hochzeit von 1980“ weiter ging. Die Originalchoreographie dieser Tänze, ergänzt um die farbenfrohen Kostüme, umschloss erneut nahezu alle Altersgruppen. Auch hier war wieder die exakte Beinarbeit und Synchronizität zu erleben, die zu den ungewohnt folkloristischen Klängen auch erhöhte Anforderungen an die Tänzer stellten.
Frech, dynamisch, kraftvoll – Katja Buhl Den Abschnitt „Aus unserer Arbeit“ eröffnete die Hip-Hop-Gruppe unter der Leitung von Katja Buhl, Choreografin am Staatstheater Braunschweig. Exakt und mit scheinbarer Leichtigkeit vorgetragen ging man unwillkürlich mit, um im Anschluss fragend an sich herunterzuschauen, wo denn die Tänzer so viele Arme und Beine gelassen haben mögen... ? Frech, dynamisch, kraftvoll!
Kondition und hohe Auffassungsgabe bewiesen Step-Tanz der verschieden Klassen lebte wieder auf und verlangte nicht nur nach Fuß- und Beinarbeit, sondern auch nach Taktgefühl und Haltung. Auch hier wurden die Schüler der Ballettschule am Theater den hohen Anforderungen gerecht, und zwar in jeder Altersklasse. Besonders hervorzuheben der „A Capella“, ein Step-Tanz von Erika Standke einstudiert, mit einem hohen Maß an exakter Beinarbeit und Ausdruck der Erwachsenen und der Kindern. Ein beeindruckendes weil exaktes Bild, insbesondere von den Rängen optimal einzusehen. Besonders bewundernswert war auch, dass die meisten Schüler in vielen der Tänze mitwirkten, was neben der Kondition noch eine hohe Auffassungsgabe nötig machte. Auch hier ist die Qualität der Ausbildung sehr hoch zu bewerten, da so die Schüler viele - teilweise auch völlig verschiedene - Tanzstile beherrschen müssen.
Nicht im Schatten stehend Der Kinder-Jazz unter der Leitung von Saskia Standke-Dowidat, stellvertretender Schulleiterin der Ballettschule und Tochter von Frau Standke Ohme: Die Tanzpädagogin ließ mit hohen Ansprüchen an ihre jungen Schüler einen Jazz-Tanz mit phantasievollen Kostümen aufführen. Die Musik wurde nicht gekürzt, so dass die Schüler ein hohes Maß an Kondition und Konzentration zeigen konnten. Sehr professionell auch ein Mädchen, dass sich ihren gelösten Schnürsenkel nicht anmerken ließ und sicher weiter tanzte. Ebenso trat Saskia Standke-Dowidat mit „One“ und insbesondere dem „Modern“- Ballett nunmehr aus dem Schatten ihrer Mutter. Sie bewies, was sie zum einen selbst von ihrer Mutter und Lehrerin mitbekam, aber auch, dass sie durchaus an das von Erika Standke hoch angesetzte Niveau heran reichen kann und wird! Sorgfältig trainiert und inszeniert, von den Schülerinnen verlässlich umgesetzt!
Auch Ivette Standke trat selbstsicher in die Fussstapfen von Großmutter und Mutter. Die auszubildende Tanzpädagogin sang und tanzte sich durch die Choreografien ihrer Mutter und bewies Freude und Präsenz.
Prägung für das Leben Das Lehrteam der Ballettschule wird nicht müde zu erwähnen, dass dieses großartige Erlebnis im Großen Haus des Staatstheaters nicht ohne das Engagement der vielen fleißigen Helfer, so zum Beispiel der älteren Schüler, so wie den „Muttis“, die ihre Kinder regelmäßig zu den Proben brachten, kaum zu bewältigen geworden wäre. Zufall oder Prägung? Jeder Schüler und jede Schülerin bekam am Ende der Vorstellung Rosen geschenkt. In der ganzen Euphorie vergaßen einige SchülerInnen nicht, auch die stillen Helfer hinter der Bühne zu bedenken und den eigenen Blumenstrauss spontan mit ihnen zu teilen.
Oftmals mehr als zehn Stunden am Tag Um abschließend Saskia Standke-Dowidat zu zitieren: „Wir waren oft müde von allen Proben, Erika nie. Sie stand mit vielen verschiedenen Klassen hintereinander im Probenraum, oftmals mehr als zehn Stunden am Tag. Über 50 Jahre hat sie geplant, Klassen eingeteilt, Details vorbereitet, Kostüme genäht und uns alle begeistert. Ein Jahr waren wir im Dauereinsatz für die heutige Aufführung...... Wir danken Erika von ganzem Herzen!“
Eindrücke still eingefangen Um das vergangene Jahr und die Aufführung in bleibender Erinnerung zu behalten, engagierte die Ballettschule den Fotografen Felix Kuntoro. Dezent und einfühlsam gelang es ihm, inmitten der Tänzerschar, die Eindrücke still einzufangen. Die Fotos von den zahlreichen Proben in der Ballettschule, so wie von den Proben und der Aufführung im Theater, sind unter einem Passwort, welches persönlich bei der Ballettschule einzuholen wäre, auf der Internetseite www.felixfotos.de anzuschauen.
Text: Alkmini Nelsen Fotos: Felix Kuntoro
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Fotos von Felix Kuntoro
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"Der Freischütz" im August 2010 auf dem Burgplatz | Nach 13 Jahren Abschied vom Staatstheater
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