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ABSCHIEDSGALA FÜR WOLFGANG GROPPER

97:10 – Dreizehn Spielzeiten

Eine hochkarätige Ehrerbietung für das Wirken Wolfgang Groppers in dreizehn Spielzeiten, wurde zunächst durch die bloße Anwesenheit der Redner bekundet.
Den Anfang machte die Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Frau Prof. Dr. Johanna Wanka, die sogleich entwaffnend bekannte, noch nie im Staatstheater Braunschweig zu Gast gewesen zu sein.
Dass sie sich nun zu diesem Anlass auf den Weg nach Braunschweig machte, wurde dem Schaffen Groppers nur gerecht.


 

Weniger ist manchmal mehr

Der Ministerin schloss sich Braunschweigs Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann an der zunächst betonte, welche Sonderstellung das Theater durch ihn all die Jahre genossen habe.
Seine anschließenden Ausführungen über Wolfgang Gropper, wirkten für den sonst etwas spröden Rhetoriker ungewohnt emotional und schwer glaubwürdig. Die Braunschweiger hätten ihn geliebt, so Hoffmann.
Achtung und Respekt hätten genügt.

In einer spritzigen Rede voller Esprit begeisterte Peter Schanz, man hatte nunmehr das Gefühl, dass es hier wirklich um Gropper und das, was ihm wichtig war und ist, ging.
Nach einer Stunde ging es mit dem künstlerischen Programm los, im Herzen des Theaters, auf der Bühne, mit all' seinen Künstlern.
Szenen aus verschiedenen Ballettinszenierungen unter der Leitung von Eva-Maria Lerchenberg-Thöny machten den Anfang und begeisterten das Publikum.

Bevor das Schauspiel anschloss, eine weitere Rede von Katja Ott, Regisseurin.
Ein buntes Programm, mitunter unverständlich aneinander gereiht - schauspielbegeisterte Theaterbesucher werden sie alle erkannt haben und in Erinnerungen geschwelgt haben dürfen.


 

Glücksfall für das Theater

Nach einer Pause dann das Musikprogramm mit einem bunten Querschnitt.
Besonders in dieser Zusammenfassung ist die anspruchsvolle Auswahl der Sänger, hier gleich drei wunderbare Tenöre, wie Arthur Shen, Tobias Haaks und Thomas Blondelle, zu erwähnen!
Auch das Gastspiel von Dagmar Schellenberger (Ks) war ein Genuss – Gropper ist bei seiner Auswahl der Künstler seiner Inszenierung des Rosenkavaliers keinen Kompromiss eingegangen.
Doch auch Selcuk Hakan Tirasoglu als festes Ensemble-Mitglied, bleibt für das Staatstheater ein Glücksfall.
Der Chor war stimmlich und darstellerisch in Höchstform, ein rundes Bild!


 

Da kam was rüber

Nun kam er endlich selber zu Wort.
Lebendig fand er klare Worte für sein Engagement im Theaterleben.
Authentisch machte er nochmals deutlich, welche Bedeutung das Theater für die Menschen habe.
Da kam was rüber.
Die besten Wünsche an den nun folgenden Intendanten übermittelnd, der wahrlich kein anspruchsloses Erbe antritt, fand er ein schnörkelloses Ende.
Alle Künstler versammelten sich auf der Bühne, stimmten „Sag' zum Abschied leise Servus“ an,
Wolfgang Gropper wirkte wie ein Vater inmitten der Künstlerschar, der nun seine flügge gewordenen (Künstler)Kinder ziehen lässt.

Nach über vier Stunden ging es dann im Louis-Spohr-Saal mit dem Empfang weiter, sowie mit einem Mitternachtsprogramm im Foyer.

Von 97:10 war das „Nochmal Alles“ - Braunschweig wartet auf noch mehr!

Text: Alkmini Nelsen
Fotos: Christian Bort


 

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