Lessingtheater im November

Die Werke galten seit Ende des Zweiten Weltkrieges als verschollen und ihr geschätzter Wert liegt bei einer Milliarde Euro. Wem gehören die Kunstschätze wirklich und was passiert mit Cornelius Gurlitt, wenn man ihm seine Bilder, die für ihn so etwas wie seine Familie sind, wegnimmt? In einer beeindruckenden Live-Umsetzung mit stimmungsvollen Trickfilmprojektionen und opulentem Soundtrack wird das Publikum in »Der Elefantenmensch« in eine andere Welt und Zeit entführt. Darüber hinaus sind im November Meret Becker und Axel Hacke live zu erleben, das »American Cajun, Blues & Zydeco Festival« wird gefeiert und für die Kleinen gibt es eine hochmusikalische Version von »Dornröschen«.

Theater Strahl Berlin, De Dansers (Foto: Jörg Metzner)

Jugendtheater ab 14 Jahren: R O S E S – einsam. gemeinsam.
Sie übertreten eine unsichtbare Linie: Sie wollen nicht mehr schweigen, nicken, mitlaufen. Sie wollen gehört werden! Jetzt, damals, zukünftig. Sie kämpfen für ihre Ideale. Sie verweigern sich der Gleichschaltung und Ignoranz. Sie sind schnell. Sie sind zusammen. Sie sind mutig – oder wahnsinnig? Ihre Inspiration sind die Briefe und Tagebücher der Mitglieder der »Weißen Rose«, ihre Mittel der Tanz und die Musik. Ihre Figuren könnten Hans, Sophie, Willi, Alexander, Christoph heißen. Oder anders. Sie verkörpern, was sich in jedem Aufbegehren gegen Unmenschlichkeit wiederfindet.

Sieben junge Performer begeben sich mit den Mitteln des Tanztheaters auf den Pfad des Widerstands. Sie laden die Zuschauer ein, ihren Assoziationen und Bildern zu folgen, die sich durch Bewegungsabfolgen, Körperlichkeit, Live-Musik und Bühnen-Situationen eröffnen.

2. November 2017, 11.30 Uhr, Theater Strahl Berlin, De Dansers, Szene Bunte Wähne

Cajun Roosters (Foto: Carsten Kattau)

American Cajun, Blues & Zydeco Festival
Als die ersten »Acadians« – europäische Auswanderer französischer Abstammung – 1755 von den Briten aus Kanada vertrieben wurden, weil sie nicht der britischen Krone angehören wollten, wurden sie in den unwirtlichen Sümpfen von Louisiana angesiedelt. Sie brachten französische Akkordeon-Musik und Lieder mit. Diese vermischten sich mit dem Blues der Plantagensklaven aus Afrika und den wilden Polyrhythmen der Karibik. So entstand also Cajun & Zydeco als eine Fusion mehrerer Kulturen. Ein gutes Jahrhundert ging ins Land, bevor man dafür den Begriff Weltmusik kreierte.

Das Festival ist seit 2001 jedes Jahr auf Tour und hat sich zum bekanntesten in Deutschland entwickelt. Nun macht es in Wolfenbüttel Station und mit dabei sind Papa Mali Blues Connection, Cajun Roosters sowie Yvette Landry & Friends.

3. November 2017, 19.30 Uhr

Meret Becker (Foto: Joachim Gern)

Meret Becker – Le Grand Ordinaire
Meret Becker, Spross einer Berliner Künstler- und Artistenfamilie mit deutschen, dänischen und polnisch-jiddischen Wurzeln ist bekannt als Sängerin und Schauspielerin. »Le Grand Ordinaire«, der große Zirkus ist eine Collage aus musikalischen Bildern und surrealen Liedern, die von Reisenden erzählen. Aus ihrem »Zirkuskoffer« zaubert die als Berliner Tatort-Kommissarin bekannte Grimme-Preisträgerin Artisten und Instrumentalisten. Mit ihrem musikalischen Weggefährten Buddy Sacher singt sie, »sägt« sie und verwandelt das Lessingtheater in eine faszinierende Zirkuswelt aus Kindertagen, die man glaubt zu kennen, aber die es so vielleicht nie gab.

11. November 2017, 19.30 Uhr

Axel Hacke (Foto: Thomas Dashuber)

Axel Hacke liest
Hacke liest – aber was liest er denn? Das lässt sich vorher nicht so genau sagen, denn Hackes Prinzip ist, alle seine Texte mit auf die Bühne zu bringen und erst im Laufe des Abends zu entscheiden, welche er vorträgt: Klar ist, dass er aus seinem neuesten und sehr aktuellen Buch liest: »Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen «. Aber dann?

Vielleicht ein Stück aus »Die Tage, die ich mit Gott verbrachte«, in dem es in jener wunderbar leicht-verspielten Weise, die allen Hacke-Büchern eigen ist, um nicht weniger als den Sinn des Lebens geht? Einige seiner legendären Kolumnen aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung? Ein, zwei Kapitel über Oberst von Huhn und seine irr-poetische Speisekarten- Sammlung aus der ganzen Welt? Oder eine kleine Hitparade der schönsten Missverständnisse aus der Wumbaba-Trilogie? Man weiß es nicht. Jede Hacke-Lesung ist ein bisschen anders als alle anderen.

16. November 2017, 19.30 Uhr

Entartete Kunst – Der Fall Cornelius Gurlitt
Ein älterer Herr namens Cornelius Gurlitt fällt dem bayerischen Zoll bei der Einreise von der Schweiz nach Deutschland auf. Die Ermittlungen ergeben, dass er nie einer Arbeit nachgegangen ist, keinerlei Einkünfte besitzt und auch noch nie im Leben Steuern bezahlt hat. Dafür hat er von seinem Vater – einem von den Nationalsozialisten beauftragten Kunstexperten – eine große Sammlung moderner Kunst geerbt. Die Werke galten seit Ende des Zweiten Weltkrieges als verschollen und ihr geschätzter Wert liegt bei einer Milliarde Euro. Wem gehören die Kunstschätze wirklich und was passiert mit dem alten Mann, wenn man ihm seine Bilder, die für ihn so etwas wie seine Familie sind, wegnimmt? Es spielen Boris Aljinovic, Anika Mauer, Ralph Morgenstern und der großartige Udo Samel.

22. und 23. November 2017, 19.30 Uhr, Konzertdirektion Landgraf, Renaissance Theater Berlin

Der Elefantenmensch (Foto: Andreas Bock)

Live-Hörspiel mit Trickfilmprojektionen: Der Elefantenmensch
Inmitten des viktorianischen Londons: Der an einer seltenen, Körper und Gesicht schwer entstellenden Krankheit leidende John Merrick wird dem Publikum von einem sadistischen Manager in Freakshows auf Jahrmärkten präsentiert. Der Arzt Frederick Treves befreit ihn aus dieser Lage. Er erkennt hinter dem erschreckenden Äußeren einen sensiblen und intelligenten Mann, der sich in seinem Hospital von den jahrelangen Misshandlungen erholen kann. Doch die Schatten der Vergangenheit verfolgen den »Elefantenmenschen« erneut.

In einer beeindruckenden Live-Umsetzung mit stimmungsvollen Trickfilm-projektionen und opulentem Soundtrack wird das Publikum in eine andere Welt und Zeit entführt. Die berührende Geschichte nach wahren Begebenheiten basiert auf den Aufzeichnungen des Londoner Chirurgen Sir Frederick Treves (1853 bis 1923) sowie auf der gleichnamigen Hörspiel- Adaption von 2003.

25. November 2017, 19.30 Uhr

Kindertheater Dornröschen (Foto: Peter Zickermann)

Kindertheater ab 6 Jahren: Dornröschen
Wer kennt es nicht, das Märchen aller Märchen von der schlafenden Königstochter, von der guten und der bösen Fee, dieser unerbittlich undurchdringlichen Hecke und vom rettenden Prinzen, der die Schöne samt Hofstaat nach hundert verträumten Jahren endlich wieder wachküsst?

Ob von den Gebrüdern Grimm, Walt Disney oder Charles Perrault. Adaptionen des Märchens gibt es mehr als genug. In dieser Inszenierung wird »Dornröschen« sich zum Sound der Kinderrockband »Randale« an der Spindel stechen, ohnmächtig auf den einzig »richtigen Mann« warten und in eine blühende Zukunft tanzen. Das Landestheater Detmold bringt den Stoff hochmusikalisch auf die Bühne.

27. bis 30. November 2017, 9 und 11 Uhr und zusätzlich 29. November 2017, 16 Uhr, Landestheater Detmold

Vorverkauf und Information
Theaterkasse, Stadtmarkt 7A, 38300 Wolfenbüttel
Telefon 05331 86-501, Telefax 05331 86-507
www.lessingtheater.de| karten@lessingtheater.de
Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 14 Uhr

Quelle: Lessingtheater Wolfenbüttel