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HARIS ALEXIOU - DIE STIMME GRIECHENLANDS |
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Europatour 2011
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Am Samstag, dem 04. Juni war es soweit: In meiner Geburtsstadt, von der ich die letzten 43 Jahre höchstens drei mal den Flughafen sah, sollte die Frau, die mit ihrer Stimme seit Jahrzehnten die Hälfte meiner in Deutschland schockgefrosteten griechischen Gene auf Betriebstemperatur brachte, im Rahmen ihrer Europatour gastieren. Der Kuppelsaal der Jahrhunderthalle in Frankfurt mit seinen knapp 2500 Plätzen, war nahezu ausverkauft. Ich rechnete mit einem Riesenauflauf griechischer Landsleute, doch es waren erstaunlich viele deutsche Zuhörer gekommen, um die Grande Dame der griechischen Laiko-Musik, des griechischen Chansons, zu erleben.
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Neue Maßstäbe
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Man muss sie erlebt haben! Jahrzehntelange Nahrung aus der Konserve „CD“ machte mich satt, doch nach diesem Live Konzert, ist dies für mich nicht mehr und nicht weniger zu einer Notlösung geworden durch die ich mich veranlasst sehe, neue Maßstäbe zu setzen. Die Bühne, schlicht mit Mikrofonen und Instrumenten (Keyboard, Bouzouki, Geige, Akkordeon, Gitarre, Bass und Schlagzeug) und etwas Nebel ausgestattet, welche zunächst die dezent gekleideten Musiker betraten und das Konzert instrumental eröffneten. Dann endlich der atemberaubende, „artgerechte“ Auftritt der mondänen Diva! Würdevoll und stolz, mit festem Schritt betrat sie die Bühne. Es gelang ihr umgehend Kontakt zu ihrem Publikum aufzunehmen; nach „Nefeli's Tango“ ging die Andacht des Publikums in Wärme und Leidenschaft über und es gestaltete sich ein Fest der Musik.
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Wohltuender Ausgleich
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Auf erwähnten CDs optimal gemischt und konserviert, war ihre Präsenz mit ihrer facettenreichen Stimme nun in den Vordergrund gelangt – mit Recht! Dunkel gefärbt, kräftig, sowie in den Höhen klangsicher, niemals forciert, als auch in den leisen Partien anrührend klar, schien sie jeden Ton zu genießen und die Vokale zu küssen. Ihre Lieder werden in die Kategorie Laiko-Musik (Unterhaltung) mit deutlichen Einflüssen der Rembetiko Musik eingeordnet. Wenn das Unterhaltungsmusik gewesen sein sollte, dann gelang es dieser Künstlerin, diese auf ein ungeahntes Niveau zu erhöhen! Ebenso schuf sie eine Verbindung der Gefühlsspanne von Wehmut, Traurigkeit und Sehnsucht zu den Gefühlen der Unbeschwertheit, Fröhlichkeit und Leichtigkeit, womit sie für einen wohltuenden Ausgleich sorgte. Ihre Ansagen zu den Stücken waren zum Teil mit dem typisch griechischen Humor und dessen Gesten angereichert. Dies brachte sie dem Publikum sehr nahe und ließ sie trotz ihrer divenhaften Erscheinung geerdet wirken. Ferner erwies sie auch dem deutschen Publikum Respekt, indem sie sich bemühte auch einige deutsche Sätze zu formulieren. Hierbei schien sie sich über ihre Aussprache am meisten zu amüsieren.
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Griechische Gene angemessen temperiert
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Ihrer Einladung mitzusingen und zu tanzen folgten viele Zuschauer, die im übrigen vom Säuglingsalter bis zum Rentenalter anwesend waren. Die Textsicherheit des Frankfurter Publikums war gleichfalls beeindruckend. Haris Alexiou feiert bald ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum; sie vermittelte in diesen drei Stunden das Gefühl, dass dieses Konzert ihr Wichtigstes sei. Riesenapplaus und Standing Ovations für die Grande Dame und ihre hervorragenden Musiker! Drei Zugaben, die Letzte auf Wunsch und nach Zwischenrufen: „Eleni“ - der Name meines jüngsten Kindes.
Meine griechischen Gene sind auf absehbare Zeit angemessen temperiert.
Text: Alkmini Nelsen Foto: Agentur
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