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17.03 | Eintracht vs. FC Heidenheim (3:2) - 1

Ken Reichel sichert den Dreier

Nach dem Last-Minute Sieg am Montag in Düsseldorf gelang auch gegen Heidenheim der Siegtreffer in der 92. Spielminute.

„Ich bin noch im flash, das alles muss ich erstmal verarbeiten“, freute sich Eintracht Trainer Torsten Lieberknecht. „Der Sieg ist eine Gemeinschaftsproduktion mit den Fans – das Stadion hat so viel Druck gemacht und das hat uns zum Sieg getragen.“ Den Dreier musste sich Eintracht hart erarbeiten und dabei einige Rückschläge verkraften.

Man wollte die Müdigkeit aus den Beinen bringen – hatte Torsten Lieberknecht vor dem Spiel gefordert. Aber das gelang den Löwen erst mal nicht. Als noch nicht mal alle Fans Platz genommen hatten, zog Marc Schnatterer einfach mal aus der Distanz ab – und das Leder zappelte im Netz (2.).

Eintracht reagierte nur kurz geschockt, wirkte aber bei den Angriffsversuchen behäbiger als sonst. Je länger die Partie lief, umso mehr Torchancen kamen dabei raus. Unermüdlich rackerte Mirco Boland, der sich immer wieder in die Zweikämpfe warf und seine Mitspieler nach vorne trieb. Mit Erfolg – nach 11 Minute setzte Gustav Valsvik nach einer scharfen Zuck-Ecke zu einem Lehrbuchkopfball an, der aber knapp neben den Pfosten ging. Immer mehr geriet Heidenheims Keeper Müller in den Mittelpunkt des Geschehens. Nymans Schuss aus der Drehung verunglückte ein wenig und ging darum neben das Tor (17.). Aber auch Heideheim konterte immer wieder gefährlich, meistens über Kapitän Schnatterer. Torwart Fejzic war aber gut auf dem Posten.

In der 26. Minute wäre Ken Reichel beinahe ein Kunstschuss gelungen. Torwart Müller war weit vor seinem Kasten - Reichel staubte den Abstoss ab, versucht es aus 40 Metern – aber auch der Ball tropfte neben das Tor. Nacheinander ballerten Hernandez, Reichel und Zuck drauf – am Ende ging der Ball drüber. Dann endlich der fällige Ausgleich – Ecke von Zuck, Boland setzte sich im Strafraum durch, ballert das Leder unter die Latte zum 1:1 (33.)

Nach dem Wechsel entwickelte sich ein verbissenes Spiel mit vielen kleinen Fouls. Eintracht hatte mehr vom Spiel, war zwar näher dran – aber nicht wirklich zwingend vor dem Tor – und der FC Heidenheim lieferte den Löwen immer wieder gefährliche Situationen durch Konter. Nyman versuchte sich aus der Distanz- ebenso vorbei wie auf der anderen Seite Thomalla. Trainer Lieberknecht brachte mit Khelifi und Kumbela frische Stürmer für Abdellahi und Zuck (65) – und kurz darauf jubelten die 20.000 frenetischen Fans der Eintracht – Nyman hatte den Ball im Tor versenkt. Allerdings hatte Nyman die Vorlage von Kumbela mit dem Oberarm angenommen – abgepfiffen.

Die Pfiffe der Eintrachfans gegen den an sich guten Schiedsricher Thorben Siewer waren kaum verstummt, das pfiff dieser ein klares Foul gegen Kumbela im eigenen Strafraum nicht, ahndete aber in Folge einen Tritt von Khelifi ans Knie von Skake mit einem Elfmeter. Diese Chance lies sich Feick nicht nehmen und schoß in die äußere Ecke ein (73.). Aber auch der erneute Rückstand schockte die Löwen nicht. Torsten Lieberknecht wechselte offensiv, brachte Biada für Moll. Khelifi wollte seinen Fehler unbedingt gleich wieder ausmerzen und wirbelte immer wieder in den Strafraum. Ein Querschläger landete bei Kumbela – im Kopfballduell und dann vor den Füßen des Schweizers. Der überspielte mehrere Heidenheimer, legte zurück auf Nyman, der nur noch einschieben musste. Wieder der Ausgleich (78.).

Dieser neue Rückschlag für die Gäste brachte Frust in die Beine. Die Fouls häuften sich, die gelben Karten auch. Und die Fans gaben Vollgas. Jetzt wollten sie alles – die Mannschaft auch. Die letzten Minuten schnürten die Löwen den FC Heidenheim in der eigenen Hälfte ein, zahlreiche Schüsse landeten in den Abwehrbeinen oder in den Armen des Keepers. Als das Remis fast schon feststand und die Nachspielzeit dem Ende zuging, versuchte es Ken Reichel erneut mit rechts – der Schuss kam postwendend zurück – Reichel nahm Maß mit dem linken – und das Leder rauschte wie an einer Schnur gezogen genau ins obere rechte Eck. Was für ein Jubel. Was für eine Befreiung. Was für ein Schuss! Was für ein Tor!

Foto: Michael Täger
Text: Dr. Frank Kornath