Auf den Spuren der Säbelzahnkatzen

Mit dem Fund eines Säbelzahnkatzen-Schädels setzt sich die archäologische Ausbeute in Schöningen fort: Nach den Schöninger Speeren erlaubt jetzt das außergewöhnlich gut erhaltene Fossil den Wissenschaftlern wertvolle Rückschlüsse auf die Koexistenz von Mensch und Raubtier in der Altsteinzeit. Rund um die Säbelzahnkatzen hat das Museum eine Sonderausstellung konzipiert: „Die Eiszeit-Jägerin. Säbelzahnkatzen – die tödliche Gefahr“ zeigt für etwa ein Jahr die Original-Knochen neben weiteren internationalen Exponaten.

Bis zu den ersten Funden in Schöningen im Jahr 2012 galt die europäische Säbelzahnkatze als lange ausgestorben, noch bevor Menschen unsere Region besiedelten. Die außergewöhnlichen Knochenfunde von insgesamt drei Raubtieren beweisen jetzt: Die Raubkatzen lebten noch gemeinsam mit unseren Vorfahren in der Altsteinzeit vor rund 300.000 Jahren. Und sie begegneten sich: Spannende Exponate wie von Menschenhand bearbeitete Knochen und ein Neanderthaler-Schädelstück mit Biss-Spuren erzählen in der Sonderausstellung die Geschichte von Jägern und Gejagten, in der Mensch und Tier sogar jeweils beide Rollen kannten.

Zahlreiche Exponate aus aller Welt haben ihren Weg nach Schöningen gefunden und ergänzen die Original-Knochenfunde nun ein Jahr lang in der Sonderausstellung. „Wir freuen uns, dass wir hier, am Fundort der Schöninger Speere, jetzt eine weitere archäologische Sensation zeigen können. Das paläon wird so noch interessanter für Familien und Wissenschafts-Begeisterte“, meint Dr. Wolf-Michael Schmid, Vorsitzender des Fördervereins Schöninger Speere – Erbe der Menschheit e.V.

Besucher können im paläon der einzigartigen lebensechten Rekonstruktion der europäischen Säbelzahnkatze direkt in die Augen sehen oder das Original-Skelett ihres ebenso berühmten großen Bruders unter die Lupe nehmen: Die amerikanische Säbelzahnkatze Smilodon ist als „Diego“ aus dem Animationsfilm Ice Age bekannt. Auch das weltweit einzige aufgebaute Skelett der europäischen Raubkatze ist exklusiv Teil der Sonderausstellung. Erlebnisstationen laden dazu ein, ein Gefühl für die großen Raubtiere zu bekommen: Wie sie nachts sehen und wie stark sie zubeißen konnten, lässt sich hautnah erleben. Wie viel von den Vorzeit-Raubkatzen noch in den heutigen Miezen steckt, zeigen weitere spannende Exponate von Löwe bis Luchs.

Nähere Informationen:

Sonderausstellung „Die Eiszeit-Jägerin. Säbelzahnkatzen – die tödliche Gefahr„
Wann: 13. April 2017 – 08. April 2018
Wo: paläon Forschungs- und Erlebniszentrum Schöninger Speere, Paläon 1, 38364 Schöningen
Eintritt: Erwachsene 12,00 Euro
Ermäßigt 8,50 Euro
Familien 29,00 Euro

Osterferien-Programm zur Sonderausstellung
Öffnungszeiten Täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr
Öffentliche Führungen Täglich um 15.00 Uhr
Führungen auf die Grabung Karfreitag bis Ostermontag, jeweils 16.00 Uhr
Familien-Mitmachführungen Mittwoch, Freitag, Samstag, Ostermontag, jeweils 14.30 Uhr

Quelle: PM

Das sind ja mal große Zähne
Das sind ja mal große Zähne Einer der Stars der Ausstellung: Das Original-Skelett der amerikanischen Säbelzahnkatze Smilodon, der große Bruder unserer europäischen Raubkatze. Foto: paläon/Sebastian Petersen, Philigran Studio